Technik

Pixel 4 mit Radar-Steuerung Google will das iPhone alt aussehen lassen

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Das Pixel-4-Duo hat auf der Rückseite offenbar eine Doppel-Kamera mit ToF-Sensor.

(Foto: Google)

Während Apple bei der iPhone-Entwicklung nur noch kleine Schritte macht, gibt Google bei seinen Pixel-Smartphones richtig Gas. Die vierte Generation erhält neben einer 3D-Gesichtserkennung eine revolutionäre Radar-Steuerung.

Was die Weiterentwicklung von Smartphones betrifft, wird die Luft nach oben immer dünner. Die Leistung hochzuschrauben, bringt nicht mehr viel, die hochauflösenden Displays haben nur noch dünne Ränder und nützliche neue Funktionen sind rar geworden. Lediglich bei den Kameras tut sich aktuell noch einiges, aber auch hier stoßen die Hersteller allmählich an ihre Grenzen. Vier Objektive werden zum Standard und vieles dreht sich nur noch darum, wie man Frontkameras und Sensoren verschwinden lässt beziehungsweise überflüssig macht. Doch während selbst Apple ein, zwei Gänge zurückschaltet, scheint Google noch einmal richtig Gas zu geben. Das Pixel 4 könnte die neue iPhone-Generation ziemlich alt aussehen lassen.

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Das Pixel 4 hat viele Sensoren und Kameras über dem Display, das daher nicht "randlos" sein kann.

(Foto: Google)

Ohne den Umweg über vermeintlich zufällige Leaks zu gehen, gibt Google scheibchenweise selbst neue Informationen zum Pixel-4-Duo heraus. Im Juni zeigte es auf Twitter die Doppel-Kamera auf der Rückseite, die offenbar zusätzlich einen ToF-Sensor im Buckel hat. Er misst die Zeit, die ein ausgesandter Lichtstrahl benötigt, um reflektiert zu werden und liefert so detaillierte Tiefeninformationen, beispielsweise für AR-Funktionen oder künstliches Bokeh. Unter anderem besitzt das Huawei P30 Pro schon so einen Sensor, auch die kommenden iPhones sollen damit ausgerüstet sein.

Radar erfasst Handgesten

Jetzt hat Google in einem Blogpost nachgelegt und angekündigt, dass das Pixel 4 mit einer 3D-Gesichtserkennung und einer völlig neuartigen Gestensteuerung ausgestattet ist. Ein über dem Display untergebrachter Radarsensor erkennt dafür Handgesten, die Nutzer in der Nähe des Smartphones machen. So kann man beim Pixel 4 mit einer Handbewegung zwischen Songs hin- und herwechseln, den Wecker snoozen und Anrufe stummschalten, ohne das Gerät zu berühren. Weitere Funktionen sollen im Laufe der Zeit hinzukommen.

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Ob Google die Radar-Technik des Pixel 4 in Deutschland einsetzen kann, ist noch offen.

(Foto: Google)

Google hat sein Radar-Projekt "Soli" erstmals 2015 vorgestellt, das Pixel 4 wird vier Jahre später das erste Smartphone sein, das die Technik in der Praxis einsetzt. Ob die in Deutschland verkauften Geräte "Motion Sense"-Gesten unterstützen, ist allerdings noch nicht ganz klar. Google schreibt nämlich, dass die Funktion in "ausgewählten Ländern" erhältlich sein wird. Möglicherweise hängt dies davon ab, ob die zuständigen Behörden den Einsatz von Radar-Technologie gestatten.

Sichere Gesichtserkennung

Was die 3D-Gesichtserkennung betrifft, geht Google nicht voran, sondern folgt einem Trend, den Apple mit der TrueDepth-Kamera des iPhone X gesetzt hat. Auch Huawei setzt die Kombination von Laser-Projektor und Infrarot-Kamera beim Mate 20 Pro ein. Google hat die Funktion aber etwas verbessert, indem es den Radar-Sensor einsetzt. Er aktiviert die Sensoren zur Gesichtserkennung bereits wenn der Nutzer zum Pixel 4 greift. So soll das Gerät in einer fließenden Bewegung und "blitzschnell" entsperrt werden können.

Google verspricht, dass die Daten für "Face Unlock" auf dem Gerät in einem Sicherheits-Chip gespeichert werden und auch lokal verarbeitet werden. Alle Aufnahmen  und Informationen im Zusammenhang mit der Gesichtserkennung sollen das Pixel 4 nicht verlassen oder für andere Google-Dienste verwendet werden.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, kwe

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