Wirtschaft

Dax unter Druck Börsen rauschen in die Tiefe

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Anleger müssen derzeit hart im Nehmen sein.

(Foto: REUTERS)

Die neue Börsenwoche beginnt unerfreulich, weltweit fallen die Kurse deutlich. Anleger hoffen, dass es am Mittwoch ruhiger wird - und Klarheit über die Geldpolitik der US-Notenbank herrscht.

An den Börsen geht es weltweit bergab. In Frankfurt rauschte der Leitindex Dax zeitweise bis zu 4 Prozent in den Keller, erholte sich dann wieder etwas. An der Wall Street verlor der S&P 500 2 Prozent. An der Technologie-Börse Nasdaq herrschte ebenfalls Land unter.

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Schon seit Tagen stehen die Börsen unter Druck. Seit Jahresbeginn hat der S&P 500 knapp 10 Prozent eingebüßt, der Nasdaq 100 sogar fast 14 Prozent. Der Dax verlor seitdem mehr als 5 Prozent.

Dafür werden vor allem zwei Gründe angeführt: Zum einen bereitet die US-amerikanische Notenbank Fed angesichts der hohen Inflation die Märkte auf eine Zinswende vor. Steigende Zinsen machen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen unattraktiver. Außerdem trocknet eine straffere Geldpolitik Liquidität im Markt aus.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass im März der erste Schritt erfolgt. Wie drastisch er ausfallen wird, ist nicht bekannt. Auch wird darüber gerätselt, wie viele Zinsschritte in diesem Jahr erfolgen werden. Die Fed wird morgen über die künftige Geldpolitik Auskunft geben.

Der zweite Grund ist der russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine. Für den Fall, dass Russland das Nachbarland angreift, haben die USA, Großbritannien und die EU Wirtschaftssanktionen angekündigt. Das Thema Ukraine werde die Märkte auf absehbare Zeit belasten, "bis es eine Art Lösung und mehr Klarheit gibt, wie die Sache ausgeht", sagte Darren Schuringa, Chef des Vermögensverwalters ASYMmetric ETFs.

Kryptos verlieren kräftig

Der derzeitige Ausverkauf beschränkt sich nicht auf einzelne Titel, sondern betrifft den ganzen Markt. Es sieht außerdem so aus, als ob viele Investoren jeden Kursanstieg nutzen, um Aktien zu verkaufen.

"Der Risiko-Mix aus geopolitischen Spannungen, einem steigenden Ölpreis und damit der Aussicht auf weiter hohe Inflationsraten und höhere Zinsen sorgt dafür, dass Anleger gerade einen weiten Bogen um Aktien machen", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, stiegen um bis zu 21 Prozent.

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Auch an der russischen Börse geht es bergab. Der Moskauer Leitindex fiel um mehr als acht Prozent - der größte Kursrutsch seit dem Corona-bedingten Börsen-Crash vom März 2020. Die russische Währung Rubel geriet ebenfalls unter Druck.

Dass Investoren das Risiko reduzieren, zeigt sich auch im Absturz der Kryptowährungen. Bitcoin und Ethereum rutschten um bis zu 15 Prozent ab und notierten auf dem Niveau von vor einem halben Jahr. Die "Antikrisen-Währung" Gold verteuerte sich dagegen etwas. Auch andere "sichere Häfen" wie Bundesanleihen waren gefragt.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa

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