Wirtschaft

Ein Jahr Wirtschaft im Lockdown Die Pandemie wirft die Verkehrswende zurück

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Der Anteil der Öffentlichen am Verkehr in Deutschland hat sich in der Krise halbiert.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Pandemie hat das Lebenswerk Tausender Unternehmer zerstört, Vermögen an den Börsen vernichtet und neu geschaffen, Millionen Arbeitsplätze unsicher gemacht und Deutschlands so solide Staatsfinanzen erschüttert. Unter anderem. Ein Jahr nach Beginn des bis dahin Undenkbaren, einem staatlich verordneten Shutdown großer Teile der Wirtschaft, zieht ntv.de eine Bilanz in Schlaglichtern. Folge sechs: Wie die Krise den Verkehr verändert.

Die bisherigen Folgen von "Ein Jahr Wirtschaft im Shutdown":

  1. Vom Börsen-Crash zum Höhenflug
  2. Vom Lebenstraum bleibt nur ein Schuldenberg
  3. Letzte Hoffnung Online-Shop
  4. In der Warte-"Hölle" der Corona-Hilfen
  5. Corona bringt die Inflation zurück

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Tageskilometer pro Person 2020

(Foto: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung - WZB)

Kürzere Strecken, dafür mehr Autos, kaum Sharing-Angebote und weniger öffentlicher Nah- und Fernverkehr. "Die Verkehrswende ist in der Pandemie auf der Strecke geblieben", sagt Mobilitätsforscher Andreas Knie ntv.de. Der Anteil des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sollte vor Corona von 15 auf 30 Prozent verdoppelt werden. Stattdessen wurde der Anteil nun halbiert. "Dass wir von diesem Niveau auf die alten 15 und darüber hinaus kommen, ist völlig utopisch", so Knie.

Was der Wissenschaftler vermisst, sind kreative Ideen: "In Berlin werden flächendeckend und täglich die Fahrscheine kontrolliert, das Reservierungssystem knubbelt die Menschen immer noch ganz dicht in ansonsten leeren Zügen. Ein flexibles Pandemie-Ticket gibt es immer noch nicht, vielleicht im August." Innovationseffekte durch Corona? "Fehlanzeige", so die Bilanz des Soziologen.

Knie arbeitet am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Laut seinen Berechnungen ist der Bewegungsradius der Menschen im harten Lockdown um ein Drittel zur Vor-Corona-Zeit geschrumpft. Zum Ende des ersten Quartals 2021 wird die Mobilität immer noch 20 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen. Einen Teil davon dürften die Menschen sich mit zunehmenden Impfungen zurückerobern, erwartet er. Aber so mobil wie vorher werden wir wohl nie mehr werden. Ein Grund ist das Homeoffice, "eine langfristige Veränderung", wie Knie sagt.

Für die Zeit nach der Pandemie rechnet der Forscher mit rund einem Drittel weniger arbeitsbezogenen Wegen. Und noch etwas könnte sich langfristig ändern: Das innerdeutsche Flugaufkommen dürfte nicht mehr ansatzweise das Vorkrisen-Niveau erreichen. "Wenn wir irgendwo einen Bewusstseinswandel durch die Corona-Krise verstärkt sehen können, dann ist es hier", so Knie.

Mehr zum Thema, wie Corona unsere Mobilität verändert hat, lesen Sie in der ausführlichen Berichterstattung von ntv.de:

Quelle: ntv.de, ddi

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