Wirtschaft

Was geschah in Argentinien? Daimler droht US-Verfahren

Schwere Vorwürfe aus der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien verfolgen Daimler bis in die Gegenwart: In Niederlassungen der Pkw-Tochter Mercedes-Benz sollen sich Mitarbeiter vor 30 Jahren am Verbrechen gegen Gewerkschaftsmitglieder schuldig gemacht haben. Der Fall soll nun vor einem US-Gericht neu aufgerollt werden.

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Straßenszene aus Buenos Aires, Anfang der achtziger Jahre: Die Militärdiktatur lässt Demonstranten verhaften.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Der deutsche Autobauer Daimler soll sich nun doch vor einem US-Gericht wegen des Vorwurfs der Verstrickung in die Entführung, Folter und Tötung von Mercedes-Benz-Mitarbeitern in Argentinien verantworten. Die fraglichen Ereignisse liegen rund 30 Jahren zurück.

Eine untere Instanz habe sich geirrt, als sie den Fall 2007 abgewiesen habe, entschied ein US-Berufungsgericht. Der Fall werde nun zurückgegeben an ein Gericht in San Jose. In einer ersten Reaktion teilte ein Daimler-Sprecher dazu lediglich mit, das Unternehmen werde vermutlich Einspruch gegen die Entscheidung einlegen.

Es geht um den Vorwurf, dass Mercedes Benz während der Militärherrschaft in Argentinien mit den Sicherheitskräften im Land kollaboriert haben soll. Gewerkschafter des Werkes Gonzalez-Catan bei Buenos Aires sollen von der Polizei verschleppt worden sein, nachdem Mercedes-Benz sie als Aufrührer bezeichnet habe, sagte der Anwalt Terry Collingsworth.

Der Fall kann wegen eines US-Sondergesetzes in den Vereinigten Staaten verhandelt werden, das es ermöglicht, in den USA tätige Unternehmen vor US-Gerichten für im Ausland begangene Taten zur Rechenschaft zu ziehen.

Quelle: n-tv.de, rts

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23.04.09