Wirtschaft

Griechenlands Schulden steigen Athens Defizit betrübt die EZB

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(Foto: REUTERS)

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat sich besorgt über die drastische Verschuldung Griechenlands geäußert und die Regierung in Athen zu strikter Haushaltsdisziplin aufgefordert. "Die Situation in Griechenland ist sehr schwierig", sagte der Chef der Europäischen Zentralbank bei einer Anhörung vor dem Wirtschafts- und Währungsausschusses des Europa-Parlaments in Brüssel. "Sie bedarf sehr schwieriger und sehr mutiger, aber absolut notwendiger Maßnahmen." Er vertraue darauf, dass die Regierung die "angemessenen" Schritte ergreifen werde.

Der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou hatte unlängst erklärt, das Staatsdefizit werde in diesem Jahr nicht wie prognostiziert sechs Prozent betragen, sondern auf 12,7 Prozent hochschnellen. Der Euro-Stabilitätspakt schreibt eine Defizitgrenze von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes vor. In den kommenden Jahren werden wegen der teueren Maßnahmen gegen die Krise viele Länder diese Latte reißen.

Ob sich der Rat der EZB Mitte Dezember mit den Problemen in Griechenland beschäftigen wird, ließ Trichet offen. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich die Zentralbank stets mit der Lage der öffentlichen Finanzen in den 16 Euro-Ländern auseinandersetzt, um frühzeitig Probleme zu entdecken. Der Fall Griechenland steht seit einiger Zeit im Mittelpunkt der Diskussionen über die ausufernden Staatsschulden in der Euro-Zone.

Das finanziell angeschlagene Land muss den Gläubigern seiner Staatsanleihen immer höhere Renditen zahlen, da der Risikoaufschlag im Vergleich zu deutschen Bundesanleihen, die am Finanzmarkt als Gradmesser angesehen werden, wegen der steigenden Staatsschuld immer höher wird. Am Montag stieg der Risikoaufschlag in der Spitze auf mehr als 200 Basispunkte.

Die Ratingagentur Standard & Poor's kündigte an, die Einstufung der Kreditwürdigkeit des Landes überprüfen zu wollen. Bislang steht das Rating bei "A-". Zum Vergleich: Top-Schuldner wie die Bundesrepublik Deutschland haben mit "AAA" das beste Rating. Die Agentur bemängelte, dass die von der neuen Regierung vorgelegten Pläne zur Haushaltskonsolidierung kaum zu einer nachhaltigen Reduzierung des Defizits und des öffentlichen Schuldendienstes führen würden.

Quelle: ntv.de, rts