Der ewige KleineAMD kann nicht gewinnen
Nicht einmal zu Boomzeiten schafft es der Halbleiter-Konzern AMD, Geld zu verdienen. Dennoch scheinen die Anleger zufrieden, denn sie sind rote Zahlen des Intel-Konkurrenten gewöhnt. Und immerhin klettert der Erlös mehr als deutlich.
Der Chip-Konzern AMD ist wieder in die Verlustzone
zurückgefallen. Das Kerngeschäft lief dabei zuletzt eigentlich gut: Der Umsatz
lag im zweiten Quartal um 40 Prozent höher als vor einem Jahr. Jedoch sorgte
unter anderem eine Belastung von 120 Mio. Euro aus der verbliebenen Beteiligung
am Chip-Fertiger Globalfoundries unterm Strich für rote Zahlen, wie der Konzern
mitteilte. Auch die Kosten für Herstellung und Entwicklung der Chips fielen
höher aus. Der Verlust war mit 43 Millionen Dollar aber immer noch deutlich
geringer als man es von AMD in den vergangenen Jahren gewohnt war.
Der Intel-Erzrivale hofft, dass der Umsatzanstieg auf
1,65 Milliarden Dollar ein Zeichen für einen nachhaltigen Aufwärtstrend ist.
AMD hatte vor einigen Jahren die Übernahme des Grafik-Spezialisten ATI
riskiert, um Intel mit neuartigen kombinierten Produkten die Stirn zu bieten.
Die Integration von ATI verschlang jedoch Milliarden und dauerte deutlich
länger als gedacht. Erst im ersten Quartal 2010 schrieb AMD erstmals wieder aus
eigener Kraft schwarze Zahlen von 257 Mio. Dollar. Vor einem Jahr hatte der
Konzern noch ein Minus von 330 Mio. Dollar eingefahren.
AMD kommt an Platzhirsch nicht vorbei
Derzeit erhofft sich AMD, die Früchte der jahrelangen
Arbeit ernten zu können: Der Konzern zeigte zuletzt integrierte Systeme, bei
denen Hauptprozessor und Grafik-Chip auf einem Halbleiter aufgebaut sind. Auch
bei Server-Rechnern ist AMD mit neuen Produkten unterwegs. In diesem Bereich
hatte AMD den Konkurrenten Intel vor ein paar Jahren richtig geärgert und ihm
zeitweise spürbare Marktanteile abgenommen, bevor der größere Rivale
technologisch zurückschlug. Weiterhin kommen etwa vier von fünf Prozessoren auf
dem Weltmarkt von Intel. AMD ist die Nummer zwei und teilt sich mit einigen
Spezialanbietern den Rest.
Auf dem Weg aus der Krise hatte AMD seine Fertigungslinien
- darunter auch in Dresden - unter dem Namen Globalfoundries abgespalten und
mehrheitlich an Investoren verkauft. Inzwischen hält AMD nur noch gut ein
Viertel an Globalfoundries, die Beteiligung schlägt aber immer noch Löcher in
die Bilanzen, wie sich auch in dem zum 26. Juni abgeschlossenen zweiten Quartal
zeigte.
Anleger zufrieden
Die Börsianer waren trotzdem zufrieden - sie hatten mit
einem schlechteren Abschneiden gerechnet. Die AMD-Aktie stieg am Donnerstag
nachbörslich um knapp 5 Prozent.
Intel hatte diese Woche dank der starken PC-Nachfrage
Rekordzahlen für das zweite Quartal gemeldet, der Gewinn lag bei 2,9 Milliarden
Dollar. Im vergangenen Jahr hatte ein Milliarden-Scheck von Intel AMD zu
schwarzen Zahlen verholfen. Die Unternehmen hatten mit der Zahlung Wettbewerbs-
und Patentstreitigkeiten beigelegt.