Wirtschaft

Biotech-Tochter geht in die USA BASF schafft Fakten

Die Skepsis in Deutschland hinsichtlich der Gentechnik zwingt BASF zum Handeln. Der Chemiekonzern verlagert seine Zentrale für Pflanzen-Biotechnik von Limburgerhof bei Ludwigshafen in den US-Bundesstaat North Carolina.

Der Chemieriese BASF verlagert angesichts der Gentechnik-Skepsis in Europa seine Zentrale für Pflanzen-Biotechnik von Deutschland in die USA. 140 Stellen in Europa sollen abgebaut werden. Die Unternehmenszentrale der Tochter BASF Plant Science ziehe von Limburgerhof nahe des Konzernsitzes in Ludwigshafen nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina, kündigte der Dax-Konzern an.

Zudem werde die Pflanzengentechnik-Forschung und -Entwicklung in Raleigh sowie im belgischen Gent und in Berlin konzentriert. BASF will außerdem die Entwicklung aller Pflanzenbiotech-Produkte stoppen, die ausschließlich auf Europa ausgerichtet sind.

Die Mehrheit der Verbraucher, Landwirte und Politiker in weiten Teilen Europas akzeptiere die Gentechnik nicht, erklärte BASF-Vorstand Stefan Marcinowski. "Wir werden uns deshalb auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren", sagte er.       

BASF
BASF 60,84

In vielen europäischen Ländern sind Genprodukte außerhalb der Medizin umstritten. Die Politik in Europa folgte in den vergangenen Jahren dieser skeptischen Haltung in der Bevölkerung. So hatte die EU für die BASF-Genkartoffel Amflora, die für industrielle Anwendungen gedacht ist, erst nach jahrelangem Ringen im März 2010 den Anbau erlaubt. Der Streit um die Zulassung hatte 13 Jahre gedauert. BASF investierte zuletzt im Jahr rund 150 Millionen Euro in die Pflanzengentechnik.

Quelle: n-tv.de, rts

Mehr zum Thema