Technik

Günstig, aber hohe Leistung Xiaomi Poco X3 Pro ist ein Preiskracher

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Das Poco X3 Pro hat ein 120-Hertz-LCD.

(Foto: kwe)

Das Xiaomi Poco X3 Pro kostet nur 250 Euro, bietet aber eine hohe Leistung, große Ausdauer und ein 120-Hertz-Display. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. ntv.de hat ausprobiert, ob das Smartphone in der Praxis hält, was es auf dem Papier verspricht.

Während in der Oberklasse auf sehr teurem Niveau außer Kamera-Upgrades nicht mehr viel passiert, ist in der Smartphone-Mittelklasse noch sehr viel Bewegung: Die Geräte werden immer günstiger, aber gleichzeitig auch immer besser. Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist das Poco X3 Pro des chinesischen Herstellers Xiaomi. Mit einem Preis von 250 Euro ist es eigentlich ein Einsteiger-Smartphone, bietet aber Technik, die auch gehobeneren Ansprüchen genügen soll. Im Test erfüllt es weitgehend alle Erwartungen und erweist sich als Preis-Leistungs-Knüller mit spielerischem Talent.

Ein ganz schöner Klopper

Wenn man das Poco X3 Pro auspackt, fällt zuerst das hohe Gewicht auf. 215 Gramm wiegt es, was eine ganze Menge für ein Smartphone ist. Außerdem ist das Gerät mit 165,3 x 76,8 x 9,4 mächtig groß. Für Nutzer mit kleinen Händen und Taschen könnte das Poco X3 Pro also etwas zu mächtig sein.

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Das Smartphone hat eine Rückseite aus Polycarbonat.

(Foto: kwe)

Das Design ist nicht besonders raffiniert, das Smartphone ist aber sehr gut verarbeitet. Dass es eine Kunststoff-Rückseite hat, ändert daran wenig. Man fühlt es nicht - und Plastik ist stabiler als Glas. Wasserdicht ist das Poco X3 Pro nicht, mit der Schutzklasse IP53 muss man es bei einsetzendem Regen aber auch nicht panisch in Sicherheit bringen. Der Fingerabdrucksensor sitzt rechts im Rahmen im Einschalter. Er arbeitet schnell und zuverlässig.

Das hohe Gewicht hat einen guten Grund. Denn der Akku des Smartphones hat eine Kapazität von sage und schreibe 5160 Milliamperestunden. Damit kommt das Gerät nicht nur locker über den Tag, sondern hat im Normalbetrieb noch einige Reserven, wenn der Besitzer ins Bett geht.

Ausdauernd und stark

Das Poco X3 Pro ist aber nicht nur alltagstauglich. Denn es wird von einem Qualcomm Snapdragon 860 angetrieben, der in Sachen Leistung seinen Stallkollegen in aktuellen Top-Smartphones ziemlich nahekommt. Kein Wunder, schließlich handelt es sich um die Neuauflage des Snapdragon 855+, mit dem ab Herbst 2019 etliche High-End-Smartphones auf den Markt kamen. 5G-fähig ist der Chip nicht, aber wer ein 250-Euro-Smartphone kauft, hat auch nur selten einen entsprechenden Vertrag.

Passend zum starken Prozessor sind Arbeitsspeicher (LPDDR4X) und Flash-Speicher (USF3.1) flott unterwegs. Sie sind entweder 128 Gigabyte (GB) und 6 GB oder 256 und 8 GB groß. Dabei ist der interne Speicher durch microSD-Karten erweiterbar, es sei denn man möchte eine zweite SIM-Karte nutzen.

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Hauptkamera, ...

(Foto: kwe)

Mit dieser Ausstattung macht das Poco X3 Pro nicht nur im Alltag jederzeit einen flüssigen Eindruck, es bewältigt auch problemlos grafisch aufwändige Spiele. Damit es dabei nicht überhitzt, hat es eine Flüssigkühlung an Bord.

LCD mit 120 Hz

Das Display ist ebenfalls auf Geschwindigkeit ausgelegt und beherrscht eine hohe Bildwiederholfrequenz von 120 Hertz (Hz). Man muss sie in den Einstellungen aber erst aktivieren, im Normalbetrieb arbeitet das Gerät mit 60 Hz.

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... Ultraweitwinkelkamera.

(Foto: kwe)

Trotzdem hat Xiaomi beim Bildschirm sparen müssen, um den sehr günstigen Preis zu halten. Es handelt sich nicht um ein OLED-Panel, sondern um ein LCD. Es liefert durchaus gute Farben und ist mit einer Pixeldichte von 393 ppi auch sehr scharf. Bei Kontrasten und Blickwinkel-Stabilität kann es aber nicht mit AMOLED-Displays mithalten.

Auf der Rückseite sitzt eine Kameraeinheit, die ziemlich weit aus dem Gehäuse herausragt. Darin sitzen eine Hauptkamera, deren Sensor 48 Megapixel (MP) hat, eine Ultraweitwinkelkamera mit 12 MP, eine Makrokamera mit 2 MP und ein Tiefensensor.

Gute Hauptkamera

Die Hauptkamera macht bei Tageslicht schöne Fotos mit natürlichen Farben und starken Kontrasten. Auch ihre Nachtaufnahmen können sich sehen lassen. Nutzt man die vollen 48 Megapixel im Pro-Modus haben die Bilder auch sehr viele Details, ansonsten neigt die Automatik gelegentlich zum stärkeren Weichzeichnen. Das Poco X3 Pro fokussiert flott und löst ohne nennenswerte Verzögerung aus.

Videos nimmt die Hauptkamera maximal in 4K-Auflösung und 30 Bildern pro Sekunde (ffps) auf. Dabei kommt sie gut mit Lichtwechseln und schnellen Bewegungen klar und stabilisiert elektronisch recht effektiv.

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Die Ultraweitwinkelkamera ist auch nicht schlecht, ihren Aufnahmen fehlt es an den Seiten aber an Schärfe. Und bei schwächere werdendem Licht vermatschen dunklere Bereiche sehr schnell. Die Makrokamera ist eine nette Spielerei, die vierten Knipse liefert lediglich Tiefeninformationen für ein künstliches Bokeh bei Porträtaufnahmen.

Unterm Strich bekommt man für 250 Euro derzeit kaum ein Smartphone, das ähnlich leistungsstark und ausdauernd ist. Der 120-Hz-Bildschirm ist eher für Spieler interessant, ansonsten wäre ein OLED-Display auch mit nur 60 Hz schöner gewesen. Eine wasserdichte Alternative mit 90-Hz-OLED-Panel wäre das Samsung Galaxy A52. Es ist allerdings mindestens 75 Euro teurer und hat ein deutlich schwächeres Innenleben.

Quelle: ntv.de

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