Wirtschaft

Milliarden für eine smarte Idee Das Erfolgsgeheimnis von WhatsApp

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So wird man heute Milliardär: WhatsApp-Chef Jan Koum.

(Foto: dpa)

Eine kleine Softwareschmiede ist dem Online-Giganten Facebook mehr als das Zehnfache des eigenen Jahresgewinns wert: Was steckt hinter dem Kurznachrichtendienst WhatsApp?

Der Name WhatsApp steht für eine beispiellose Erfolgsgeschichte - und für die sensationellen Aufstiegschancen, die das Internet cleveren Unternehmern bietet: Der Kurznachrichten-Dienst ist noch nicht einmal vier Jahre alt, betreibt keine Eigenwerbung und kein Marketing und erreicht dennoch bereits rund 450 Millionen aktive Nutzer in aller Welt. Die Wachstumsraten sind enorm. Zuletzt kamen Tag für Tag im Schnitt rund eine Millionen neue Kunden hinzu.

Der wichtigste Erfolgsfaktor liegt in den Kosten. WhatsApp bietet die Möglichkeit, Texte, Bilder und Audio-Botschaften von Smartphone zu Smartphone zu übertragen. Im Kern ähnelt der Dienst der klassischen Short Text Message (SMS) - nur mit dem gewichtigen Unterschied, dass für die Nutzer anfangs keinerlei zusätzliche Kosten anfielen. Mittlerweile verlangt WhatsApp von Android-Nutzern einen vergleichsweise ungemein bescheidenen Beitrag von 1 Dollar (rund 0,72 Euro) pro Jahr. Die ersten zwölf Monate sind für Neueinsteiger weiterhin kostenlos. iPhone-Kunden bezahlen einmalig 99 US-Cent beim Hochladen der App.

Jeder Mobilfunk-Kunde, der seine SMS einzeln abrechnet oder seinem Mobilfunk-Anbieter einen satten Aufschlag auf die monatliche Grundgebühr für eine SMS-Flatrate überweist, muss da nicht lange grübeln. WhatsApp ist bislang im Vergleich zur SMS und anderen Messenger-Diensten unschlagbar schnell, unschlagbar einfach und unschlagbar günstig. Alles was die Nutzer benötigen, ist ein Smartphone und eine Netzverbindung via Mobilfunk oder W-Lan.

Erfrischend unideologisch

Zum kometenhaften Aufstieg trug sicherlich auch bei, dass WhatsApp-Nutzer über dieses Applikationsprogramm (App) plattformübergreifend kommunizieren können. In Zeiten konkurrierender Online-Giganten ist das ein starkes Argument. WhatsApp kam erfrischend unideologisch daher. Die App funktioniert über verschiedene Betriebssysteme hinweg - und verbindet damit auch die verschiedenen Kommunikationswelten in sich geschlossener Netzwerke von Facebook, Apple oder Google.

WhatsApp läuft auf verschiedenen Plattformen wie dem Betriebssystem Android von Google ebenso wie auf dem iPhone-System iOS von Apple, dem Windows Phone von Microsoft und auch auf dem Blackberry.

Sowieso online

Eine wichtige Besonderheit: Die Verbindung stellt WhatsApp dabei stets über das Internet her. Im Unterschied zu den Konzepten der Konkurrenz erfordert WhatsApp kein Benutzerkonto. Der Dienst greift schlicht auf die Telefonnummer zurück. Deshalb nutzt die Anwendung auch die Adressbücher in den Telefonen der Nutzer - und gleicht ab, wer von den Kontakten auch WhatsApp nutzt. Mehr personenbezogene Daten sind für die Funktion nicht notwendig.

Die Gründer waren von Anfang an darauf bedacht, den Dienst schlank zu halten. "Keine Werbung! Keine Spiele! Kein Schnickschnack!", erinnert eine handschriftliche Notiz, die seit den Anfangszeiten am Tisch von Mitgründer Jan Koum klebt. In den ersten Jahren wurden mehrere Sicherheitslücken in den WhatsApp-Systemen entdeckt, inzwischen laufe die Kommunikation zwischen Smartphones und Servern verschlüsselt, betont das Unternehmen.

Aus einer einfachen Idee haben die WhatsApp-Gründer einen weltumspannenden Kommunikationsdienst geschaffen. Obwohl die Firma zuletzt mit lediglich rund 50 Mitarbeitern auskam, ist WhatsApp alles andere als ein kleiner Fisch. Mit einem Volumen von zuletzt 18 Milliarden Kurznachrichten pro Tag nähert sich die 2009 gestartete Smartphone-App bereits dem Kommunikationsaufkommen klassischer SMS-Nachrichten an.

Quelle: ntv.de, mit dpa

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