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Noch vor dem iPhone 12 iOS 14 steht bereit

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Die neue Mediathek bringt Ordnung in das App-Chaos.

(Foto: kwe)

Apple veröffentlicht iOS 14. Das kommt vielen Nutzern zugute, denn das neue Betriebssystem läuft auch auf betagteren iPhones. ntv.de erklärt die wichtigsten Neuerungen.

Die neue iPhone-12-Serie hat es zwar nicht auf die virtuelle Bühne geschafft, aber Apple hat trotzdem nach seinem September-Event iOS 14-Update veröffentlicht. Das Update erhalten sehr viele Geräte, denn iOS 14 steht für alle iPhones bereit, auf denen iOS 13 läuft. Zu ihnen gehören auch noch das fünf Jahre alte iPhone-6s-Duo und die fast ebenso alte erste Generation des iPhone SE. Hier die wichtigsten Neuerungen:

Homescreen-Widgets und App-Mediathek

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Widgets in unterschiedlichen Größen können frei auf dem Homescreen platziert werden.

(Foto: kwe)

Optisch gibt es zwei große Veränderungen. Zum einen kann man jetzt Widgets auch an beliebiger Stelle zum Homescreen hinzufügen. Sie stehen nach dem Update außerdem in verschiedenen Größen zur Verfügung, und es gibt intelligente Stapel. Das heißt, man kann durch Widgets der meistgenutzten Apps blättern oder sie ändern sich automatisch zur voraussichtlich richtigen Tageszeit.

Zum anderen erhalten die Apps eine übersichtliche Mediathek. Man erreicht sie, indem man den Homescreen bis zum Ende nach links wischt. Die Anwendungen sind nach Kategorien sortiert, ganz oben stehen die zuletzt hinzugefügten und die oft genutzten Apps (Vorschläge). In den Einstellungen lässt sich festlegen, dass neue Apps nur in der Mediathek erscheinen und nicht automatisch auf dem Homescreen platziert werden.

Wenn ein Anruf reinkommt, begnügen sich die Telefon- oder Facetime-App jetzt mit dem oberen Drittel des Displays. Das gilt auch für Anwendungen anderer Anbieter.

Memojis mit Maske

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Die Mund-Nasen-Bedeckung findet man in den Kopfbedeckungen.

(Foto: kwe)

Facetime-Gespräche kann man auch minimiert als Bild im Bild weiterführen, während man eine andere App nutzt. Das ist beispielsweise praktisch, wenn man in Karten einen Treffpunkt ausmacht. Die Bild-in-Bild-Funktion steht auch bei Videos zur Verfügung.

Wer mit anderen Apple-Nutzern kommuniziert, darf sich über neue Nachrichten-Features freuen. Unter iOS 14 ist es möglich, bis zu neun Unterhaltungen in den Gesprächslisten anzupinnen. Gruppen-Chats kann man jetzt mit Fotos und Memojis aufpeppen.

Um sich in der Gruppe direkt an eine Person zu richten, schreibt man deren Namen, und sie wird in ihrem Chat hervorgehoben. Man kann Gruppen auch so anpassen, dass man nur bei einer direkten Anrede Mitteilungen erhält. Und natürlich gibt es wieder neue Sticker und Memojis - inklusive Mund-Nasen-Schutz.

Neue Übersetzer-App

Apple arbeitet kontinuierlich an Karten, um Nutzer von Google Maps wegzulocken. Das gelingt auch, aber leider vorerst nur in wenigen Ländern außerhalb der USA. So führt Apple mit iOS 14 zwar spezielle Wegbeschreibungen für Radfahrer ein, in Deutschland funktioniert das aber noch nicht. Das Gleiche ist bei den neuen Routen für E-Autos zu befürchten. Reiseführer stehen vorerst auch nur für einige ausgewählte Städte in den USA sowie für London zur Verfügung.

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Okay, ein Fragezeichen fehlt, aber ansonsten funktioniert die Übersetzer-App schon ziemlich gut.

