Technik

Vernünftig oder nerdig? Samsung Galaxy S21 muss kein Ultra sein

Samsung Galaxy Galaxy S21 Test.jpg

Galaxy S21 und S21+ haben die gleichen Kameras, das Ultra macht auch hier seinem Namen alle Ehre.

(Foto: kwe)

Das Samsung Galaxy S21 ist ein ausgezeichnetes Smartphone zu einem vernünftigen Preis, das alles bietet, was sich ein Nutzer wünschen kann. Die Ultra-Version ist zwar ein technischer Leckerbissen, aber für Normalos wohl ein bisschen zu viel des Guten.

Noch nie waren Apple und Samsung so nahe beieinander, was die Veröffentlichung ihrer Smartphone-Flaggschiffe betrifft. Die neuen iPhones kamen wegen Corona etwas später, die neue Galaxy-S-Klasse geht dagegen außergewöhnlich früh an den Start. Wie im Vorjahr treten die Südkoreaner mit einem Standard-Modell in zwei Größen und einem Ultra-Modell für Technik-Fans an.

Von vorne sieht das Galaxy S21 genauso wie der Vorgänger aus. Das 6,2 Zoll große AMOLED-Display hat sehr schmale Ränder und die Frontkamera knipst durch ein kleines Loch. Die Qualität des Panels ist ausgezeichnet. Es stellt Farben sehr akkurat dar und glänzt mit tollen Kontrasten und einer hohen Leuchtkraft. Die Auflösung hat Samsung auf Full-HD+ heruntergeschraubt, was aber bei dieser Bildschirmgröße absolut in Ordnung ist.

Samsung Galaxy Galaxy S21 Test-2.jpg

Mit bloßem Auge ist nur die unterschiedliche Größe zu sehen.

(Foto: kwe)

Mit einer Pixeldichte von 421 ppi ist es immer noch knackig scharf und man würde den Unterschied zu einer höheren Auflösung nur beim Stromverbrauch merken. Das gilt auch noch für das Galaxy S21+, dessen Display 6,7 Zoll misst und auf 394 ppi kommt. Wichtiger ist, dass die Panels eine hohe Bildwiederholrate von 120 Hertz (Hz) unterstützen. Diesen Unterschied kann man nämlich mit bloßem Auge leicht sehen, unter anderem weil die Schrift beim Scrollen durch Texte nicht zittert wie bei den üblichen 60 Hz. Angenehm ist, dass die Bildschirme an den Rändern nicht gebogen, sondern flach sind.

Zackiger Fingerabdrucksensor, schickes Design

Ins Display integriert ist erneut ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Er ist etwas größer als bisher und reagiert enorm zackig. Man muss ihn nur ganz kurz leicht antippen und schon ist das Gerät entsperrt.

Samsung Galaxy Galaxy S21 Test-3.jpg

Wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass das Display des Ultra (links) an den Seiten leicht gebogen ist.

(Foto: kwe)

Auf der Rückseite hat Samsung seine Design-Abteilung zaubern lassen. Durch den einfachen Trick, sie in der linken Ecke direkt in den Metallrahmen übergehen zu lassen, wirkt die Triple-Kamera nicht so klobig wie beim Vorgänger. Im Gegenteil: Das sieht sogar richtig schick aus.

Was man nicht sehen kann, ist, dass die matte Rückseite aus Kunststoff ist. Das ist aber eher ein Vor- als ein Nachteil. Man fühlt den Unterschied zu Glas nicht und Polycarbonat ist nahezu unkaputtbar. Wasserdicht (IP68) ist das Gerät auch. Das größere S21+ und das Ultra haben gläserne Rücken, was aber weiter kein Vorteil ist. Hauptsache sie sind ebenfalls matt. Das macht sie griffiger und sie verschmieren so gut wie gar nicht.

Exynos 2100 enttäuscht nicht

Das Innenleben des Galaxy S21 ist stark. Zwar gab es im Vorfeld Unkenrufe, der in Europa eingesetzte Samsung-Chip Exynos 2100 sei möglicherweise nicht so stark wie der in anderen Ländern verwendete Qualcomm Snapdragon 875. Aber diese Befürchtungen sind unbegründet, der Prozessor ist ebenbürtig und bildet mit 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher ein echtes Kraftpaket. Für Benchmark-Freunde: In Geekbench 5 kommt das S21 im Single-Core-Test auf 1063 Punkte, mit allen acht Kernen auf 3222 Punkte. Der 5G-Empfang des integrierten Modems ist gut.

Samsung Galaxy Galaxy S21 Test-4.jpg

Das Ultra lässt sich wie ein Galaxy Note mit einem S Pen bedienen.

