Technik

Edge Chromium besser als Chrome? Microsoft tauscht Windows-10-Browser aus

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Das ist das neue Logo des Chromium-basierten Edge-Browsers.

(Foto: Microsoft)

Windows 10 erhält kommende Woche ein Update, das den Edge-Browser durch eine neue Chromium-basierte Version ersetzt. Damit erhält er den gleichen Kern wie Google Chrome. Ob Edge jetzt vielleicht sogar der bessere Browser ist, können Nutzer schon jetzt ausprobieren.

Microsoft Edge ist tot, es lebe Edge Chromium! Lange Zeit war der Internet Explorer mit Abstand der am häufigsten genutzte Browser der Welt. Doch dann kam Google Chrome und mit Microsofts Software ging es bergab. Zu schwerfällig, zu unflexibel, zu unsicher - die Konkurrenz war um Längen besser. 2015 versuchte Microsoft dann, mit dem neu entwickelten Edge-Browser wieder zurück in die Erfolgsspur zu finden. Doch es blieb beim Versuch, im vergangenen Dezember erreichte Edge laut Statcounter lediglich einen weltweiten Marktanteil von rund 2 Prozent. Einsame Spitze ist Chrome mit fast 64 Prozent, gefolgt von Apples Safari (17,7 Prozent) und Mozilla Firefox (4,4 Prozent).

Ein großes Problem von Edge war die Einführung unter Windows 10 als unfertige Version. Da hat Microsoft zwar im Laufe der Zeit aufgeholt und der Browser kann sich jetzt wirklich sehen lassen. Aber obwohl es Edge inzwischen auch für Android und iOS gibt, blieb das Problem der ungenügenden Kompatibilität bei der Darstellung von Webseiten.

Schließlich zog Microsoft die Reißleine und beschloss, die eigene Engine über Bord zu werfen und Edge auf Googles Open-Source-Code Chromium aufzubauen, auf dem auch Chrome basiert. Daher kann der neue Browser unter anderem auch Erweiterungen aus dem Chrome Web Store installieren. Kommende Woche wird ein Update die alte Edge-Version in Windows-10 automatisch durch die neue Chromium-Variante ersetzen. Nutzer, die nicht warten möchten, können ihn ab sofort herunterladen. Das gilt nicht nur für Windows, auch Versionen für macOS, Android und iOS stehen zur Verfügung.

Der umgemodelte Edge-Browser ist nicht nur an seinem neuen Logo zu erkennen, sondern bringt neben einer größeren Leistungsfähigkeit auch ein paar neue Funktionen. Microsoft nennt folgende "Highlights" bei Personalisierbarkeit, Privatsphäre und Effizienz:

Erweiterter Datenschutz

Anwender erhalten mehr Kontrolle und Möglichkeiten bei der Konfiguration ihrer Privatsphäre. Sie können im Rahmen der Einstellungen zwischen drei verschiedenen Stufen wählen: basic, balanciert oder strikt. Je nachdem, welche Stufe ausgewählt ist, wird die Nachverfolgbarkeit reguliert. Standardmäßig ist das Anti-Tracking auf "balanciert" eingestellt.

Persönlicher surfen

Nutzer können Layout, Design und Inhalte der Tab-Seite individuell anpassen. Über den Microsoft Edge Addons Store sowie über Chromium-basierte Webshops, wie beispielsweise den Chrome Web Store, lassen sich favorisierte Erweiterungen installieren.

Vereinfachte Suche

Über die Integration von Microsoft Search in Bing sollen Anwender weniger Zeit bei der Suche aufwenden müssen, da die Suchfunktion Mitarbeiter, Dokumente, Standorte und Gesprächsverläufe intelligent verbinden kann. Auf diese Weise können Unternehmenskunden mit Microsoft 365 auch firmenrelevante Informationen über die Adressleiste einfach suchen und schneller finden.

Kompatibilität

Über den neuen Internet Explorer Modus erhält Microsoft Edge die Kompatibilität des Internet Explorer 11. Gängige Anwendungen des älteren Browsers laufen so auch reibungslos auf der neuen Version von Microsoft Edge.

Ob der neue Edge erfolgreich sein wird, hängt vor allem davon ab, ob Microsoft die Nutzer davon überzeugen kann, dass seine Chromium-Umsetzung besser als die von Google ist. Obwohl der erste Eindruck sehr gut ist, wird das sehr schwer werden. Nutzer sind Gewohnheitstiere. Und warum sollten sie einen Browser aufgeben, an den sie sich gewöhnt haben und der wunderbar funktioniert? Microsoft muss sich anstrengen - und das ist gut so.

Quelle: ntv.de, kwe