Wirtschaft

Schmiergeld-Befehl vom Boss? China beschuldigt Ex-Glaxo-Chef

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GlaxoSmithKline soll Schmiergelder für Bestellungen bezahlt haben

(Foto: REUTERS)

Der Korruptionsskandal um den britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline in China zieht immer weitere Kreise. Die Behörden beschuldigen den Ex-Chef des China-Geschäfts, Mark Reilly, seine Mitarbeiter gedrängt zu haben, Krankenhäuser und Ärzte systematisch zu bestechen.

Das britische Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline soll sich Medikamenten-Bestellungen in China regelrecht erkauft haben. Chinesische Behörden werfen dem ehemaligen Glaxo-China-Chef vor, sein Vertriebsteam zu Bestechungen gedrängt zu haben, um mehr Produkte zu höheren Preisen absetzen zu können. Durch die Bestechung von Krankenhäusern, Ärzten und Gesundheitseinrichtungen habe das Unternehmen seinen Umsatz um Milliarden Yuan angekurbelt, erklärte das Ministerium für Öffentliche Sicherheit.

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Glaxo räumte ein, dass einige hochrangige Manager in China Gesetze gebrochen haben könnten und kündigte eine Kooperation mit den Behörden an. Der Konzern hatte in der Vergangenheit erklärt, Reilly unterstütze die Behörde bei den Ermittlungen und sei nach China zurückgekehrt. Ein chinesischer Beamter bestätigte, dass sich der Ex-Manager in dem Land aufhalte.

Nach Angaben des Ministeriums werden neben Reilly auch die früheren Glaxo-Topmanger Zhang Guowei und Zhao Hongyan der Bestechung beschuldigt. Die beiden Manager waren im vergangenen Jahr festgenommen worden. Im Zusammenhang mit der Bestechungsaffäre hatte das Unternehmen den Chef seiner China-Sparte schon im letzten Sommer ausgetauscht. Herve Gisserot übernahm die Aufgaben von Reilly. Damals gab es noch allerdings noch keine Vorwürfe der chinesischen Behörde gegen den Manager selbst.

Chinesische Beamte sagten, die Ermittlungen seien nun abgeschlossen. Es liege jetzt bei der Staatsanwaltschaft und dem Gericht, die Sache weiter zu verfolgen. GlaxoSmithKline stand in der Vergangenheit wiederholt unter Verdacht, Bestechungsgelder einzusetzen, um Aufträge zu bekommen, unter anderem in Osteuropa und im Nahen Osten.

In China sind offene Korruptionsvorwürfe gegen führende Manager eines großen ausländischen Konzerns ungewöhnlich. Bestechung ist in China weit verbreitet. Chinas neuer Präsident Xi Jinping geht aber seit einiger Zeit öffentlichkeitswirksam gegen die grassierende Korruption in der Verwaltung und der Kommunistischen Partei vor.

Quelle: n-tv.de, bge/Dow Jones

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