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Kopieren, bevor es zu spät ist So bewahrt man alte DVD-Erinnerungen

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Alte DVDs archiviert man am besten als Image-Dateien.

(Foto: kwe)

Selbstgebrannte DVDs halten nicht ewig. Wer wertvolle Erinnerungen retten möchte, sollte sie deshalb sicher archivieren. n-tv.de zeigt, wie es unter Windows 10 und macOS Sierra funktioniert.

Wer vor 10, 15 oder noch mehr Jahren Videoaufnahmen auf DVDs brannte, machte sich wohl kaum Gedanken, dass die Silberlinge irgendwann mal kaputtgehen könnten. Tatsächlich sind die Datenträger ab gar nicht so lange haltbar und können schon nach zehn Jahren hinüber sein. Theoretisch bleiben sie bis zu 30 Jahre auslesbar, doch das gilt nur unter Idealbedingungen, die mit der Realität wenig zu tun haben. Deshalb sollte man selbstgebrannte DVDs besser früher als später archivieren, bevor vielleicht wertvolle Erinnerungen für immer verloren gehen. Es ist nicht kompliziert, n-tv.de zeigt, wie es geht.

Laufwerk und Software

Um die DVD einzulesen, benötigt man ein entsprechendes Laufwerk. Bei aktuellen Desktop-Computern ist so etwas normalerweise noch vorhanden, superschlanke moderne Laptops haben allerdings oft kein DVD-Laufwerk mehr. Das ist aber kein größeres Problem, gute externe Geräte findet man im Online-Handel oder Elektromarkt schon für 30 Euro oder sogar weniger.

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CDBurnerXP ist einfaches, aber effektives Gratis-Programm.

(Foto: kwe)

Um eine Kopie der DVD zu erstellen, benötigt man unter Windows 10 zusätzliche Software. Kauft man ein neues Laufwerk, sind entsprechende Programme manchmal im Lieferumfang enthalten. Ansonsten gibt es kostenlose Alternativen zum Download, beispielsweise ImgBurn oder CDBurnerXP. Bei beiden Programmen muss man bei der Installation lediglich aufpassen, dass man bei zusätzlich angebotener Software die Häkchen entfernt. Es kann aber nichts passieren, Schädlinge sind nicht an Bord.

Image besser als neue DVD

Ist das Brenn-Programm installiert, öffnet man es und legt die DVD ins Laufwerk. Ziel ist nicht, eine neue DVD zu brennen, sondern ein sogenanntes ISO-Image zu erzeugen. Es ist zum Archivieren besser geeignet, da es unkomplizierter weiterkopiert werden kann und viele Images auf einer internen oder externen Festplatte Platz finden. Außerdem ist es möglich, ISOs zusätzlich in einem Cloud-Speicher zu sichern. Und schließlich kann man ein Image wie ein physisches Medium abspielen - beispielsweise mit dem kostenlosen VLC-Player - oder bei Bedarf jederzeit eine DVD davon brennen.

Um ein Image der eingelegten Scheibe zu erzeugen, klickt man bei CDBurnerXP auf Medium kopieren oder speichern. Im sich öffnenden Fenster wählt man gegebenenfalls erst das Laufwerk aus und bestimmt die Festplatte als Ziel. Danach wählt man über die drei Punkte hinter Dateiname den Speicherort aus und gibt einen Namen ein. Dann schließt man das Fenster mit Speichern und klickt auf Medium kopieren.

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Auf dem Mac erstellt man DVD-Images mit dem Festplattendienstprogramm.

(Foto: kwe)

Ähnlich einfach funktioniert es mit ImgBurn. Hier wählt man im Startmenü Create image file from disc, wählt im neuen Fenster unter Source das Laufwerk aus, bestimmt dann unter Destination den Ort, wo das ISO-Image gespeichert werden soll und schließt das Fenster mit Speichern. Mit einem Klick auf Read (die Schaltfläche mit zwei DVD-Symbolen und einem blauen Pfeil) startet man schließlich den Kopiervorgang.

Auf dem Mac mit Bordmitteln

Besitzer eines Mac-Rechners haben es noch einfacher. Sie benötigen lediglich ein DVD-Laufwerk, das Image können sie mit dem im Betriebssystem enthaltenen Festplattendienstprogramm erstellen. Man findet es am schnellsten über die Spotlight-Suche (Lupen-Symbol oben rechts in der Menü-Leiste), indem man dort den Begriff eingibt.

Nachdem man die DVD eingelegt hat, steuert man im Festplattendienstprogram in der linken Spalte das Laufwerk an. Im Anschluss klickt man es mit der rechten Maustaste an und wählt Image von ... aus. Im folgenden Fenster gibt man bei Sichern unter eventuell einen neuen Namen ein, klickt bei Format rechts unten auf DVD/CD-Master und schließlich auf Sichern.

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Die Image-Dateien kann man platzsparend unter anderem auf externen SSDs sichern.

(Foto: kwe)

Der Kopiervorgang ist damit beendet. Falls man das Image aber nicht nur am Mac, sondern auch an Windows-Rechnern einsetzen möchte, ist noch ein weiterer Schritt nötig, man muss die Endung .cdr in .iso ändern. Dazu macht man einfach einen rechten Mausklick auf die Datei, wählt Umbenennen aus, ändert die Endung und bestätigt dies im folgenden Fenster.

Mit dem VLC-Player kann man auch auf dem Mac eine ISO-Datei problemlos abspielen. Dazu öffnet man sie entweder aus dem Abspiel-Programm heraus oder klickt das Image mit der rechten Maustaste an, wählt Öffnen mit ... und dann den VLC-Player aus.

Ein Backup genügt nicht

Mit der Sicherung auf der Festplatte des Rechners sollte man sich noch nicht zufriedengeben. Zusätzlich empfiehlt es sich, die wertvollen Erinnerungen auf einen externen Speicher zu kopieren und/oder in einem Cloud-Speicher zu sichern. Künftig muss man dann die Images nur alle paar Jahre auf einen neuen Datenträger kopieren. Wie oft, hängt von der Haltbarkeit eines Mediums ab. Eine gute Idee ist es, immer zwei Backups an unterschiedlichen Orten zu sichern und regelmäßig zu überprüfen - beispielsweise zu Hause und am Arbeitsplatz. Dass beide Kopien gleichzeitig den Geist aufgeben oder zerstört werden, ist sehr unwahrscheinlich.

Quelle: n-tv.de

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