Technik

Sony zockt hoch Xperia 1 II kostet 1200 Euro

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Das Sony Xperia X1 II wird es in Deutschland in Schwarz und Lila geben.

(Foto: Sony)

Sony lässt sein neues Smartphone-Flaggschiff Xperia 1 II vom Stapel. Das Gerät kostet 1200 Euro, bietet aber eigentlich nur Standard-Hardware. Es sei denn, die Kamera stellt sich als herausragende Knipse heraus. Das ist riskant, aber was hat Sony schon noch zu verlieren?

Statistisch gesehen spielen Sonys Smartphones schon länger keine Rolle mehr, der weltweite Marktanteil bewegt sich seit einigen Jahren unterhalb der 1-Prozent-Linie. 2014 verkauften die Japaner noch 39,1 Millionen Geräte, 2018 waren es laut "Sony Reconsidered" nur noch 5,4 Millionen. Im vierten Quartal 2019 wurde Sony zuletzt 1,3 Millionen Smartphones los. Aufgeben wollen die Japaner die Mobilfunk-Sparte aber nicht und kämpfen verbissen darum, zurück in die Erfolgsspur zu finden. Ob das mit dem Xperia 1 II (Gesprochen: Xperia 1 Mark II) gelingen kann, darf bezweifelt werden. Denn das neue Flaggschiff soll 1200 Euro kosten, hat aber außer einem Kamera-Versprechen nicht wirklich Außergewöhnliches zu bieten.

Scharfes Display ohne viel Hertz

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Marktstart soll im zweiten Quartal des Jahres sein.

(Foto: Sony)

Das Xperia 1 II hat ein 6,5 Zoll großes OLED-Display im 21:9-Format. Es ist mit einer Pixeldichte von rund 640 ppi extrem scharf. Es bietet aber keine erhöhte Bildwiederholfrequenz von 90 oder gar 120 Hertz (Hz) wie die Bildschirme anderer 2020er-Neuheiten, sondern lediglich die bisher üblichen 60 Hz.

Auch das Innenleben ist nur Oberklasse-Standard. Angetrieben wird das Gerät von Qualcomms 5G-Chip Snapdragon 865, der auf 8 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der Flash-Speicher ist 256 GB groß und kann erweitert werden, der Akku fasst 4000 Milliamperestunden (mAh). Der Fingerabdrucksensor sitzt in der Einschalt-Taste.

Außergewöhnlich bleibt das im Vergleich zum Einheitsbrei der Android-Konkurrenz deutlich kantigere Design des nach IP68 wasserdichten Smartphones, das auch noch eine klassische Kopfhörerbuchse im Rahmen hat. Das rechtfertigt aber kaum den hohen Preis des Smartphones, vor allem im Vergleich zu den kommenden China-Boliden von Xiaomi, Oppo oder OnePlus, die zum Teil eine ähnliche oder auch bessere Hardware für viel weniger Geld bieten.

Mit 12 Megapixeln an die Spitze?

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Sony will vor allem mit der Triple-Kamera punkten.

(Foto: Sony)

Sony setzt bei der Vermarktung fast alles auf die Triple-Kamera. Das ist mutig, denn auf dem Papier scheint sie kaum mit den Megapixel-Monstern des Galaxy S20 Ultra oder anderer Top-Geräte mitzuhalten, deren Sensoren oft ebenfalls aus dem Hause Sony stammen und zwischen 48 und 108 Megapixel auflösen.

Hohe Werte alleine machen noch lange keine guten Fotos, aber in den vergangenen Jahren hat sich Sony mit seiner Smartphone-Software nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nach einer Umstrukturierung sollen die mobilen Knipsen jetzt allerdings von den Erfahrungen der erfolgreichen System-Kameras der Japaner profitieren.

Alle drei Sensoren lösen mit 12 Megapixeln auf. Die Standard-Weitwinkel-Kamera (24 mm) hat die Blende f/1.7. Dazu kommen eine Superweitwinkel-Kamera (16 mm) mit Blende f/2.2 und eine Tele-Kamera (70 mm) mit Blende f/2.4. Haupt- und Tele-Knipse sind optisch stabilisiert. Ein Time-of-Flight-Sensor (ToF) liefert Tiefen-Informationen für ein künstliches Bokeh bei Portrait-Aufnahmen. Auf der Vorderseite sitzt eine Kamera mit 8-Megapixel-Sensor und Blende f/2.0.

Von den System-Kameras hat das Xperia 1 II unter anderem einem automatischen Augen-Fokus für Menschen, Hunde und Katzen geerbt. Außerdem ist das Menü ähnlich aufgebaut und eine eigene Profi-App bietet Nutzern zahlreiche manuelle Einstellungen. 4K-Videos kann das Smartphone mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (fps) aufnehmen.

Quelle: ntv.de, kwe