Wirtschaft

Rückenwind durch US-Bilanzsaison? Apple und Facebook sorgen für Spannung

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Niedrige Erwartungen schützen vor Enttäuschungen. Auch an der Börse.

(Foto: AP)

Mit Alcoa startet nach Börsenschluss die US-Bilanzsaison. Die Erwartungen an die Quartalsergebnisse sind mehr als niedrig. Ausnahme sind die bereits hochgelobten Aktien von Apple und Facebook.

Noch Ende Juni waren die meisten Analysten für die Geschäftsentwicklung der börsennotierten US-Unternehmen sehr optimistisch. Ein Gewinnplus von rund neun Prozent wurde für die Titel im S&P 500 in Aussicht gestellt. Inzwischen sind sie wesentlich vorsichtiger geworden und prognostizieren nur noch ein Plus von 4,6 Prozent. Daher werden sich Investoren die Zahlen der Banken genau anschauen, sind sie doch ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Konjunktur insgesamt. Aber auch Aktien von Top-Performern wie Facebook oder Apple stehen auf dem Prüfstand – hier sind die Erwartungen noch ambitioniert.

Banken mit stabilem Geschäft

Am 14. Oktober wird es für die Banken ernst. Dann legt der Branchenprimus J.P. Morgan seine jüngsten Unternehmensergebnisse vor, ebenso wie der Hypothekenriese Wells Fargo und die Citigroup. Am 15. folgt dann die Bank of America und einen Tag später Goldman Sachs, ehe Morgan Stanley am 17. Oktober den Reigen abschließt. Diese sechs größten US-Institute sollen Analystenschätzungen zufolge im vergangenen Quartal einen Gewinn von 16,2 Milliarden Dollar erwirtschaftet haben. Das wäre ein Plus von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit das beste dritte Quartal seit dem Jahr 2011. Allerdings werden die Zahlen von den "Einmaleffekten" einzelner Institute verzerrt.

So hat die Bank of America vom Justizministerium eine Rekordstrafe von 16,65 Milliarden Dollar aufgebrummt bekommen, weil das Institut vor der Finanzkrise Hypothekenpapiere verkauft hatte, die sich später als toxisch herausgestellt haben. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte J.P. Morgan hohe Belastungen wegen Rechtsstreitigkeiten verbucht. Abgesehen von diesen Effekten sollen die Banken im abgelaufenen Quartal aber von der gestiegenen Kreditnachfrage profitiert haben. Außerdem dürfte das Handelsgeschäft, also der Handel mit Anleihen, Währungen, Rohstoffen sowie mit Aktien zugelegt haben. Nicht zu vergessen: den Instituten kommt die hohe Nachfrage bei Neuemissionen und das florierende Beratungsgeschäft angesichts des Booms bei IPOs, Fusionen und Übernahmen zugute.

Apple mit angezogener Handbremse

Daher war die jüngste Kursentwicklung bei US-Banken sehr erfreulich, genau wie bei Facebook und Apple. Bei letzteren sind Analysten allerdings vorsichtiger geworden. Weil Kunden sich vor der Einführung der neuen iPhones mit Käufen zurückgehalten hätten, hat Apple für das abgelaufene Quartal einen Umsatz von lediglich 37 bis 40 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Die Analysten prognostizieren einen Anstieg um sechs Prozent auf 39,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktien soll von 1,18 Dollar auf 1,29 Dollar klettern.

Bei der Analystenkonferenz nach der Zahlenvorlage am 20. Oktober dürften Investoren vor allem interessieren, wie das iPhone-Geschäft läuft, hatte der Konzern doch am ersten Wochenende des Verkaufsstarts bereits den Rekord von mehr als zehn Millionen Geräten erzielt. Zudem werden Investoren genau auf die Prognose für das laufende Quartal schauen. Analysten gehen von einem Plus beim Konzernumsatz von zehn Prozent auf 63,3 Milliarden Dollar aus.

Hohe Erwartungen an Facebook

Am 23. Oktober folgt Facebook. Nach der Serie guter Quartalszahlen sind die Erwartungen der Analysten sehr hoch. Die Finanzprofis gehen von einem Umsatzplus von 54 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar aus. Der Gewinn je Aktie soll dabei von 0,25 auf 0,40 Dollar hochschießen. Investoren werden zudem genau darauf achten, wie hoch der Anteil des mobilen Geschäfts ist. Im vergangenen Quartal war der Anteil auf 62 Prozent der Werbeeinnahmen gestiegen. Von großer Bedeutung ist zudem, ob es dem sozialen Netzwerk weiter gelingt, die Zahl der mobilen Nutzer als auch der Nutzer insgesamt weiter kräftig zu steigern.

Dagegen wurde die Messlatte für die meisten US-Unternehmen aus dem S&P 500 wie so häufig im Vorfeld der Zahlen gesenkt. Damit könnte es ihnen deutlich leichter fallen drüber zu springen, was wiederum für Kurssteigerungen sorgen könnte. Angesichts der jüngsten Kursrückgänge beim S&P 500 kann der Index Rückenwind derzeit gut gebrauchen.

Quelle: n-tv.de

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