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Eine VPN-Verbindung schützt vor der WLAN-Lücke "Krack", aber man muss den Anbieter sorgfältig auswählen.
Eine VPN-Verbindung schützt vor der WLAN-Lücke "Krack", aber man muss den Anbieter sorgfältig auswählen.(Foto: imago/Ikon Images)
Donnerstag, 19. Oktober 2017

Geschützt durch den VPN-Tunnel: So surft man trotz WLAN-Lücke sicher

Von Klaus Wedekind

Wer trotz der gefährlichen WLAN-Lücke "Krack" sicher surfen möchte, kann einen VPN-Dienst nutzen, der auch in offenen Hotspots vor Hackerangriffen schützt. Man sollte ihnen allerdings nicht blind vertrauen und den Anbieter sorgfältig auswählen.

Durch die von belgischen Forschern offengelegte Schwachstelle "Krack" im WPA2-Protokoll können sich Hacker theoretisch zwischen Smartphone, Tablet, Computer oder einem anderen Endgerät und einem Access Point (zum Beispiel Router) schalten und die Kommunikation trotz Verschlüsselung mitlesen. Updates können die Lücke zwar schließen und viele Hersteller haben bereits Patches angekündigt. Aber bis es so weit ist, riskiert man, bei WLAN-Verbindungen ausspioniert zu werden - und viele Geräte werden vermutlich nie eine entsprechende Aktualisierung erhalten. Man muss deswegen aber nicht die WLAN-Nutzung einstellen, auch mit VPN-Diensten kann man "Krack" wirksam einen Riegel vorschieben.

Perfekt für offene WLANs

Wenn man einen solchen Dienst nutzt, wird der Internetverkehr verschlüsselt über die Server des Anbieters umgeleitet. In diesen "Tunnel" können Hacker über die "Krack"-Lücke nicht eindringen und auf die darin sicher transportierten Datenpakete nicht zugreifen. Deshalb sind VPN-Apps auch grundsätzlich empfehlenswert, wenn man offene WLAN-Zugänge nutzt, beispielsweise in Cafés oder Flughäfen. Die Gefahr, in solchen Szenarien Opfer eines Hackerangriffs zu werden, ist um ein Vielfaches höher, als durch einen "Krack"-Angriff ausspioniert zu werden. Und das bleibt auch so, wenn diese Lücke durch Updates geschlossen wird.

Wenn man einen VPN-Dienst anwendet, wird auch die IP-Adresse des verwendeten Endgeräts (Klient) durch die des VPN-Servers ersetzt. Deshalb setzen viele Nutzer diese Funktion gerne ein, um Ländersperren zu umgehen, beispielsweise um US-Streamingangebote sehen zu können. Viele glauben auch, man könne über VPN-Dienste anonym surfen. Das stimmt so allerdings nicht. Die IP-Adresse ist nicht das einzige Merkmal, über das man einen Nutzer identifizieren kann. Cookies und andere Tracking-Methoden bleiben davon unberührt.

Wer die Wahl hat, ...

Das Problem bei VPN-Diensten ist allerdings, einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden. Nicht weil man unbedingt fürchten müsste, auf dessen Servern könnten Daten abgegriffen werden. Wie der bekannte Sicherheitsexperte Brian Krebs aber bereits im März dieses Jahres schrieb, ist die Auswahl an Anbietern riesig und nicht alle gehen transparent damit um, welche Informationen sie speichern oder eventuell gar an Dritte weitergeben - beispielsweise zu Werbezwecken.

Von kostenlosen Angeboten lässt man besser grundsätzlich die Finger. Man darf davon ausgehen, dass sie entweder sehr langsam sind und für mehr Speed Geld verlangen und/oder mit den Nutzerdaten Geld verdienen.

Die meisten Anbieter fragen bei Vertragsabschluss grundsätzliche Daten der Nutzer ab und speichern die tatsächliche Internetadresse der Nutzer. Diese Informationen geben sie unter Umständen auch Ermittlungsbehörden weiter. Das ist weiter nicht schlimm, so lange man in einem Rechtsstaat lebt und lediglich sicher surfen oder Ländersperren umgehen möchte. Es gibt aber auch VPN-Dienste, bei denen Datenschutz oberste Priorität hat. Muss man Verfolgung befürchten, ist beispielsweise auch ein anonymes Bezahlsystem sehr wichtig.

Hilfe beim VPN-Vergleich

Bei anderen Diensten steht eine einfache und flexible Handhabung, schnelle Datenübertragungen und ein großes Server- (Länder-)-Angebot im Vordergrund. Für nicht so versierte Nutzer ist es vielleicht auch sehr wichtig, einen guten Kundendienst zu haben, wo man schnell kompetente Hilfe bekommen kann. Unterschiede gibt es auch bei den Laufzeiten: Wer sich lange bindet, kann manchmal gute Angebote schon für rund 5 Euro im Monat finden. Je kurzfristiger ein Vertrag ist, umso teurer wird es.

Letztendlich muss jeder Nutzer selbst entscheiden, welches Angebot seinen Bedürfnissen und seinem Können entspricht. Bei der Auswahl kann die englischsprachige Website That One Private Site helfen, wo man unter anderem VPN-Dienste vergleichen oder nach Prioritäten geordnet suchen kann. Hat man eine Auswahl getroffen, sollte man zusätzlich nach Erfahrungen und Tests googeln. So kann man weitgehend ausschließen, dass positive Beurteilungen möglicherweise auf falschen Angaben eines Anbieters basieren.

Quelle: n-tv.de

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