Wirtschaft

Anleger treiben Aktie nach oben Aixtron will endlich wieder Gewinne machen

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Der Zulieferer für die Halbleiterindustrie und Hersteller von Maschinen zur LED-Produktion ist optimistisch für das Jahr 2015.

Nicht mehr ganz so rot sind die roten Zahlen beim Chipanlagenbauer Aixtron - und in diesem Jahr soll es wieder einen Gewinn unterm Strich geben, verspricht der Tec-Dax-Konzern aus Herzogenrath. Die Anleger jubilieren, manche Analysten bleiben skeptisch.

Die Hoffnung auf eine Rückkehr in die Gewinnzone hat die Anleger bei Aixtron zugreifen lassen. Die im TecDax gelisteten Titel des Chipanlagenbauers schossen um bis zu 11,2 Prozent auf 7,93 Euro in die Höhe und markierten damit den höchsten Stand seit knapp fünf Wochen. Händlern zufolge nutzten Anleger die zuletzt deutlichen Kursrückgänge zum Wiedereinstieg. Allein seit Jahresbeginn haben die Aktien fast 24 Prozent an Wert eingebüßt. Der TecDax kommt im selben Zeitraum auf ein Plus von 14,5 Prozent.

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Wie in den Vorjahren wird jedoch auch für 2014 keine Dividende ausgeschüttet. Zuletzt war 2011 eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie gezahlt worden.

Wie das Unternehmen mitteilte, fiel 2014 ein operativer Verlust (Ebitda) von 41,3 Millionen Euro an nach minus 67,9 Millionen vor Jahresfrist. Netto sank das Minus um knapp 50 Millionen auf 62,5 Millionen Euro.

Großauftrag aus China soll Wende bringen

In die Zukunft schaut der Zulieferer für die Halbleiterindustrie und Hersteller von Maschinen zur LED-Produktion optimistischer. Die Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres seien zwar weiterhin nicht zufriedenstellend, teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Zahlen mit. Grund sei vor allem das niedrige Umsatzniveau. Für das zweite Halbjahr 2015 sei aber mit einer Rückkehr in die Gewinnzone beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zu rechnen. Bei den Erlösen geht das Unternehmen für 2015 von einer Spanne von 220 bis 250 Millionen Euro aus nach 193,8 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr.

Im September 2014 erhielt Aixtron aus China den größten Auftrag der Firmengeschichte. Dieser werde sich zum größten Teil erst in den Auftragseingängen und Umsatzerlösen im Geschäftsjahr 2015 niederschlagen, hieß es. "Auch wenn es sich noch nicht in den Zahlen niederschlägt, haben wir mit der Markteinführung der AIX R6 und dem damit verbundenen Großauftrag im vergangenen Jahr einen wichtigen Meilenstein erreicht", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Goetzeler. Für 2015 rechnet Aixtron mit Wachstum in allen Technologiebereichen.

Analysten sind enttäuscht von Aixtron-Ausblick

DZ-Bank-Analyst Harald Schnitzer bleibt allerdings skeptisch: Der Ausblick enttäusche, schrieb er in einem Kommentar. "Für 2015 erwarteten wir bislang einen Umsatz von 310 Millionen Euro und ein positives einstelliges Ebit."

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser (H&A) geht ebenfalls davon aus, dass Aixtron 2015 die Rückkehr zur Profitabilität gelingt. Die Unternehmensprognose sollte sich ohne Weiteres übertreffen lassen. Allerdings haben die Analysten ihre Ebit-Prognose 2015 um 55 Prozent gekürzt. Sie begründen dies mit den Anlaufkosten für die neue Generation von MOCVD-Maschinen, die zu niedrigeren Bruttomargen führten. Aixtron könnte im Laufe des Jahres die Prognose anheben, so H&A weiter.

"Insgesamt enttäuschend" - so lautet allerdings das Urteil der Equinet Bank über die Ergebnisse des vierten Quartals von Aixtron. Während der Umsatz gut ausgefallen sei, lösten Bruttomarge und Ebit wenig Begeisterung aus. Der Ausblick erscheine recht vorsichtig und bleibe hinter den Erwartungen zurück.

Quelle: n-tv.de, kst/rts/DJ

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