Technik

In fast allen Bereichen top OnePlus 9 Pro ist ein neuer Smartphone-Star

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Das OnePlus 9 Pro gibt's in Grau mit Verlauf von matt zu glänzend und in mattem Grün oder Schwarz.

(Foto: kwe)

Mit dem OnePlus 9 Pro betritt ein neuer Smartphone-Star die Bühne. Er bietet vom Display bis zu den Kameras allerfeinste Technik und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis passt. Wenn man auf das Pro verzichten kann, bekommt man für 200 Euro weniger ein fast ebenso gutes Gerät.

Schon seit 2014 mischt OnePlus in Deutschland im Smartphone-Business mit und gehört damit schon zu den etablierten Marken. Das OnePlus One ging damals als "Flaggschiff-Killer" an den Start, der mit starker Technik zum kleinen Preis Samsung & Co. das Fürchten lehren wollte. Aus dem kleinen Preis wurde im Laufe der Jahre eher ein fairer Preis, zumindest was die Top-Modelle betrifft. Harte Konkurrenz für die großen Hersteller sind die chinesischen Smartphones aber immer noch. Das trifft auch auf das OnePlus 9 Pro zu, das ab 900 Euro zu haben ist.

Optisch ist das Gerät keine Offenbarung, OnePlus entwickelt seine Smartphones gewöhnlich kontinuierlich weiter, statt große Sprünge zu wagen. Aber das Design ist gelungen. Eine kleine Verbesserung zum Vorgänger ist das seitlich etwas geringer gebogene Display, was zu weniger Fehleingaben und verzerrten Inhalten führt. Stärker ins Gewicht fällt die zwar immer noch sehr auffällige, aber trotzdem gekonnt in die gläserne Rückseite integrierte Kameraeinheit.

Praktisch: Nach wie vor befindet sich im Rahmen eine Extra-Taste um das Gerät lautlos oder auf Vibration zu stellen. Gut: Das OnePlus 9 Pro ist nach IP68 vor Staub und Wasser geschützt. Nicht so gut: Man findet weder eine Klinkenbuchse noch einen Einschub für eine Speicherkarte.

Ausgezeichnetes Display

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Das OnePlus 9 Pro (links) neben dem etwas kleineren Standardmodell mit flachem Display.

(Foto: kwe)

Das 6,7 Zoll mächtige AMOLED-Display ist klasse. Die Darstellung ist hervorragend, die Schärfe mit einer Pixeldichte von 526 ppi extrem hoch und der Bildschirm kann sehr hell leuchten. Außerdem bietet das Display eine Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz), was unter anderem ein wunderbar flüssiges Scrollen ermöglicht. Um Strom zu sparen, kann es die Frequenz von 1 bis 120 Hz stufenlos an den Bedarf anpassen. Der ins Display integrierte Fingerabdrucksensor ist auf zack, sitzt aber etwas zu tief, um bequem vom Daumen erreicht zu werden.

Wie bei OnePlus üblich, ist das Innenleben bärenstark. Angetrieben wird das Gerät von Qualcomms Top-Chip Snapdragon 888, der auf 8 oder 12 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der schnelle Flash-Speicher (UFS 3.1) ist 128 oder 256 GB groß.

Mit einer Kapazität von 4500 Milliamperestunden (mAh) bringt der Akku das OnePlus 9 Pro locker über den Tag, die Laufzeit ist aber trotz des stromsparenden Displays nicht überdurchschnittlich gut. Dafür ist ein leeres OnePlus 9 Pro mit dem mitgelieferten Schnelllade-Netzteil in rund einer halben Stunde wieder aufgetankt.

