Wirtschaft
Donnerstag, 16. Juni 2011

Auftragsboom: Airbus und Boeing jubeln

Am Himmel wird's voll: Boeing rechnet mit einem Bedarf von Zehntausenden neuen Fliegern bis 2030. Der europäische Rivale Airbus tritt den Beweis an und sammelt gleich mal Aufträge über mehr als 100 Maschinen ein. Am kommenden Montag beginnt in Lebourget bei Paris die weltgrößte Luftfahrtmesse.

Die 737-Baureihe erweist sich für Boeing als Glücksbringer.
Die 737-Baureihe erweist sich für Boeing als Glücksbringer.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Flugzeuge entwickeln sich immer mehr zu Verkaufsschlagern. Bei den beiden großen Herstellern Airbus und Boeing trudeln massenhaft neue Aufträge ein. Airbus winken von der indischen Fluggesellschaft GoAir und dem Billigflieger Cebu Pacific aus Manila insgesamt Aufträge nach Listenpreis von mehr als 10 Milliarden Dollar. Die lähmende Wirtschaftskrise scheint endgültig vorüber. "Der Weltmarkt hat sich gut erholt", sagte Boeing-Verkaufschef Randy Tinseth in Paris, wo in wenigen Tagen (20. bis 26. Juni) die weltgrößte Luftfahrtmesse beginnt. Nun weite sich der Markt deutlich aus.

Boeing rechnet damit, dass in den kommenden zwei Jahrzehnten 33 500 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt werden im Wert von etwa vier Billionen US-Dollar (2,8 Billionen Euro). Vor einem Jahr, beim letzten Marktausblick noch unter dem Eindruck der Krise, hatten die Amerikaner einen Bedarf von 30.900 Fliegern prognostiziert.

Boeing geht davon aus, dass die Zahl der größeren Langstreckenjets verhältnismäßig am stärksten zunimmt. Die Maschinen vom Typ einer Boeing 777 oder Airbus A330 verbinden die Kontinente untereinander. Auch der neue, von allerlei Pannen begleitete Hoffnungsträger 787 "Dreamliner" von Boeing fällt in diese Kategorie.

Kleinere Maschinen besonders gefragt

Maschinen der Airbus-Familie.
Maschinen der Airbus-Familie.(Foto: picture alliance / dpa)

Die meisten Flugzeuge fallen allerdings eine Nummer kleiner aus und werden auf kurzen bis mittleren Strecken eingesetzt. Daran werde sich in den kommenden zwanzig Jahren nichts ändern, prognostizierte Boeing. Die Flugzeuge vom Schlage einer Boeing 737 oder eines Airbus A320 haben je nach Ausführung etwa 100 bis 200 Sitzplätze, sind günstig im Unterhalt und in der Anschaffung und deshalb bei den Fluggesellschaften beliebt. Boeing hatte angekündigt, die Produktion seines Erfolgsmodells 737 in den kommenden drei Jahren kräftig aufzustocken.

Wie zum Beweis der Boeing-Prognose sammelte der Erzrivale Airbus gleich mal Aufträge über insgesamt 102 Maschinen aus seiner neuen A320neo-Familie ein. Kunden sind die indische Fluggesellschaft GoAir mit 72 Jets und der Billigflieger Cebu Pacific von den Philippinen mit 30 Jets. Laut Preisliste haben die Aufträge einen Wert von annähernd 9,8 Milliarden US-Dollar (6,9 Milliarden Euro). Allerdings sind Rabatte im zweistelligen Prozentbereich üblich.

Airlines müssen investieren

Am kommenden Montag beginnt in Le Bourget bei Paris die weltgrößte Luftfahrtmesse. Dann werden bei Airbus und Boeing weitere Großaufträge erwartet. Die Fluggesellschaften sind geradezu gezwungen zu investieren: Boeing rechnet damit, dass der Passagierverkehr langfristig im Schnitt jährlich um etwa 5,1 Prozent wächst.

Bis 2030 werde es doppelt so viele Flugzeuge geben wie heute, erklärte Boeing. Die Nachfrage werde vor allem in China, Indien und anderen Schwellenländern beträchtlich steigen.

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Quelle: n-tv.de

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