Wirtschaft

Dax-Konzerne informieren nur mäßig Aktionärsschützer warnen Anleger

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Daten, Zahlen, Fakten: Wenn die Konzerne sie nicht liefern, wird es für Investoren schwer.

(Foto: picture alliance / dpa)

Um den Zustand eines Unternehmens und eine mögliche Kursentwicklung einschätzen zu können, sind Anleger auf die Berichte und Prognosen der Konzerne selbst angewiesen. Die - obwohl meist mehrere hundert Seiten stark - lassen aber meist zu wünschen übrig, wie eine Untersuchung von Aktionärsschützern zeigt. Nur wenige Dax-Unternehmen informieren vorbildlich.

Die größten deutschen Aktiengesellschaften informieren Investoren nach einer Studie nur unzulänglich über ihre erwartete Geschäftsentwicklung. Obwohl die Dax-Konzerne auch für 2012 umfangreiche Geschäftsberichte mit meist mehreren hundert Seiten vorgelegt hätten, seien die Prognosen oft von mehr als mäßiger Aussagekraft, sagte der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker. Die Aktionärsschützer haben die Geschäftsberichte der 30 im Leitindex Dax gelisteten Gesellschaften untersucht.

Der Studie zufolge machen nur sieben Unternehmen präzise Angaben zum erwarteten Konzernergebnis, zur Geschäftsentwicklung oder zu anstehenden Investitionen und Finanzierungen: Allianz, Continental, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Fresenius, Munich Re und Siemens. "Das, obwohl Genauigkeit und Verständlichkeit der von den Unternehmen im Rahmen der Berichte getroffenen Aussagen für Investoren von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind", kritisierte Hocker.

Sechs Konzerne fallen durch

Während die DSW die meisten Unternehmen als durchschnittlich transparent bewertet, fielen sechs Dax-Werte komplett durch, weil sie gar keinen oder nur einen ungenauen Ausblick gaben: BASF, Beiersdorf, Commerzbank, Deutsche Lufthansa, HeidelbergCement und Merck.

Den kürzesten Ausblick gab Beiersdorf. "Er umfasst nur eine Seite und enthält weder eine konkrete Ergebnis- noch eine Umsatzprognose", schimpfte der Aktionärsschützer. Auch Angaben zur künftigen Finanzlage seien darin nicht zu finden. Aus Sicht des DSW sind die Prognosen ein unentbehrliches Instrument für Anleger, um den Zustand eines Unternehmens und eine mögliche Kursentwicklung einschätzen zu können, sagte Hocker: "Offensichtlich stellt das einige Gesellschaften immer noch vor eine schier unlösbare Aufgabe."

Quelle: n-tv.de, dpa