In jeder Hinsicht schnell

Ausgeliefert wird das Gerät mit Android 11. OnePlus lässt Googles Betriebssystem weitgehend unverändert, was den schnörkellos auf Leistung getrimmten Eindruck noch verstärkt. Superschnelle Updates bedeutet das aber nicht unbedingt, der Sicherheitspatch auf dem Testgerät stammt noch vom 1. Februar.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Die 5G-Verbindung ist sehr gut, im Berliner Zentrum erreichte das OnePlus 9 Pro in der Breitbandmessung-App der Deutschen Netzagentur beeindruckende 998 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), auch beim Upload wurden mit 74 Mbit/s die Erwartungen deutlich übertroffen. Wifi 6 und Bluetooth 5.2 sind bei einem aktuellen Top-Gerät Standard.

Sehr gute Haupt-, klasse Superweitwinkel-Kamera

Bei den Kameras lieferten OnePlus-Smartphones in der Vergangenheit immer gute, aber keine hervorragenden Ergebnisse ab. Das ändert sich mit dem OnePlus 9 Pro. Inwiefern dabei die Kooperation mit Hasselblad eine Rolle spielt, bleibt dahingestellt. Der Hersteller sagt, die noble Kamera-Schmiede habe bei der Farbkalibrierung geholfen.

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... Superweitwinkel, ...

(Foto: kwe)

Die optisch stabilisierte 48-Megapixel-Hauptkamera liefert jedenfalls Bilder mit sehr natürlichen Farben. Außerdem bieten die Aufnahmen viele Details und schöne Kontraste. Die Knipse ist sehr schnell und fabriziert durch eine spezielle HDR-Technik auch bei komplizierten Lichtmischungen äußerst flott ausgezeichnete Ergebnisse. Das gilt auch für Videos, bei denen sie Lichtwechsel nahezu verzögerungsfrei bewältigt. Die Nachtaufnahmen der Hauptkamera überzeugen durch eine zurückhaltende Aufhellung und eine recht natürliche Stimmung.

Nach Rückfrage bei Nutzern hat sich OnePlus auch bei der Superweitwinkel-Kamera ins Zeug gelegt. Mit 50 Megapixeln hält sie bei der Bildqualität mit der Hauptkamera mit und zeichnet sich durch scharfe Aufnahmen auch in den Randbereichen aus. Außerdem gleicht sie Verzerrungen an den Rändern optisch aus und verlässt sich weniger auf eine Software-Korrektur. Außergewöhnlich ist, dass die Superweitwinkel-Kamera auch nachts top ist.

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... Tele-Kamera.

(Foto: kwe)

Bei der Tele-Kamera hat sich OnePlus mit einer dreifachen optischen Vergrößerung begnügt. Das ist wahrscheinlich für die meisten Nutzer ausreichend, und bei Tageslicht sind die Fotos der Kamera auch ziemlich gut. Bei wenig Licht schwächelt sie allerdings rasch. Die vierte Kamera liefert mit 2 Megapixeln lediglich Tiefen-Informationen für das künstliche Bokeh bei Porträtaufnahmen.

Standardmodell viel günstiger, aber kaum schwächer

Unterm Strich hat sich das OnePlus 9 Pro im Test als eines der besten aktuellen Smartphones herausgestellt, das sich auch vor dem Samsung Galaxy 21+ nicht verstecken muss. An das Ultra-Modell des Konkurrenten kommt es nicht ganz ran, aber das Galaxy-Monster kostet auch mehr als 1200 Euro.

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Nutzer, die auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten, können sich beim OnePlus 9 das Pro und damit 200 Euro sparen. Das Standardmodell hat das gleiche starke Innenleben und sein 6,55 Zoll großer 120-Hz-Bildschirm ist flach. Zwar kann es die Frequenz nicht stufenlos regeln, aber das macht bei der Laufzeit kaum etwas aus. Ebenso sieht man die etwas geringere Pixeldichte (402 ppi) nicht.

Das einfache OnePlus 9 hat die gleiche, starke Superweitwinkel-Kamera. Die Haupt-Knipse ist auf dem Papier zwar nicht ganz so leistungsstark, tatsächlich fällt es aber schwer einen Unterschied zu erkennen. Dass keine Tele-Kamera an Bord ist, kann man ebenso verschmerzen wie den fehlenden Wasserschutz.

Quelle: ntv.de

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