Wirtschaft

Millionen für den Mittelstand Deutsche Bank stellt Fonds vor

Die Deutsche Bank will mittelständischen Unternehmen bei der Stärkung ihrer Finanzen unter die Arme greifen. Nachdem Bankchef Josef Ackermann den sogenannten Mittelstandsfonds bereits Anfang Dezember angekündigt hatte, nennt das Geldhaus nun Details: Immerhin scheint der neue Geldtopf großzügig ausgestattet zu sein. Mitstreiter kann die Bank keine nennen.

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Erklärt die Idee seines Chefs: Deutsche-Bank-Vorstand Jürgen Fitschen (Archivbild).

(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der von Beobachtern mit Spannung erwartet Hilfsfonds der Deutschen Bank für den Mittelstand steht: Mit anfänglich 300 Mio. Euro will die Bank das Eigenkapital von Mittelständlern stärken, teilte die Deutsche Bank mit. Noch im ersten Quartal soll das Angebot starten.

"Wir peilen eine endgültige Fondsgröße von 500 Mio. Euro an, wir müssen also noch 200 Mio. Euro einwerben", sagte der Deutschland-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen. Derzeit laufen nach Angaben der Bank Gespräche mit potenziellen Investoren. Der Autobauer Daimler hatte einen möglichen Beitrag angedeutet.

Er sei zuversichtlich, im März bereits Namen nennen zu können, sagte Fitschen. Es gebe Gespräche mit einigen Industriefirmen, die Interesse gezeigt hätten. "Wir würden es klar vorziehen, wenn Investoren kein Brancheninteresse haben", betonte Fitschen, dessen Haus 300 Mio. Euro in den Topf steckt. Privatinvestoren seien auch willkommen. Der Fonds soll komplett ohne öffentliche Unterstützung auskommen.

Der Fonds richtet sich nach Angaben der Bank branchenübergreifend an mittelständische Unternehmen mit bis zu 100 Mio. Euro Umsatz - auch an Nichtkunden der Deutschen Bank. Die Firmen können zwischen zwei Millionen und zehn Millionen Euro erhalten.

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Delegieren will gelernt sein: Josef Ackermann überlässt die Details den Kollegen.

(Foto: REUTERS)

Der Fonds stelle den Firmen die Finanzhilfen in Form sogenannter Genussrechte bei einer Laufzeit von sieben Jahren zur Verfügung. Dadurch blieben die Mittelständler unabhängig in ihren unternehmerischen Entscheidungen. Durch Genussrechte erfolgt die Vergütung von Geldgebern in der Regel durch eine Gewinnbeteiligung.

Die Zinsbelastungen für die Firmen lägen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, sagte Fitschen. Investoren wiederum könnten auf eine Rendite im hohen einstelligen Prozentbereich hoffen.

Durch die Stärkung des Eigenkapitals verbessere sich für mittlere Unternehmen die Einschätzung der Kreditwürdigkeit seitens der Banken, und der Finanzierungsspielraum erhöhe sich, erklärte der Deutschland-Chef der Deutschen Bank. An Eigenkapital kämen derzeit in der Regel nur größere Mittelständler heran. Die Eigenkapitalversorgung für einen Teil der Wirtschaft sei derzeit "nicht ausreichend abgedeckt". Hier setze der Mittelstandsfonds für Deutschland an und schließe eine Lücke, erklärte er.

Fitschen räumte aber ein, dass 500 Mio. Euro langfristig nicht ausreichten, um mögliche Finanzierungsengpässe der deutschen Wirtschaft zu lösen. "Daher freuen wir uns über ähnliche Programme anderer Bankengruppen", sagte der Bankvorstand.

Verwaltet wird der "Mittelstandsfonds für Deutschland" von dem externen Frankfurter Dienstleister M Cap Finance. Bankchef Josef Ackermann hatte den Mittelstandsfonds vor zwei Monaten angekündigt. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, hatte Mitte Januar kritisiert, der versprochene Fonds lasse auf sich warten.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa/rts

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