Wirtschaft
(Foto: REUTERS)
Sonntag, 13. Mai 2012

Notenbank senkt Mindestreserve: China lockert die Zügel

Weil Chinas Wirtschaft langsam an Fahrt verliert, gibt die Zentralbank den Banken mehr Luft zur Kreditvergabe. Das dritte Mal innerhalb eines halben Jahres senken sie die Kapitalanforderungen. Behalten Experten Recht, wird Peking schon bald mit weiteren stimulierenden Maßnahmen nachlegen.

Chart

Nach einer Reihe von negativen Konjunkturdaten hat Chinas Zentralbank die Mindestreserve-Anforderungen an Banken gelockert, um das Wirtschaftswachstum zu stützen. Die People's Bank of China erklärte, sie werde den vorgegebenen Satz für die Mittel, die Banken als Sicherheit zurückhalten müssen, um 0,5 Prozent senken. Die Änderung, durch die die Kreditvergabe der Banken angeschoben werden soll, wird am 18. Mai wirksam.

Im aktuellen Zyklus geldpolitischer Lockerungen hatte die Zentralbank die Vorgaben für die Bankreserven bereits zwei Mal zurückgenommen - zunächst im November und dann erneut im Februar. Durch den jetzigen Schritt wird der Anteil an Reserven, den die Banken zurückhalten müssen, auf 20 Prozent sinken.

"Es ist ein Signal an das Volk und die Märkte, dass die Zentralbank die Situation im Blick hat und weitere Lockerungen kommen werden, wenn sie nötig sind", sagte Goldman-Sachs-Volkswirt Yu Song.

Einstelliges Wachstum

Am Freitag hatte die nationale Statistikbehörde Chinas bekanntgegeben, dass die Industrieproduktion im April im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Prozent zugelegt hatte. Damit lag das Wachstum deutlich niedriger als im März, als das Plus 11,9 Prozent betragen hatte. Vor allem aber blieben die Daten substanziell hinter den Erwartungen zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg um 12,2 Prozent gerechnet.

Zuvor hatten bereits die April-Daten für die Kreditvergabe, Investitionen, Exporte und Importe allesamt die Prognosen verfehlt. Das deutet darauf hin, dass sich Chinas Wirtschaft auf breiter Front verlangsamt.

Goldman-Volkswirt Song erwartet, dass die Regierung in Peking schon bald weitere Schritte unternehmen wird, um das Wachstum anzukurbeln. Nötig seien vor allem Maßnahmen, um die Investitionen zu stärken, besonders die Ausgaben für Infrastrukturprojekte, meint er.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen