Wirtschaft

Streiks in Düsseldorf und Köln/Bonn Bis Freitag Chaos an Flughäfen

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Auch am Freitag streit das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf geht bis zum Freitagabend weiter. Die Gewerkschaft Verdi rief ihre Mitglieder auf, auch morgen die Arbeit ruhen zu lassen. Damit drohen weitere Verspätungen und Flugausfälle.

Der Streik des Sicherheitspersonals an den Flughäfen in Düsseldorf und Köln/Bonn wird an diesem Freitag fortgesetzt. Flugreisende in Nordrhein-Westfalen müssen sich damit auf weitere Verspätungen und Annullierungen gefasst machen. Die Gewerkschaft Verdi rief ihre Mitglieder dazu auf, die Arbeit an den Security-Checks der beiden Airports auch am Freitag ruhen zu lassen. An den Flughäfen streikten die Sicherheitsleute bereits am Donnerstag - bis zum Nachmittag fielen insgesamt 200 Flüge aus.

Die Gewerkschaft will mit den Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach höheren Löhnen Nachdruck verleihen. Die Arbeitgeber hätten die Frist verstreichen lassen und kein verbessertes Angebot vorgelegt, hieß es. Nun werde in Düsseldorf bis Freitag um 22.00 Uhr gestreikt und am Köln/Bonner Flughafen bis Freitag um 20.00 Uhr. Erst danach werde die Nachtschicht die Arbeit wieder aufnehmen. Rund 400 Fluggastkontrolleure seien im Streik.

Die Streikbeteiligung liege bei rund 90 Prozent, teilte Verdi mit. Die Arbeitgeber kritisierten den Streik scharf und forderten eine Rückkehr der Gewerkschaft an den Verhandlungstisch. Für die ist die Auseinandersetzung offenbar eine Grundsatzfrage: Verdi will für die Sicherheitskräfte an den Flughäfen einen Stundenlohn von einheitlich 16 Euro. Eine Schlichtung lehnt die Gewerkschaft ab, weil die Positionen zu weit auseinander liegen - die Arbeitgeber haben gut 9 Prozent mehr Lohn angeboten, die Verdi-Forderung beträgt nach Darstellung der Arbeitgeber etwa 30 Prozent Aufschlag.

Kampf gegen den Niedriglohnsektor

Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker erklärte, "offenbar wollen die privaten Sicherheitsunternehmen die Streiks aussitzen. Das provoziert die Beschäftigten allerdings zu einer härteren Gangart." Die Gewerkschaft sei durchaus in der Lage, "auch unbefristete Streikmaßnahmen zu organisieren". "Unser Ziel sind nicht ein paar Prozente mehr, sondern die Wach- und Sicherheitsbranche in NRW aus dem Niedriglohnsektor herauszuholen", erklärte Becker. Durch die inzwischen entstandenen Schäden hätten die privaten Sicherheitsunternehmer die Forderungen ihrer Beschäftigten für die nächsten Jahre "locker erfüllen können".

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) kritisierte die Streiks scharf. BDF-Geschäftsführer Michael Engel nannte es "maßlos, dafür die Passagiere in Geiselhaft zu nehmen und Flüge ausfallen zu lassen". Der Streik sei ein Paradebeispiel dafür, wie einige hundert Beschäftigte zehntausende Reisende und zwei Betriebsstätten mit 30.000 Mitarbeitern in Sippenhaft nehmen könnten. Engel forderte den Bund auf zu prüfen, ob einzelne Aufgaben im Luftverkehr weiter durch private Unternehmen durchgeführt werden können. Der Flughafenverband ADV bezeichnete die Streiks als inakzeptabel.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte die Beschäftigten des Sicherheitsgewerbes an den beiden Airports in der Nacht zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Der Ausstand begann am Donnerstag mit der Frühschicht um 04.00 Uhr. Von den in Düsseldorf ursprünglich geplanten 528 Starts und Landungen mussten nach Angaben eines Flughafensprechers 189 annuliert werden. In Köln wurde etwas mehr als jeder vierte Flug gestrichen: Von den insgesamt 88 geplanten Starts fielen 26 aus, von den 83 geplanten Landungen 22. Dazu kam eine Vielzahl an Verspätungen.

Quelle: n-tv.de, hvg/rts/dpa/AFP

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