Technik
Gute Antivirus-Pakete für Mac schützen, ohne zu bremsen.
Gute Antivirus-Pakete für Mac schützen, ohne zu bremsen.(Foto: imago/Ulrich Roth)
Mittwoch, 31. Januar 2018

Ein Extra an Sicherheit: Gute Antivirus-Pakete für Mac

In einem aktuellen Test von Antiviruspaketen für Mac-Rechner schneiden drei Programme besonders gut ab. Sie finden alle Schädlinge und bremsen den Computer kaum aus. Viele Nutzer kommen aber auch mit Gratis-Software aus.

Ob Macs Antivirus-Software benötigen oder nicht, wird immer noch heiß diskutiert. Apple und Puristen gehen davon aus, dass ein System mit aktueller Software, auf dem nur Programme aus dem App Store installiert werden, sehr sicher ist. Die integrierten Aufpasser XProtect und Gatekeeper würden völlig ausreichen, argumentieren sie. Zusätzliche Schutz-Software sei nur eine Belastung und außerdem selbst eine größere Gefahr für Macs, wenn sie Fehler enthalten. Und was die immer raffinierteren Angriffsmethoden betrifft, bezweifeln manche Experten ohnehin, ob Antivirus-Programme wirklich in der Lage sind, echte Zero-Day-Attacken zu verhindern.

Befürworter sagen dagegen, dass in den vergangenen Jahren die Anzahl der Schädlinge für Apples Betriebssystem gewaltig zugenommen hat. Viele Nutzer kämen mit dem Angebot im App Store auch nicht aus und würden daher zwangsläufig auch Software aus anderen Quellen installieren. Außerdem gäbe es in macOS regelmäßig neue Schwachstellen und Apple würde Updates in zu langen Abständen verteilen. Und schließlich könnten Macs auch Schädlinge an Windows-Rechner weitergeben.

Gratis-Scanner reicht oft aus

Letztendlich kommt es darauf an, wie ein Nutzer seinen Mac verwendet. Installiert man tatsächlich nur App-Store-Programme, hält das System aktuell, passt bei verdächtigen E-Mails auf und besucht keine zwielichtigen Webseiten, genügt es eigentlich, den Mac ab und zu mit einem kostenlosen Virenscanner zu untersuchen. Gratis-Tools bieten beispielsweise Kaspersky oder Sophos an.

Wer einen Mac beruflich verwendet oder aus anderen Gründen möglichst sicher unterwegs sein muss oder möchte, kann überlegen, ein Schutz-Paket zu installieren, das nicht nur nach Viren scannt, sondern zusätzlichen Service anbietet, beispielsweise beim Surfen im Internet aufpasst. Welche Pakete empfehlenswert sind, hat AV-Test herausgefunden. Das Institut überprüfte bei neun Programmen, wie zuverlässig sie Schädlinge erkennen, ob sie Fehlalarme auslösen und wie stark sie das System ausbremsen.

Sechs der Testkandidaten haben alle Bedrohungen erkannt: Avast, Bitdefender, Kaspersky Lab, Sophos, Symantec und Trend Micro. Die Programme von Intego und F-Secure schnitten mit 99,4 beziehungsweise 93,8 Prozent entdeckten Schädlingen auch noch passabel ab, Comodi Antivirus 2.2 erwies sich mit 38,1 Prozent als Totalausfall. Den zusätzlichen Test mit Windows-Schädlingen absolvierten die Pakete von Bitdefender, Kaspersky und Trend Micro mit Erkennungswerten zwischen 99 und 100 Prozent am besten.

Drei schützen, ohne zu bremsen

Symantec Norton Security, Kaspersky Internet Security und Trend Micro Antivirus verlangsamten die Test-Systeme mit 1 bis 2 Sekunden fast gar nicht, Bitdefender drückt mit 6 Sekunden schon stärker auf die Bremse. Über Fehlalarme muss man sich bei keinem der getesteten Pakete Gedanken machen.

Interessant ist ein weiterer Zusatz-Test, bei dem AV-Test untersuchte, ob die Programme "Potenziell unerwünschte Anwendungen" (PUA) stoppen. Diese sind zwar nicht direkt schädlich, nerven aber beispielsweise mit übermäßig viel Werbung und Meldungen oder haben unklare Datenschutzerklärungen. Die Produkte von Avast, Bitdefender, Trend Micro, Intego, Sophos und Symantec filterten 98 bis 100 Prozent der PUA heraus.

Weil sie sehr gut schützen und kaum bremsen, haben AV-Test letztendlich die Pakete von Kaspersky, Symantec und Trend Micro besonders gut gefallen. Empfehlenswert ist für sie aber ebenfalls die Software von Bitdefender, "auch wenn sie fast 3 Prozent an Leistung fordert."

Quelle: n-tv.de