Technik

Kooperiert auch mit dem iPhone Hololens 2 blickt in die AR-Zukunft

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Im Trainingseinsatz kann die Hololens Nutzern Schritt-für-Schritt-Anleitungen anzeigen.

(Foto: Microsoft)

Microsoft präsentiert in Barcelona die zweite Generation seiner AR-Brille Hololens. Sie ist wesentlich ausgereifter als die Vorgängerin und zeigt, das der Mischung von echter und virtueller Welt die Zukunft gehört. Auch iPhone und iPad dürfen daran teilhaben.

Die erste Hololens gewährte bereits einen faszinierenden Blick in die Zukunft von Augmented Reality (erweiterte Realität). Doch die Möglichkeiten der Brille waren noch relativ begrenzt, was vor allem am zu kleinen Sichtfeld lag, über das Nutzer virtuelle Elemente in ihrer wirklichen Umgebung wahrnehmen und bedienen konnten. Jetzt hat Microsoft die zweite Generation der Hololens beim Mobile World Congress (MWC) in Barcelona vorgestellt, die ein wesentlich weiteres Fenster in die Augmented Reality öffnet.

Zunächst ist die neue AR-Brille wesentlich bequemer als die Vorgängerin, weil sie leichter und kompakter ist und mit einer breiteren Fläche auf der Stirn sitzt. Außerdem ist sie über den Drehknopf am hinteren Bügel schneller fixiert als die erste Hololens und auch Brillenträger kommen jetzt besser mit der AR-Brille zurecht. Microsoft erlaubt Unternehmen außerdem, die Brille an ihre Bedürfnisse anzupassen, beispielsweise in einem Bauarbeiterhelm zu integrieren.

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Die neue Hololens ist kompakter und bequemer.

(Foto: Microsoft)

Sichtfeld verdoppelt

Die wichtigste Verbesserung der Hololens 2 ist aber das erweiterte Sichtfeld, das doppelt so groß wie beim Vorgänger-Modell ist. Die Schärfe der Darstellung ist dabei gleich geblieben. Damit muss man größere virtuelle Objekte nicht mehr durch Kopfbewegungen "abscannen", sondern hat sie komplett im Blick. Perfekt ist das zwar noch nicht, um in der Demo als Pfleger-Azubi im Krankenzimmer eine Patientin von Kopf bis Fuß auf der Liege zu sehen, war es nötig, etwa 2,5 Meter Abstand zu halten. Aber weit weg von einer realistischen Sichtweise ist die Hololens nicht mehr.

Stark ist, wie gut sie jetzt dem Blick des Nutzers folgt und Handbewegungen wahrnimmt. So kann man jetzt nicht nur präzise kleinere virtuelle Knöpfe oder Tasten drücken, Hologramme drehen, vergrößern oder verkleinern. Auch die Zusammenarbeit mit AR-Kollegen klappt vorzüglich. So kann man beispielsweise gemeinsam an Modellen arbeiten und sich Bauteile reichen. Microsoft ergänzt die manuelle Steuerung außerdem mit Sprachbefehlen. Man kann so beispielsweise 3D-Objekte aufrufen und im Raum platzieren.

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Mit der Hololens kann man sich frei bewegen, sie funktioniert autonom.

(Foto: kwe)

Plattformübergreifende Kooperation

Über Microsofts Azure-Cloud ist es auch möglich, mit weit entfernten Nutzern in einem gemeinsamen virtuellen Raum zu arbeiten. Dabei soll eine einfache LTE-Verbindung genügen, wenn kein WLAN zur Verfügung steht. Der neue 5G-Standard ist für die Datenübertragung nicht nötig, dürfte in Zukunft den Einsatz der Hololens noch interessanter machen. Ebenso wird künstliche Intelligenz in der AR-Anwendung eine große Rolle spielen, beispielsweise bei der Deutung von Krankheitssymptomen.

Da Microsoft ein plattformübergreifendes AR-Ökosystem unterstützt, können unter anderem auch iPhone- oder iPad-Nutzer via Apples AR-Kit einbezogen werden. Das Unternehmen hofft, dass es künftig sogar einen offenen App-Store gibt, um AR zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen.

Spieleentwickler steigt ein

Microsoft hat mit der Hololens 2 vor allem professionelle Anwender im AR-Blick, beispielsweise Maschinenbauer, Architekten oder Mediziner. Privatnutzer sind zunächst außen vor. Doch das könnte sich in Zukunft vor allem für Gamer ändern, in Barcelona verkündete Spieleentwickler Epic Games, die Hololens 2 zu unterstützen.

Die neue AR-Brille wird zunächst in den USA für 3500 Dollar zu haben sein, Microsoft will das Gerät aber unter anderem auch in Deutschland noch in diesem Jahr verkaufen. Entwickler können die Hololens 2 ab sofort vorbestellen.

Quelle: n-tv.de

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