Wirtschaft

Furcht vor Dollar-Abwertung Chinesen warnen USA

Die US-amerikanischen Schuldenprobleme sorgen für große Unsicherheit beim größten Gläubiger China. In Peking wird befürchtet, dass die USA den Dollar abwerten, um so die vor sich hin dümpelnde heimische Wirtschaft zu stützen. Chinesische Medien fordern von den Vereinigten Staaten eine Abkehr von ihrem Dominanzanspruch.

2zhq3821.jpg5847407714429518063.jpg

(Foto: dpa)

Nach der Bonitätsherabstufung der USA kommen aus China immer deutlichere Forderungen nach einer verteidigungs- und fiskalpolitischen Kehrtwende. Staatliche chinesische Medien riefen die größte Industrienation sowie die europäischen Staaten dazu auf, die Erholung der Weltkonjunktur nicht aufs Spiel zu setzen. An die Adresse der USA richteten sie die unverhohlene Warnung vor einer Abwertung des Dollar, um die heimische Wirtschaft zu stützen.

Für die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bekommen die Vereinigten Staaten nun die Rechnung für ein Vormachtstreben um jeden Preis. In einem Kommentar wird von der Regierung in Washington eine "Änderung ihrer Politik der Einmischung im Ausland" verlangt. "Jetzt ist die richtige Zeit für die USA, gefangen in wirtschaftlicher Bedrängnis, über ihren Dominanzanspruch nachzudenken", hieß es unter Verweis auf die Unsummen, die die Kriege im Irak und in Afghanistan verschlingen.

Zwar stockt auch die Volksrepublik ihren Militärhaushalt drastisch auf. Dieser liegt aber für 2011 mit etwa 93,5 Milliarden Dollar noch deutlich unter dem Rekordwert von 553 Milliarden Dollar, der dem US-Verteidigungsministerium im Haushaltsjahr 2012 zur Verfügung steht. Allerdings hat US-Präsident Barack Obama bereits eine Kürzung der Militärausgaben angekündigt.

Als größter Gläubiger der USA fürchtet China um den Wert seiner Währungsreserven, sollte der Dollar - unter anderem als Folge der schlechteren Bonitätsnote von Standard & Poor's  (S&P) - an Wert verlieren. Während die Führung in Peking sich mit offiziellen Stellungnahmen zurückhält, sprechen chinesische Medien Klartext. Xinhua zufolge haben die in einer Konjunkturflaute steckenden USA nun ein großes Interesse daran, den Wert ihrer Währung niedrig zu halten und damit ihre Exportwirtschaft zu stärken. Bislang waren es vor allem die USA, die China vorwarfen, die eigene Währung künstlich niedrig zu halten und sich damit unfaire Vorteile auf den Weltmärkten zu verschaffen.

"Lösbare Probleme"

Trotz der Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit hat sich Präsident Barack Obama zuversichtlich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten ihre Wirtschafts- und Finanzprobleme in den Griff zu bekommen. Diese seien "lösbar", wenn es dazu parteiübergreifend den nötigen politischen Willen gebe, sagte Obama in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache am Montag. Er werde in den kommenden Wochen Vorschläge vorlegen, um den Schuldenberg der USA zu verringern.

Demokraten und Republikaner im US-Kongress hatten vor einer Woche nur Stunden vor Fristablauf eine Anhebung der US-Schuldengrenze beschlossen. Ohne den Schritt wären die USA zahlungsunfähig gewesen. Die dabei vereinbarten gleichzeitigen Haushaltskürzungen gingen der Ratingagentur Standard & Poor's aber nicht weit genug. Sie entzog darauf den USA erstmals in der Geschichte die Bestnote "AAA" bei der Kreditwürdigkeit.

Quelle: n-tv.de, wne/rts/AFP

Mehr zum Thema
23.05.09
02.06.09
23.04.09
27.04.09
28.04.09