(Foto: kwe)

Der Flash-Speicher ist wahlweise 128 oder 256 GB groß. Das ist grundsätzlich ausreichend, allerdings gibt es keinen Einschub für microSD-Karten. Ausreichend ist auch der Akku, der 4000 Milliamperestunden (mAh) fasst. Das Galaxy S21 hat sich im Test zwar nicht als Marathonläufer herausgestellt, aber zur Bettruhe war die Batterie auch an anstrengenden Tagen meistens noch mindestens zu 25 Prozent gefüllt. Trotz eines größeren Displays hielt das S21+ gefühlt noch länger durch, immerhin hat sein Akku auch eine Kapazität von 4800 mAh.

Kein Netzteil, sehr gute Triple-Kamera

Das Gerät lässt sich schnell per Kabel oder induktiv aufladen. Man hat die freie Wahl, denn Samsung liefert kein Netzteil mehr mit. Dafür gibt's aber keinen Minuspunkt, denn wer braucht wirklich noch ein weiteres Ladegerät?

Tele Standard.jpg

Der Unterschied zwischen der Tele-Kamera des S21 ...

(Foto: kwe)

Die Triple-Kamera auf der Rückseite ist sehr gut, soweit man das im grauen Winterwetter beurteilen kann. Sie besteht aus einer Weitwinkel-Kamera mit 12 Megapixeln (MP) Auflösung und Blende f/1.8, einer 12-MP-Ultraweitwinkel-Kamera (f/2.2) und einer 64-MP-Tele-Kamera (f/2.0) mit dreifacher optischer Vergrößerung.

Alle drei Kameras knipsen und filmen bei Tageslicht nahezu gleich gut, liefern natürliche Farben, knackige Kontraste und viele Details. Im Dämmerlicht schwächeln Ultraweit- und Tele-Kamera etwas, aber das ist bei kleineren Blenden auch zu erwarten. Die Hauptkamera bleibt dagegen bis in die Nacht souverän, auch wenn Feinheiten dann nicht mehr zu erwarten sind.

Ultra knipst noch viel besser

Tele Ultra.jpg

... und der zehnfachen Vergrößerung des Ultra ist gewaltig.

(Foto: kwe)

So gut die Triple-Kamera ist, außergewöhnlich ist sie in der Oberklasse nicht. Wer herausstechen möchte, legt sich das Galaxy S21 Ultra zu. Es hat nicht nur ein 6,8 Zoll großes Display, das auf superscharfe 515 ppi kommt, 12 GB Arbeitsspeicher, bis zu 512 GB Flash-Speicher und eine 5000-mAh-Batterie. Seine Kameraausstattung ist auch deutlich besser als bei den beiden anderen Modellen.

Die Hauptkamera (f/1.8) löst mit 108 MP auf und das Ultra hat zwei Tele-Kameras mit je 10 MP. Eine bietet eine dreifache optische Vergrößerung bei Blende f/2.4, die andere eine zehnfache Vergrößerung bei Blende f/4.9. Die Hauptkamera ist sehr lichtempfindlich, was unter anderem in tollen Nachtaufnahmen resultiert. Außerdem gehen die Aufnahmen bei Tageslicht noch mehr ins Detail als bei den normalen S21-Knipsen.

Besonders viel Spaß macht aber der 10-fach-Zoom, wenn ausreichend Licht zur Verfügung steht. Er liefert nämlich ausgezeichnete Aufnahmen, die sich auch auf großen Notebook-Displays sehen lassen können. Dazu bietet die Foto-App eine Hilfestellung, um ein Motiv in der Ferne im Fokus zu halten.

Apropos Fokus: Der zusätzliche Laserfokus macht tatsächlich einen Unterschied, das Ultra ist spürbar schneller schussbereit als das Standard-S21 - vor allem bei schwierigen Lichtverhältnissen.

Galaxy S21 hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Mehr zum Thema

Für die tolle Kamera-Performance muss man aber ein sehr großes, 227 Gramm schweres und teures Smartphone kaufen. Das Galaxy S21 Ultra kostet mit 128 GB großem Speicher knapp 1250 Euro, mit 265 GB 1300 und in der 512-GB-Variante 1430 Euro.

Das attraktivere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet da das Galaxy S21, das außerdem wesentlich kompakter und leichter (169 Gramm) ist. Es kostet mit 128-GB-Speicher knapp 850 Euro, für die 256-GB-Variante sind 50 Euro mehr fällig. Für ein Top-Smartphone dieser Qualität ist das wirklich fair und man weiß ja: In drei Monaten ist das Gerät wahrscheinlich noch deutlich günstiger zu haben - nach der Erfahrungen mit den Vorgängern bis zu 25 Prozent. Das Plus-Modell ist 200 Euro teurer, was sich für ein etwas größeres Display und eine gläserne Rückseite eigentlich nicht lohnt.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.