Wirtschaft

Solar-Aktien "größte Kapitalvernichter" DSW rechnet nach

Solar ist nicht gleich Solar - das ist für interessierte Anleger die wohl wichtigste erste Erkenntnis.
Wer in die Sonnentechnologie investieren möchte, sollte die großen Produktionsschritte auf dem Weg zum fertigen Solarmodul kennen, denn zahlreiche Anbieter haben sich auf einzelne Zwischenprodukte spezialisiert.

Die Investments in Sonnentechnologie enttäuschten im vergangenen Jahr.

Solar-Aktien ließen einst Anleger strahlen. Diese Zeiten scheinen jedoch vorbei zu sein. Auf der DSW-Liste zu den "größten Kapitalvernichtern" unter Deutschlands Unternehmen liegen die Solarfirmen ganz weit vorne. Aber auch einige Bankenriesen aus dem Dax finden sich hier wieder.

Erst wurden Solaraktien hochgejubelt, zuletzt waren viele von ihnen keine gute Geldanlage mehr. In einer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zusammengestellten Liste zu den "größten Kapitalvernichtern" unter Deutschlands Unternehmen finden sich mit Solon (Berlin/Platz 1), Q-Cells (Bitterfeld-Wolfen/3), Colexon Energy (Hamburg/4) und Conergy (Hamburg/6) gleich mehrere Solarfirmen auf den vorderen Plätzen. Aber auch die Aktien einiger Banken schnitten bei der DSW-Untersuchung schlecht ab.

Besonders starke Einbrüche des Aktienkurses verzeichnete das Berliner Unternehmen Solon, das mit Solarmodulen und Solartechnik sein Geld verdient. "Solon hat es geschafft, das Kapital seiner Aktionäre fast vollständig zu pulverisieren", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker in Frankfurt. Wer vor fünf Jahren 1000 Euro in Solon-Papiere setzte, besitze heute noch 90 Euro.

Weniger Subventionen, weniger Interesse

Ein Grund für den Ansturm auf Aktien der Solar-Branche in früheren Jahren lag auch im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es garantierte den Betreibern von Solarmodulen Vergütungen, die deutlich über dem Marktpreis lagen. Die Differenz zu den Marktpreisen zahlen alle Stromkunden über eine Umlage. Nach einem Kompromiss wurde diese Subvention angepasst: Deutschlands Solarförderung soll bald um bis zu 24 Prozent sinken.

Zudem bekamen die Hersteller von Solarzellen und -modulen die Billigkonkurrenz aus Asien zu spüren. Besser lief es dagegen etwa bei SMA Solar aus Nordhessen, der Wechselrichter produziert, mit denen der Gleichstrom aus Solaranlagen in Wechselstrom umgewandelt wird. Dass dennoch insgesamt 6 Solarunternehmen unter den 50 auf der DSW-Negativliste stehen, zeige "eindeutig, dass wir es hier mit einer blasenartigen Entwicklung dieser Branche zu tun haben", sagte Hocker.

Dax-Riesen auf der Negativ-Liste

Zu den "Kapitalvernichtern" zählt die DSW auch die Commerzbank (15.), die Postbank (34.) und die Deutsche Bank (48.). Für die Untersuchung wurden die Aktienkurse von 285 Unternehmen in den vergangenen fünf Jahren unter die Lupe genommen. Die Entwicklungen über ein, drei und fünf Jahre wurden unterschiedlich gewichtet, damit langfristige Erfolge kurzfristige Dellen ausgleichen können.

Quelle: n-tv.de, dpa

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