Wirtschaft

Ecuador sattelt noch was drauf Chevron zahlt für Öl-Desaster

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Chevron gehört zu den fünf gewinnträchtigsten Konzernen 2011. In diesem Jahr könnte es für den US-Ölmulti noch einen Schritt nach oben gehen.

(Foto: REUTERS)

Umweltsünden des früheren Ölkonzerns Texaco kommen die neue Mutter Chevron teurer zu stehen als bisher angenommen. Für Öl-Schäden im Amazonasgebiet verlangt Ecuador ein Bußgeld von 19 Milliarden Euro, eine Milliarde mehr als bisher. Erst vor wenigen Tagen hatte Brasilien eine Millionenstrafe gegen den US-Ölriesen verhängt.

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Ein Umweltschützer in Lago Agrio in Ecuador begutachtet die Schäden durch auslaufendes Öl.

(Foto: REUTERS)

Der Ölkonzern Chevron wird für Umweltschäden im Amazonasgebiet noch stärker zur Kasse gebeten als bisher angenommen. Ein ecuadorianisches Gericht setzte die Strafe auf 19,02 Mrd. US-Dollar fest. Das im vergangen Jahr ursprünglich verhängte Bußgeld lag bei 18,2 Mrd. US-Dollar.

In der nun verhängten Strafe enthalten sind rund 900 Mio. US-Dollar für die Amazon Defense Front, eine von den Klägern gebildete Koalition, wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht. Weitere 8,6 Mrd. US-Dollar muss Chevron zahlen, weil sich der Konzern nicht entschuldigt hat.

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Der Ölkonzern war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Chevron hat die Verantwortung für die Schäden stets zurückgewiesen.

Vertreter von Ureinwohnergruppen fordern Entschädigung für die Verseuchung ihres Landes durch Texaco. Texaco war von 1964 bis 1992 in Ecuador tätig und 1993 von den Bewohnern des ölreichen Amazonasregenwaldes verklagt worden, zunächst vor einem New Yorker Gericht. Chevron "erbte" die Klage durch die Übernahme von Texaco im Jahr 2001.

Strafe für Erdölkatastrophe in Brasilien

Erst vor wenigen Tagen war Chevron in Brasilien zu einer Millionenstrafe für eine Erdölkatastrophe vor der Küste von Rio de Janeiro im November 2011 verurteilt worden. Die brasilianische Nationale Erdölagentur ANP wies dem US-Konzern 25 Verstöße gegen die Gesetzesauflagen zur Ölförderung nach und verhängte eine Strafe in Höhe von umgerechnet etwa 20,8 Mio. Euro, wie die Tageszeitung "O Globo" am Wochenende schrieb.

Am Nachmittag legt der US-amerikanische Ölriese Zahlen für das zweite Quartal vor. Nach vorläufigen Meldungen beflügelte ein besseres Raffineriegeschäft und Verkäufe von Vermögensteilen im Wert von 200 Mio. US-Dollar das Ergebnis. Die negativen Auswirkungen des niedrigeren Ölpreises seien dadurch mehr als wettgemacht worden. Analysten waren für das zweite Quartal bislang von einem Überschuss von 3,20 Dollar je Aktie ausgegangen nach einem Gewinn von 3,27 Dollar je Dividendenpapier im ersten Quartal.

Quelle: ntv.de, ddi/rts/dpa