Technik

Mission Impossible? Huawei stellt P40 Pro vor

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Die Kameraausstattung des Huawei P40 Pro ist hervorragend.

(Foto: kwe)

Mitten in der Coronakrise stellt Huawei das P40 Pro vor. Das Gerät muss ohne Google-Dienste auskommen, soll aber 1000 Euro kosten. Auch wenn es ansonsten ein Glanzstück ist, scheint ein Misserfolg programmiert zu sein. Oder doch nicht?

Vor genau einem Jahr präsentierte Huawei in Paris das P30 Pro. Das Smartphone zeigte der gesamten Konkurrenz die Kamera-Hacken und schien der endgültige Beweis für eine künftige Dominanz der Chinesen zu sein. Doch dann kam das US-Boykott und Huawei darf seitdem auf seinen neuen Geräten keine Google-Dienste mehr nutzen. Ein gewaltiges Handicap, dass das Unternehmen mit eigenen Diensten und eigenem App-Store auszugleichen versucht.

Ein erster Versuch, sich auf den deutschen Markt vorzutasten, stellte im September das Mate 30 Pro dar. Doch das Smartphone war erst im Dezember in Deutschland zu haben und ging fast unbemerkt unter. Jetzt hat Huawei das 1000 Euro teure P40 Pro vorgestellt und das neue Flaggschiff rollt auch hierzulande ohne Verzögerung vom Stapel. Aber ist eine Markteinführung mitten in der Coronakrise ohne Google-Dienste zu einem hohen Preis nicht von vornherein eine "Mission Impossible"?

Gute Ausstattung

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Das Display hat fast keinen Rand, für die 32-Megapixel-Frontkamera plus Infrarotsensor ist allerdings eine recht große Lücke im Panel.

(Foto: kwe)

An der Hardware wird es jedenfalls nicht liegen, da hat Huawei gute Arbeit geleistet. Das P40 Pro hat einen prächtigen 6,6 Zoll großen OLED-Bildschirm, der noch dünnere Ränder als das Display des Vorgängers hat. Die Bildwiederholfrequenz beträgt wahlweise 60 oder 90 Hertz. Da haben andere Flaggschiffe mit bis zu 120 Hertz mehr zu bieten, so hohe Frequenzen saugen allerdings den Akku schnell leer. Ins Display integriert sitzt ein flotter optischer Fingerabdruckscanner, der durch eine Gesichtserkennung mit Front- und Infrarotkamera ergänzt oder ersetzt werden kann.

Unter der Haube werkelt der hauseigene 8-Kern-Prozessor Kirin 990 mit integriertem 5G-Modem, der auf 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der interne Flash-Speicher ist 256 GB groß und kann durch Huaweis eigene NM-Speicherkarten erweitert werden. Der Akku hat eine Kapazität von 4200 Milliamperestunden.

Herausragende Kamera

Das P40 Pro hat eine mächtige Dreifach-Kamera plus 3D-Tiefensensor auf der Rückseite, die deutlich hervorsteht. Bei dem, was Huawei reingepackt hat, ist der Platzbedarf aber nicht verwunderlich. Die Hauptkamera löst mit 50 Megapixeln (MP) auf und hat einen 1/1,28 Zoll großen Sensor. Weil standardmäßig vier Pixel zu einem großen Pixel vereint werden, beträgt die übliche Auflösung 12,5 MP. Dazu kommt eine Periskop-Tele-Kamera mit 12 Megapixeln, die optisch bis zu fünffach vergrößern kann. Darüber hinaus hilft die Elektronik.

Die dritte Kamera im Bunde löst mit bis zu 40 Megapixeln auf und hat ein Ultraweitwinkelobjektiv. Sie ist speziell für Videos gedacht und unterstützt mit einem 1/1,54-Zoll-Sensor das Vollformat-Seitenverhältnis 3:2. Bei dieser Kamera können bis zu 16 Pixel zusammengefasst werden, wodurch sie extrem lichtstark ist. Alle drei Rück-Kameras sind optisch stabilisiert. Der erste Eindruck der Aufnahmen: sehr stark.

Es geht auch ohne Google

Das Betriebssystem ist Android 10, aber eben ohne Google-Apps. Nachdem ntv.de das Gerät schon kurz vor der Premiere ausprobieren konnte, lässt sich so viel sagen: Wer ohnehin lieber auf Google verzichtet, kommt mit dem Gerät wunderbar klar. Whatsapp funktioniert und man findet in Huaweis AppGallery oder alternativen App-Stores wie APKPure meistens Ersatz. Auf dem Testgerät lässt sich auch Google Maps nutzen, solange man nicht versucht, sich anzumelden. Wenn man jedoch eifriger Nutzer von Google-Diensten ist und erwartet, das irgendwie hinzubekommen, wird man enttäuscht.

Der Vorverkauf des P40 Pro startet ab sofort, verfügbar wird das Gerät ab 2. Mai sein. Bei einem Preis von 1000 Euro versucht Huawei Vorbestellungen mit den FreeBuds 3 und der Watch GT2e schmackhaft zu machen, die ohne Aufpreis mitgeliefert werden. Wahlweise gibt's das Paket auch mit dem etwas einfacher ausgestatteten P40, das 800 Euro kostet.

Quelle: ntv.de