Technik

Schützt Nutzer vor sich selbst WPA3 macht WLAN sicherer

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WPA3 schützt auch WLAN-Netze mit schwachen Passwörtern.

(Foto: imago stock&people)

Ein neuer Sicherheitsstandard für WLAN-Verbindungen ist fertig. WPA3 macht öffentliche WLAN-Netze sicherer und schützt auch Verbindungen mit schwachen Passwörtern.

Technische Geräte, die sich über WLAN mit dem Internet verbinden, sind nur so sicher wie die Verschlüsselung, die sie benutzen. Im vergangenen Jahr wurde die Sicherheitslücke "KRACK" in der WPA2-Technologie entdeckt, die Millionen WLAN-Geräte weltweit betraf. Jetzt ist der Nachfolger von WPA2 fertig. Das neue Protokoll für die Verschlüsselung von drahtlosen Netzwerken hört auf den Namen WPA3 und bringt eine Reihe von neuen Funktionen.

WPA3 vereinfacht zum Beispiel die Konfiguration der Sicherheitseinstellungen für Geräte, die keinen eigenen Bildschirm besitzen - Nutzer können sie in ihr Netzwerk einbinden, indem sie etwa mit dem Smartphone einen QR-Code auf der Verpackung scannen. Die Privatsphäre der Nutzer in öffentlichen Netzwerken wird durch eine individualisierte Datenverschlüsselung gestärkt - jede Verbindung eines Geräts zum Router bekommt einen einzigartigen Schlüssel. Außerdem soll WPA3 ermöglichen, WLAN-Netzwerke auch in Bereichen mit erhöhten Sicherheitsanforderungen zu betreiben, zum Beispiel bei Regierungseinrichtungen, beim Militär oder in Unternehmen, die sich vor Industriespionage schützen wollen.

Guter Schutz trotz schwacher Passwörter

Besonders praktisch für viele Nutzer ist eine weitere Eigenschaft von WPA3, die die Nutzer "vor sich selbst schützt" - so formuliert es treffend das Magazin "Wired". Die neue Technologie soll auch dann einen robusten Schutz vor Hackern bieten, wenn Nutzer einfach zu erratende WLAN-Passwörter wählen. Das sogenannte SAE-Verfahren (Simultaneous Authentication of Equals) verbessert die Sicherheit beim Schlüssel-Tausch zwischen zwei Geräten. Es soll verhindern, dass Angreifer sich in die Kommunikation einklinken und ein WLAN-Passwort einfach erraten können, zum Beispiel durch sogenannte Wörterbuch-Attacken oder Brute-Force-Angriffe, bei denen alle möglichen Zeichen-Kombinationen durchprobiert werden.

Neue Geräte mit WPA3-Zertifikat sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Bis WPA3 flächendeckend zum neuen Standard geworden ist, wird es aber noch eine Zeit dauern. Die WiFi Alliance geht davon aus, dass die neue Technologie sich erst 2019 in der Breite durchsetzen wird. Wer vom neuen Standard profitieren möchte, muss auf ein Update seiner Geräte hoffen - oder gleich neue Hardware kaufen. Gut zu wissen: Der neue Standard ist abwärtskompatibel mit WPA2, Geräte mit WPA3-Zertifikat können also mit älterer Hardware zusammenarbeiten. 

Quelle: ntv.de, jwa

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