Wirtschaft

Staatsanleihen in Milliardenhöhe Athen bereitet Rückkauf vor

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Ein gewagtes Unterfangen: Regierungschef Samaras und Finanzminister Stournaras setzen auf den verbilligten Rückkauf von Schuldscheinen.

(Foto: REUTERS)

Mit energischen Schritten macht sich die griechische Regierung daran, die Beschlüsse der Euro-Finanzminister in die Tat umzusetzen: Schon in der kommenden Woche soll die entscheidende Phase im Rückkaufprogramm für Staatsanleihen beginnen. Der Erfolg der Aktion hängt vor allem vom richtigen Timing ab - und von den Launen der Investoren.

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Am Montag soll es losgehen: Jetzt hängt alles am Markt.

(Foto: REUTERS)

Griechenland will Medienberichten zufolge bereits zu Wochenbeginn die Konditionen für den geplanten Schuldenrückkauf veröffentlichen. Mehrere griechische Medien berichteten am Wochenende übereinstimmend über entsprechende Pläne. Sie beriefen sich dabei jeweils auf Informationen aus dem Athener Finanzministerium.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,08

Mit den Beschlüssen vom jüngsten Euro-Gipfel im Rücken will die griechische Regierung eigene Anleihen zurückkaufen, um so die Schuldenlast zu drücken. Das Geld stammt dabei zum Teil aus den Zinserträgen, die bei internationalen Kreditgebern wie etwa Deutschland aufgelaufen sind. Der Bundeshaushalt wird dadurch alleine im kommenden Jahr mit rund 730 Mio. Euro belastet.

Europas kühner Plan

Der Schuldenrückkauf bildet das Herzstück der kürzlich beschlossenen Hilfsmaßnahmen. Die Finanzminister der Eurozone hatten sich erst vergangene Woche mit Vertretern der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf dieses Vorgehen einigen können. Die Schuldscheine werden derzeit mit Blick auf die Ausfallwahrscheinlichkeit weit unter Nennwert gehandelt.

Kern des Plans ist folgende Überlegung: Gelingt es der Regierung in Athen, eine Anleihe über 100  Euro beispielsweise für ein Viertel des Nennwerts vom Markt aufzukaufen, so könnte der griechische Staat durch den Einsatz von 25 Euro Schulden im Wert von 100 Euro auslösen.

Ein Nachteil ist, dass in Erwartung eines  solchen Schritts die Preise der Anleihen im Vorfeld bereits anstiegen. Daraus erklärt sich der knapp bemessene Zeitraum: Damit die Anleihenpreise nicht sprunghaft ansteigen, soll höchstens der Wert vom vergangenen Freitag geboten werden.

Es gilt der Kurs vom 23. November

Wie die Zeitung "Kathimerini" schrieb, sollen Angebote zum Rückkauf von griechischen Staatsanleihen bis zum kommenden Freitag entgegengenommen werden. Am 10. Dezember sollen die Eurogruppe und der IWF diese dann bewerten und die Zuschläge geben, schreibt die Zeitung weiter.

Griechenland will den Berichten zufolge einen garantierten Mindestpreis bieten. Die Halter der Anleihen dürften dann dagegen bieten - oder das Geschäft ausschlagen. Ausgangspunkt für alle Berechnungen sei hierbei der Schlusskurs vom 23. November.

Um die Rückkaufaktion zu einem Erfolg zu bringen, müssten sich genügend Anleger von griechischen Schuldscheinen trennen. Dies gilt wiederum Voraussetzung für die Freigabe weiterer Hilfen an Athen.

Quelle: ntv.de, dpa

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