(Foto: kwe)

Richtig gut in verschiedenen Sprachen funktioniert dagegen schon die neue Übersetzer-App. Dreht man sie ins Querformat, kann man über das Mikrofon Unterhaltungen fast in Echtzeit führen. Die Übersetzungen sind dabei zumindest in den gängigen Sprachen sehr akkurat. Prima: Die Funktion steht auch offline zur Verfügung.

Siri kann zwar immer noch nicht wirklich mit dem Google Assistant oder Amazon Alexa mithalten, aber der digitale Assistent hat sein Wissen vergrößert und präsentiert sich jetzt in einem kompakteren Look. Praktisch ist die neue Möglichkeit, Siri Audionachrichten verschicken zu lassen.

My home is my castle

Apple konnte nicht ahnen, dass das Zuhause in diesem Jahr so wichtig sein wird, aber passend zur "Corona-Gemütlichkeit" kommen mit iOS 14 auch zahlreiche Verbesserungen für die Home-App. Unter anderem werden bei neuem Homekit-Zubehör Automationen vorgeschlagen, Beleuchtung kann über den Tag hinweg die Farbtemperatur anpassen und die Übersicht priorisiert Zubehör, das "deine Aufmerksamkeit am dringendsten braucht". Sicherheitskameras können jetzt in der Foto-App markierte Gesichter erkennen und man kann Bereiche festlegen, auf die sich die Kamera konzentrieren soll.

Safari soll nicht nur "der schnellste mobile Browser der Welt" sein, sondern auch nützlicher werden. So warnt er jetzt vor unsicheren Passwörtern und kann einen ausführlichen Datenschutzbericht von Websites anzeigen. Irgendwann kann er auch in Deutschland Webseiten übersetzen, zunächst aber nur in den USA und Kanada.

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Unter iOS 14 kann man Apps auch nur einen ungefähren Standort freigeben.

(Foto: kwe)

Unter iOS 14 kann das iPhone als Autoschlüssel dienen, den man in seiner Wallet hinterlegen, aber auch teilen kann. Man braucht dafür nur noch ein kompatibles Fahrzeug, BMW-Besitzer haben erst mal Vorfahrt.

App Clips sind eine Art Mini-Apps, die eingesetzt werden können, ohne eine Anwendung installieren zu müssen. Sie scheinen besonders praktisch zu sein, wenn es darum geht, einen schnellen Einkauf zu machen - den man dann natürlich mit Apple Pay bezahlen kann.

Verbesserter Datenschutz, eigene Standard-Apps

Apple verbessert mit iOS 14 weiter den Datenschutz seiner Nutzer, womit sich das Unternehmen auch deutlich vom großen Konkurrenten Google absetzen möchte. Unter anderem zeigt jetzt oben rechts im Display ein kleiner Punkt, ob eine App die Kamera nutzt. Für eine kurze Zeit wird diese Anwendung dann auch ganz oben im Kontrollzentrum angezeigt. Sehr gut: Wenn nicht unbedingt nötig, kann man in den Einstellungen festlegen, dass eine App nicht den genauen Standort verwenden darf. Den braucht man beispielsweise nicht für Wettervorhersagen oder die korrekte Zeitzone.

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Schließlich gibt es noch zahlreiche kleinere Änderungen, von denen eine eher zu den großen Neuheiten gehört: Nach dem Update wird es endlich möglich sein, systemweit eigene E-Mail- und Browser-Apps als Standard festzulegen. Um die Sicherheit nicht aufs Spiel zu setzen, müssen Entwickler ihre Anwendungen aber erst von Apple checken lassen, bevor sie Mail oder Safari ersetzen dürfen. Unter anderem schränkt Apple den Zugriff auf private Daten ein.

Um den Standard-Browser zu wechseln, geht man in den Einstellungen zu der App, die Safari ablösen soll. Dort findet man jetzt den Eintrag Standard-Browser-App, wo man einfach den Haken hinter der gewünschten Anwendung setzt. Ebenso funktioniert eine Änderung der Standard-E-Mail-App.

Quelle: ntv.de