Wirtschaft

Modelloffensive zahlt sich aus Daimler erlebt neue Sternstunde

Elf Milliarden Euro investiert Daimler derzeit in Forschung und Entwicklung - und das zahlt sich aus. Zahlreiche neue Modelle locken Kunden an. Absatz, Umsatz und Gewinn steigen. Aber die Anleger finden ein Haar in der Suppe.

Mit einem fulminanten Jahresstart wartet der Daimler-Konzern auf. Dank vieler neuer Modelle - der Konzern spricht von der größten Modelloffensive seiner Geschichte - steigerte das Dax-Unternehmen mit der Kernmarke Mercedes-Benz in den ersten drei Monaten 2014 Umsatz, Absatz und Gewinn massiv. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigte der Daimler aber - ebenso wie Volkswagen - lediglich. "Die Zahlen belegen eines: Daimler hat wieder Tritt gefasst", kommentiert n-tv.de-Autoexperte Helmut Becker.

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Am Aktienmarkt kamen die Quartalszahlen zunächst gut an, die Aktien waren vorbörslich größter Gewinner im Dax. Nach Handelseröffnung drehte sich dannd as Blatt, die Titel rutschen ins Minus und führten die Verliererliste mit rund 2 Prozent an.

"Weiter hart arbeiten"

Konzernweit stiegen die Auslieferungen im ersten Quartal um 13 Prozent auf 565.800 Fahrzeuge. Mit neuen Modellen holten sie vor allem in China auf, nachdem sie auf dem weltgrößten Automarkt weit hinter die Rivalen Audi und BMW zurückgefallen waren. "Die Lücken im Produktportfolio gegenüber BMW und Audi werden systematisch und sehr erfolgreich geschlossen und ist endlich auch auf dem chinesischen Markt als ernsthafter Wettbewerber unterwegs", sagte Autoexperte Becker.

Der Umsatz kletterte dementsprechend auf 29,5 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent. Noch deutlicher zeigte sich das runderneuerte Produktportfolio hingegen auf der Ergebnisseite: Operativ blieben 1,787 Milliarden Euro nach 917 Millionen im Vorjahreszeitraum übrig. Unterm Strich lag das Konzernergebnis bei 1,086 Milliarden Euro, nach 564 Millionen Euro im Vorjahr. Die Ergebnisse entsprechen in etwa dem, was von Analysten erwartet wurde.

"Wir sind im laufenden Jahr wie erwartet gut gestartet. Im Jahresverlauf werden wir weiter konsequent an unserem profitablen Wachstumskurs arbeiten", sagte Vorstandschef Dieter Zetsche mit Blick auf die Zahlen. "Unsere Strategie geht auf, unsere Investitionen tragen Früchte."

Weiter expandieren

Für den weiteren Jahresverlauf bleiben die Schwaben optimistisch. Die Aussichten seien weiterhin günstig, dass die Weltwirtschaft weiter expandiere und in den kommenden Quartalen an Dynamik gewinne. Das gelte vor allem für die Industrieländer, insbesondere die USA und Westeuropa, hieß es.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigten die Stuttgarter deshalb. Konzernabsatz und - umsatz sollen deutlich zulegen. Gleiches gilt für den operativen Gewinn aus dem laufenden Geschäft, der deutlich über dem Vorjahr liegen soll.

Neue Modelle satt

Rückwind geben Daimler indes zahlreiche Neuerungen wie sein überarbeitetes Flaggschiff S-Klasse, die neue E-Klasse und auch die verschiedenen Kompaktwagen. Daimler will bis 2020 noch zwölf Modelle auf den Markt bringen, die keinen Vorgänger haben. Die Absatzzahlen des Konzerns erreichten im ersten Quartal mit 565 800 Fahrzeugen einen neuen Rekordwert.

Punkten will Daimler künftig unter anderem mit der neuen S-Klasse als Coupé, die ab September an den Start gehen soll. Bereits zum Jahresbeginn waren die Großraumlimousine V-Klasse und der kompakte Sportwagen GLA auf den Markt gekommen.

Die Schwaben wollen bis 2020 an den Erzrivalen BMW und Audi vorbeigezogen sein. Probleme bereitete ihnen jüngst jedoch ein älteres Modell: In den USA und Kanada musste der Autobauer wegen defekter Rückleuchten 284 000 C-Klassen zurückrufen. Einem Sprecher zufolge sind Fahrzeuge der Baujahre 2008 bis 2011 betroffen. Hierzulande wird es ihm zufolge aber keinen Rückruf geben.

Nach den Worten von Finanzvorstand Bodo Uebber wird im kommenden Jahr zudem noch nicht der Höhepunkt in diesem Modell-Zyklus erreicht. Er verwies auf das Budget für Forschung und Entwicklung, das in diesem Jahr elf Milliarden Euro betrage und noch länger so hoch bleiben solle.

Ruhige Hand beim Thema Russland

Der politische Konflikt mit Russland über die Ukraine schreckt Daimler indes nicht von dem wichtigen östlichen Automarkt ab. "Wir haben keine Investitionen gestoppt - es wäre ein Fehler, alles auf Hold zu setzen", sagte Finanzvorstand Bodo Uebber. Die Politik sei stark gefragt, eine Lösung zu finden.

Derzeit sei die Nachfrage nach Pkw in Russland rückläufig. Mercedes habe jedoch gegen diesen Trend zugelegt und im ersten Quartal mit 11.000 Pkw rund 2000 mehr verkauft als im Vorjahr. Daimler Trucks dagegen habe die Flaute mit rückläufigem Absatz zu spüren bekommen.

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/rts/DJ

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