Technik

Surface-Laptop 470 Euro teurerJetzt gehen Gerätepreise richtig durch die Decke

15.04.2026, 18:35 Uhr Icke-im-WaldVon Klaus Wedekind
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Neue-Surface-Notebooks
Microsoft hat die Preise für Surface-Geräte allein im April bis zu 170 Euro erhöht. (Foto: Microsoft)

Microsoft erhöht die Preise seiner Surface-Geräte im Vergleich zum Marktstart um bis zu 470 Euro, auch Samsung verkauft seine Smartphones und Tablets deutlich teurer, weitere Hersteller wie Apple könnten bald folgen. Und das dürfte erst der Anfang sein, denn die Iran-Krise ist noch gar nicht eingepreist.

Im vergangenen Dezember schrieb ntv.de, die Preise für Smartphones und PCs könnten wegen einer historischen Speicherknappheit in den kommenden Monaten explodieren. Nach einer scheinbaren Marktberuhigung hat sich der Trend zu Beginn des Jahres sogar weiter verstärkt. Laut dem Marktforscher "Counterpoint" haben sich die Speicherpreise im ersten Quartal 2026 verdoppelt.

Jetzt scheint der Zeitpunkt erreicht zu sein, an dem Hersteller keine günstig eingekauften Module mehr auf Lager haben und die Verteuerung an die Kunden weitergeben müssen. Ein Zeichen dafür ist, dass Microsoft die Preise für seine Surface-Geräte erneut drastisch erhöht hat.

Microsoft erhöht Surface-Preise drastisch

Es wirkte zunächst wie ein Irrtum, eine verrutschte Kommastelle, als "Windows Central" berichtete, Microsoft habe in den USA die Preise für Surface-Geräte um bis zu 500 Dollar erhöht. Doch ein Blick in den Online-Store des Konzerns ließ alle Zweifel verpuffen, und "Computerbase" hat festgestellt, dass auch die deutschen Surface-Preise nach oben gesprungen sind.

So kostet jetzt beispielsweise das Surface Laptop mit 15-Zoll-Display knapp 1770 Euro. Zum Marktstart 2024 war es noch 470 Euro günstiger. Allerdings hat Microsoft die Preise bereits im vergangenen Jahr in einem ersten Schritt erhöht. Ähnliches gilt beim Surface Laptop 13,8 Zoll, das jetzt statt rund 1200 stolze 1770 Euro kostet.

Wie krass die aktuelle Erhöhung ist, sieht man bei Microsofts einfachstem Tablet, dem 12-Zoll-Surface-Pro. Es kam 2025 für etwa 980 Euro auf den Markt und ist jetzt 170 Euro teurer. Der Preis der 13-Zoll-Variante stieg sogar um 200 Euro auf knapp 1400 Euro. Man müsse die Preise "aufgrund der jüngsten Kostensteigerungen bei Speicher und Komponenten" anpassen, teilte das Unternehmen "Windows Central" mit.

Samsung verteuert Galaxy-Geräte

Auch wenn Samsung bisher keine Erklärung geliefert hat, ist dies sehr wahrscheinlich auch der Grund für seine jüngste Preiserhöhung in den USA. Denn bereits im Januar hatte Marketing-Chef Wonjin Lee bei der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas mitgeteilt, dass man wegen der gestiegenen Speicherpreise wohl im Laufe des Jahres einige Geräte verteuern müsse.

Wie "Phone Arena" berichtet, wurden die Preise für das Galaxy Z Flip 7 und das Galaxy Z Fold 7 um jeweils 80 Dollar erhöht. Das Gleiche gilt für das Galaxy S25 Edge, das Galaxy S25 FE ist jetzt 40 Euro teurer. Samsung hat außerdem die Preise für etliche Tablets angehoben. Das Galaxy Tab S11 mit 128 GB kostet jetzt beispielsweise rund 900 statt 800 Euro. Ob und wann Samsung die Preise in Europa erhöhen wird, ist noch offen.

PS5 100 Euro teurer, Apple unter Druck

Am 2. April ist auch die Playstation 5 erneut teurer geworden, und zwar um enorme 100 Euro. So kostet die PS5 Pro jetzt knapp 900 statt 800 Euro. Den Preis für die Digital Edition der Spielkonsole hatte Sony bereits im vergangenen Jahr um 50 Euro auf rund 500 Euro angehoben, jetzt muss man dafür knapp 600 Euro hinblättern.

Andere Hersteller dürften folgen, selbst Apple wird früher oder später den exorbitant gestiegenen Komponentenpreisen Rechnung tragen müssen. "Apple Insider" schreibt, bisher habe es der Konzern zwar durch längerfristige Vereinbarungen mit Zulieferern vermeiden können, mehr als kleinere Preiserhöhungen vorzunehmen. Doch der Druck sei so hoch, dass Apple irgendwann nachgeben müsse.

Iran-Krise noch gar nicht eingepreist

Und es könnte für Kundinnen und Kunden noch dicker kommen, denn die Auswirkungen der aktuellen Iran-Krise sind noch gar nicht eingepreist. Zum einen wird durch die hohen Energiepreise alles teurer. "J2 Sourcing" weist außerdem darauf hin, dass aus der Region eine große Menge des weltweiten Aluminiumbedarfs gedeckt wird. Das Metall wird unter anderem für Servergehäuse, Wärmetauscher und Motorgehäuse benötigt. Ähnlich sieht es bei Brom aus, das für die Leiterplattenherstellung verwendet wird.

Noch weit kritischer könnte sich auswirken, dass durch die Blockade der Straße von Hormus weltweit Helium knapp wird. Denn das Edelgas ist für die Chip-Produktion unentbehrlich. Unter anderem wird Helium in der Halbleiterfertigung für die Kühlung und die Lasersysteme (Lithografie) eingesetzt. Laut IDTechEx entfallen derzeit rund 24 Prozent des weltweiten Heliumverbrauchs auf die Halbleiterindustrie.

Südkorea und Taiwan besonders betroffen

Rund ein Drittel des weltweiten Bedarfs wird laut Reuters von Katar gedeckt, nur die USA übertreffen das Arabische Emirat. Das liegt daran, dass Helium ein Nebenprodukt der Verarbeitung von Erdgas aus den Quellen des Landes ist, speziell bei der Herstellung von Flüssiggas (LNG). Katar stellte die Produktion bereits ein, als iranische Drohnen den Industriekomplex Ras Laffan angriffen. Dabei handelt es sich um die weltweit größte Anlage zur Verflüssigung von Erdgas.

Besonders betroffen von der Helium-Verknappung sind Taiwan und Südkorea, da dort von TSMC und Samsung Electronics rund 90 Prozent der modernen Chips produziert werden. Laut "Forbes" deckt Südkorea etwa 65 Prozent seines Bedarfs durch Importe aus Katar ab. Für Taiwan gibt es keine genauen Zahlen, Barclays-Analysten schätzen aber, dass es sogar zu 70 Prozent von dem Arabischen Emirat versorgt wird.

Quelle: ntv.de