Technik

Robust und unabhängig Sonos Move ist ein WLAN-Speaker to go

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Der Move ist der erste Outdoor-Lautsprecher von Sonos.

(Foto: kwe)

Der Move ist der erste tragbare Sonos-Lautsprecher mit Bluetooth und Akku. n-tv.de hat ausprobiert, wie er sich als ganz normaler WLAN-Speaker und ungebunden in freier Wildbahn macht.

Bisher hat Sonos ausschließlich WLAN-Lautsprecher verkauft, die solo oder im Multiroom-Verbund Wohnungen beschallen. Ins Freie verirren sich die Speaker selten, ohne Akku und Bluetooth sind sie für den stationären Einsatz gemacht. Doch jetzt gibt es den Move, mit dem Sonos einen Schritt in die Unabhängigkeit wagt.

Der Lautsprecher ist ungefähr doppelt so groß wie ein Sonos One, hat eine gepresste Zylinderform und sitzt normalerweise mit seiner gummierten Unterseite fest in seiner mitgelieferten Ladestation. Auf der Oberseite hat er Touch-Kontrollen und Mikrofone, für die Sprachsteuerung via Amazon Alexa oder Google Assistant. Hinten hat der Lautsprecher eine Griffmulde, in der alle Schalter untergebracht sind.

Automatische Klanganpassung

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Sonos Move und One im Größenvergleich.

(Foto: kwe)

Der Move ist ebenso schnell eingerichtet und in ein bestehendes Sonos-System integriert wie seine Kollegen. Bei ihm benötigt man allerdings kein iOS-Gerät, um den Klang via Trueplay an die Umgebung anzupassen. Der Move erledigt das selbstständig. Das tut er nicht nur einmal, sondern jedes Mal, wenn er an einem anderen Ort platziert wird.

Im Test klappte das einwandfrei, aber die Veränderung des Klangs war in größeren Zimmern nicht so deutlich wahrnehmbar wie bei einem Sonos One, bei dem der Raum mit einem iPhone oder iPad ausgemessen wurde. Das ist keine Überraschung und wurde von Sonos bei der Vorstellung so auch angekündigt. Deshalb ist auch nicht geplant, das Auto-Trueplay per Update auf andere Lautsprecher zu bringen.

Schöner Klang

Grundsätzlich hat der Klang des Move n-tv.de aber überzeugen können. Seiner Größe entsprechend ist er zwischen einem One und einem Play:5 anzusiedeln. Wie andere Speaker des US-Herstellers brilliert der neue Lautsprecher vor allem in den Mitten. Sie sind detailreich, klar und ausgeglichen. Er liefert aber auch angenehm klare Höhen und der Mitteltöner ist durchaus in der Lage, kräftige Tiefen zu produzieren. Ein Bass-Monster ist der Move allerdings nicht, wer echten Tiefgang wünscht, kommt um einen Subwoofer nicht herum.

Durch einen nach unten gerichteten Hochtöner strahlt der Lautsprecher in einem breiten Winkel ab, ist aber kein 360-Grad-Lautsprecher wie beispielsweise Apples Homepod. Doch so lange er nicht im Zentrum einer Party steht, macht das nichts aus. Und wenn er wie üblich an einer Wand platziert wird, gibt es ein paar Störungen weniger, die Trueplay ausgleichen muss.

Open-Air-Künstler

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Wenn er bereit ist, eine Bluetooth-Verbindung einzugehen, blinkt die Kontrollleuchte blau.

(Foto: kwe)

Die Abstimmung ist wahrscheinlich auch ein Kompromiss für die Unabhängigkeit des Move. Denn er soll sowohl im Wohnzimmer oder in der Küche als auch auf der Terrasse oder bei einer Gartenparty gut klingen. Wie gut der Move das hinbekommt, ist schon erstaunlich. Beeindruckend ist vor allem, dass er außerhalb von vier Wänden, Volumen, Klarheit und Ausgeglichenheit nicht verliert. Und er muss dafür nicht einmal unangenehm laut aufgedreht werden. An Trueplay kann es nicht liegen, auf einer Wiese gibt es nicht viel anzupassen. Außerdem funktioniert das laut Sonos-Beschreibung wohl auch nur mit einer WLAN-Verbindung.

Die benötigt der Move aber nicht, er kann sich über eine Taste auf der Rückseite in einen völlig selbstständigen Bluetooth-Lautsprecher verwandeln. Mit einem Gewicht von 3 Kilogramm nimmt man ihn zwar nicht auf lange Spaziergänge mit, aber in den nächsten Park kann man ihn schon tragen. Und im Fahrradkorb oder Auto transportiert, kann man den Lautsprecher auch mit an den See nehmen.

Man muss dabei nicht allzu achtsam mit ihm umgehen. Der Sonos Move ist nach IP56 vor Staub und Spritzwasser geschützt, hält Temperaturen zwischen minus 10 und plus 55 Grad aus, braucht in der Sonne keinen Schirm und übersteht kleinere Stürze unbeschadet.

Austauschbarer Akku

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Das gab's bei Sonos auch noch nicht: Über der WLAN/Bluetooth-Taste hat der Move einen Ausschalter.

(Foto: kwe)

Der integrierte Akku hält laut Sonos bis zu zehn Stunden durch, was sich im Test ungefähr bestätigt hat. Notfalls kann man ihn zwischendurch mit einem x-beliebigen Ladegerät über die USB-C-Buchse auf der Rückseite aufladen. Ansonsten zieht der Move Saft, wenn er in seiner Ladestation steht. Wie voll die Batterie ist, kann man an einem Symbol in der App sehen.

Im Batteriemodus geht der Speaker automatisch in einen Standby-Modus, wenn er nicht genutzt wird. Dabei verbraucht er fast keine Energie, im Test sank der Akku-Pegel über Nacht jedenfalls nicht sichtbar. Man kann den Modus auch über den allerersten Sonos-Ausschalter auf der Rückseite aktivieren. Das hätte n-tv.de gerne auch bei den WLAN-Speakern.

Was n-tv.de richtig gut findet: Der Lautsprecher ist kein Wegwerf-Produkt, sondern soll ebenso lange durchhalten wie seine reinen WLAN-Kollegen. Dafür hat ihm Sonos einen wechselbaren Akku eingebaut, der ungefähr nach drei Jahren oder 900 vollständigen Ladungen getauscht werden muss.

Teuer, aber sehr flexibel

Der Move kostet 400 Euro und ist damit deutlich teurer als ein Sonos One, den man für kaum mehr als die Hälfte bekommt. Der Neue klingt ein bisschen besser, aber bei Weitem nicht so viel, dass das alleine den Preisunterschied rechtfertigen könnte.

Der Kauf lohnt sich aber, wenn man im Haushalt einen flexiblen Lautsprecher haben möchte, den man auch einfach mal ins Bad oder zum Picknick mitnehmen oder auf die Terrasse stellen kann.

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Quelle: n-tv.de