Wirtschaft

Wachstumslok mit wenig Dampf Chinas Industrie schrumpft

1317360576.jpg6271618369941013477.jpg

Schlechte Nachrichten kurz vor dem chinesischen Nationalfeiertag.

(Foto: AP)

Bekommt die Weltwirtschaft neben der Finanzkrise ein weiteres ernsthaftes Problem? Die chinesische Industrie verzeichnet im September unbefriedigende Daten. Die Zahlen geben der Befürchtung neue Nahrung, dass sich auch die Wirtschaft in der langjährigen Wachstumslokomotive abschwächen könnte.

Die chinesische Industrie bekommt weiter die Abkühlung der Wirtschaft weltweit zu spüren. Im September schrumpften die Geschäfte des Sektors den dritten Monat in Folge, wie aus dem Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC hervorging.

Das Barometer verharrte auf dem August-Stand von 49,9 Punkten und verfehlte damit erneut knapp die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Werte unter 50 deuten in der Regel auf eine schrumpfende Wirtschaft hin. Die Zahlen geben der Befürchtung neue Nahrung, dass sich auch Chinas Wirtschaft abschwächen und dem Abwärtstrend in Europa und den USA weniger als bisher entgegensetzen könnte. Die Volksrepublik war in den vergangen Jahren Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft.

Umfangreichere Importe

Der Handelsüberschuss der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sank in der ersten Jahreshälfte um fast ein Drittel auf 87,8 Milliarden US-Dollar. Die Quote beläuft sich nunmehr auf 2,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie aus amtlichen Statistiken in Peking hervorging. Im ersten Quartal waren es noch 3,5 Prozent.

Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch umfangreichere Importe. China steht seit längerem in der Kritik vor allem der USA, mit einem niedrigen Kurs der Landeswährung Yuan die eigenen Exporte zu stützen und so das Ungleichgewicht im Welthandel zu verschärfen.

Die Volksrepublik China hält weltweit die größten ausländischen Währungsreserven. Im Juni waren es 3,2 Billionen Dollar. Diese Vorräte verringerten sich im zweiten Quartal um 9,8 Milliarden Dollar. Hintergrund sind Währungsschwankungen und Wertberichtigungen, die die Reserven schon in den ersten drei Monaten um 59,4 Milliarden Dollar zusammenschmelzen ließen.

Quelle: n-tv.de, rts/DJ