Technik

Schnäppchen-Smartphone im Check Ist das Nokia 3 günstig oder nur billig?

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Das Nokia 3 ist das günstigste Android-Handy der Finnen.

(Foto: jwa)

Das Nokia 3 ist ziemlich günstig: Nur 160 Euro verlangen die Finnen für ihr neues Schnäppchen-Handy. Bekommt man da noch vernünftige Technik oder ist das Nokia 3 Ramschware? n-tv.de hat's ausprobiert.

Brauchbare Smartphones werden immer günstiger, in der Mittelklasse finden sich zahlreiche Geräte für 200 bis 300 Euro, die alle Alltagsanforderungen zufriedenstellend erfüllen. Doch wo ist die Grenze? Wann ist ein Handy nicht mehr günstig, sondern nur noch billig? Nokia beantwortet diese Frage mit seinem Android-Trio. Die Smartphones Nokia 6, 5 und 3 sind allesamt günstig, das 3 kostet am wenigsten. 160 Euro - das ist fast konkurrenzlos billig. Aber taugt es auch was?

Ansprechendes Äußeres

Technische Daten

  • System: Android 7.0
  • Display: 5 Zoll, LCD, HD (1280x720p)
  • Prozessor: MTK 6737, 1,3 GHz
  • Arbeitsspeicher: 2 GB
  • Interner Speicher: 16 GB
  • Kamera: 8 MP, f/2.0
  • Frontkamera: 8 MP, f/2.0
  • LTE Cat. 4, WLAN, Bluetooth, NFC
  • Maße: 143,4 x 71,4 x 8,5 mm
  • Gewicht: k.A.

Beim Auspacken macht das Nokia 3 erst einmal eine gute Figur, der matte Metallrahmen fühlt sich gut an, das Kunststoffgehäuse ebenfalls, die Displayränder sind relativ schmal. Am Rande bemerkt: Das Nokia 3 erinnert ein wenig an ein älteres Sony-Handy, zum Beispiel das drei Jahre alte Z3 Compact. Man will es in die Hand nehmen und über die Rückseite streichen - ein gutes Zeichen für solch ein günstiges Gerät. Andererseits: Andere Hersteller wie Honor oder Motorola bieten in dieser Preisklasse schon ein Metallgehäuse.

Im eingeschalteten Zustand zeigt sich, wo gespart wurde: Das HD-Display ist ausreichend, aber nicht besonders hell. Es erinnert von der Anmutung ein bisschen an Smartphones von vor ein paar Jahren, wo der Bildschirm nicht unmittelbar unterm Glas saß. Die Benutzeroberfläche reagiert weitgehend ruckelfrei, aber etwas behäbig und nicht wirklich zackig. Geht das nicht besser? Geräte wie das Moto G5 zeigen, dass für nur etwas mehr Geld eine bessere Performance drin ist - das Smartphone kostet aktuell sogar weniger als das Nokia 3.

System schlank, aber nicht ganz aktuell

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Das Display des Nokia 3 ist für seine Preisklasse in Ordnung.

(Foto: jwa)

Der interne Speicher fasst 16 Gigabyte, das ist genug für eine Grundausstattung mit den wichtigsten Apps. Wer aber zum Beispiel viele Fotos und Videos macht und zudem noch Musik auf dem Handy speichert, kommt schnell an die Speichergrenzen. Immerhin, per microSD-Karte lässt sich der Speicher erweitern. Pluspunkt: Wie beim Nokia 5 hat das Nokia 3 einen Extra-Schlitten für 2 SIM-Karten, man muss also nicht zwischen zweiter SIM oder SD-Karte wählen.

Das System ist vorbildlich entschlackt, Nokia setzt auf pures Android. Das ist gut, denn so belegen keine überflüssigen Apps zusätzlichen Speicher. Eigentlich sorgt das zudem dafür, dass Updates und Sicherheitspatches schnell beim Gerät ankommen - das war vor Nokias Neustart eines der zentralen Versprechen. Beim Nokia 3 wird das aber nicht ganz eingelöst, denn installiert ist das nicht mehr ganz aktuelle Android 7.0, die Sicherheitspatch-Ebene ist noch vom 5. April 2017. Trotzdem: Viele Top-Smartphones haben noch nicht einmal das.

Kamera für Selfie-Freunde

Die Kamera macht im Tageslicht ansprechende Fotos, der HDR-Modus funktioniert gut, braucht aber ein bis zwei Sekunden für die Rechenarbeit. Im normalen Modus werden Fotos fast ohne Verzögerung gespeichert. Der Dynamikumfang der Fotos ist ohne HDR nicht besonders groß, das gilt auch für die Frontkamera, die wie die Hauptkamera Fotos mit 8 Megapixeln schießt. Große Erwartungen sollte man an die Kamera nicht haben, aber als Alltagsbegleiter für gelegentliche Schnappschüsse taugt sie allemal. Gut für Selfie-Freunde: Die Frontkamera hat einen Touch-Autofokus und liegt im Sichttest mit der Hauptkamera qualitativ gleichauf.  

Der Akku hat mit 2630 Milliamperestunden ausreichend Kapazität, um das Smartphone länger als einen Tag am Leben zu halten, je nachdem, wie viel man es nutzt. Anderthalb Tage Laufzeit können bei moderater Nutzung drin sein. Das ist eine gute Leistung, zum Aufladen muss man aber Zeit einplanen, denn eine Schnellladefunktion hat das Nokia 3 nicht.

Im Großen und Ganzen wird das billigste Nokia-Smartphone den Ansprüchen an ein günstiges Gerät gerecht. Es macht einen robusten Eindruck und sieht ansprechend aus. Trotzdem gibt es kaum einen Grund, das Nokia 3 zu kaufen, denn für einen geringen Aufpreis bekommt man mit dem Nokia 5 ein deutlich besseres Gerät, und Konkurrenten wie das Moto G5 haben zu einem ähnlichen Preis mehr drauf.

Quelle: n-tv.de