Wirtschaft

Der ewige KleineAMD kann nicht gewinnen

16.07.2010, 11:45 Uhr

Nicht einmal zu Boomzeiten schafft es der Halbleiter-Konzern AMD, Geld zu verdienen. Dennoch scheinen die Anleger zufrieden, denn sie sind rote Zahlen des Intel-Konkurrenten gewöhnt. Und immerhin klettert der Erlös mehr als deutlich.

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Egal wie neu und innovativ die AMD-Chips sind, Intel scheint bereits immer einen Schritt weiter zu sein. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Chip-Konzern AMD ist wieder in die Verlustzone

zurückgefallen. Das Kerngeschäft lief dabei zuletzt eigentlich gut: Der Umsatz

lag im zweiten Quartal um 40 Prozent höher als vor einem Jahr. Jedoch sorgte

unter anderem eine Belastung von 120 Mio. Euro aus der verbliebenen Beteiligung

am Chip-Fertiger Globalfoundries unterm Strich für rote Zahlen, wie der Konzern

mitteilte. Auch die Kosten für Herstellung und Entwicklung der Chips fielen

höher aus. Der Verlust war mit 43 Millionen Dollar aber immer noch deutlich

geringer als man es von AMD in den vergangenen Jahren gewohnt war.

Der Intel-Erzrivale hofft, dass der Umsatzanstieg auf

1,65 Milliarden Dollar ein Zeichen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend ist.

AMD hatte vor einigen Jahren die Übernahme des Grafik-Spezialisten ATI

riskiert, um Intel mit neuartigen kombinierten Produkten die Stirn zu bieten.

Die Integration von ATI verschlang jedoch Milliarden und dauerte deutlich

länger als gedacht. Erst im ersten Quartal 2010 schrieb AMD erstmals wieder aus

eigener Kraft schwarze Zahlen von 257 Mio. Dollar. Vor einem Jahr hatte der

Konzern noch ein Minus von 330 Mio. Dollar eingefahren.

AMD kommt an Platzhirsch nicht vorbei

Derzeit erhofft sich AMD, die Früchte der jahrelangen

Arbeit ernten zu können: Der Konzern zeigte zuletzt integrierte Systeme, bei

denen Hauptprozessor und Grafik-Chip auf einem Halbleiter aufgebaut sind. Auch

bei Server-Rechnern ist AMD mit neuen Produkten unterwegs. In diesem Bereich

hatte AMD den Konkurrenten Intel vor ein paar Jahren richtig geärgert und ihm

zeitweise spürbare Marktanteile abgenommen, bevor der größere Rivale

technologisch zurückschlug. Weiterhin kommen etwa vier von fünf Prozessoren auf

dem Weltmarkt von Intel. AMD ist die Nummer zwei und teilt sich mit einigen

Spezialanbietern den Rest.

Auf dem Weg aus der Krise hatte AMD seine Fertigungslinien

- darunter auch in Dresden - unter dem Namen Globalfoundries abgespalten und

mehrheitlich an Investoren verkauft. Inzwischen hält AMD nur noch gut ein

Viertel an Globalfoundries, die Beteiligung schlägt aber immer noch Löcher in

die Bilanzen, wie sich auch in dem zum 26. Juni abgeschlossenen zweiten Quartal

zeigte.

Anleger zufrieden

Die Börsianer waren trotzdem zufrieden - sie hatten mit

einem schlechteren Abschneiden gerechnet. Die AMD-Aktie stieg am Donnerstag

nachbörslich um knapp 5 Prozent.

Intel hatte diese Woche dank der starken PC-Nachfrage

Rekordzahlen für das zweite Quartal gemeldet, der Gewinn lag bei 2,9 Milliarden

Dollar. Im vergangenen Jahr hatte ein Milliarden-Scheck von Intel AMD zu

schwarzen Zahlen verholfen. Die Unternehmen hatten mit der Zahlung Wettbewerbs-

und Patentstreitigkeiten beigelegt.

Quelle: dpa/rts