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Gespräche mit Deutscher Börse Allianz will auf Quartalszahlen verzichten

Der Versicherungsriese Allianz will nicht mehr alle drei Monate Rechenschaft über sein Geschäft ablegen müssen. Ein Sprecher des Münchner Konzerns bestätigte am Donnerstag Gespräche mit der Deutschen Börse über einen Verzicht auf die in der Börsenordnung für alle Dax-Unternehmen vorgeschriebenen Quartalsberichte oder -mitteilungen.

Grund sei die aufwändige Umstellung auf den neuen Bilanzstandard IFRS 17, der die Versicherer 2022 trifft. Man wolle - womöglich schon im nächsten Jahr - auf Halbjahresberichte übergehen. "Eine dürre, weiter abgespeckte Quartalsmitteilung ist keine Option", sagte der Sprecher. "Eine echte Vereinfachung bringt nur die Aufgabe der Berichterstattung über das erste und dritte Quartal."

Einen Ausschluss aus dem Leitindex Dax, an dem die Aktie des Versicherers fast acht Prozent ausmacht, würde die Allianz aber wohl nicht riskieren. "Damit würden beide verlieren - die Börse und wir", sagte der Sprecher. Die Deutsche Börse verwies auf ihre geltenden Regeln, zeigte sich aber gesprächsbereit über den Vorstoß aus München: "Im Rahmen unseres regelmäßigen Austauschs mit allen Marktteilnehmern sprechen wir derzeit auch intensiv über mögliche Veränderungen der geltenden Rechnungslegungsstandards und die Auswirkungen auf Emittenten", sagte ein Sprecher. Die Entscheidung über die Regeln trifft der Börsenrat.

Finanzkreisen zufolge will die Börse auch die Stimmungslage unter anderen Dax-Unternehmen zu den Quartalsberichten ausloten. Von der Änderung des IFRS-Standards für die Versicherer ist auch die Münchener Rück betroffen. Die Deutsche Börse ist der einzige der großen Börsenbetreiber in Europa, der alle drei Monate einen Bericht über die Geschäftslage verlangt. Sie hatte die Anforderungen daran allerdings vor vier Jahren deutlich zurückgeschraubt, nachdem die Europäische Union die Pflicht zu Quartalsberichten gekippt hatte.

Quelle: ntv.de, rts

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