Wirtschaft

Hier gibt's was obendrauf Die dicksten Dividenden im Mai

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(Foto: picture-alliance / dpa/dpaweb)

Der Wonnemonat Mai wird seinem Ruf gerecht - zumindest für Aktionäre: Jedes zweite Dax-Unternehmen schüttet in diesem Monat seine Dividenden aus, unterm Strich viele Milliarden Euro. Mit den richtigen Aktien im Depot können Anleger ordentlich Geld verdienen. Doch nicht alles, was glänzt, lohnt sich auch.

Sparer haben es nicht leicht in diesen Zeiten: Tagesgeld wirft kaum Zinsen ab, halbwegs sichere Anleihen bringen ebenfalls kaum Rendite - und das Geld unverzinst unters Kopfkissen zu legen, ist selbst in Zeiten niedriger Inflationsraten keine lohnende Strategie. Wer sein Vermögen zumindest erhalten möchte, muss sein Geld mindestens so hoch verzinsen wie das Preisniveau steigt. Hier kommen Aktien ins Spiel - auch ganz ohne die Hoffnung auf Kursgewinne.

ichtag entscheidetMit Dividenden beteiligen Aktienunternehmen ihre Anleger Jahr für Jahr an den Gewinnen. Zahltag ist stets der Tag nach der Hauptversammlung - und diese Termine häufen sich dieser Tage: 15 der 30 Dax-Konzerne laden ihre Aktionäre im Mai zur Hauptversammlung - und schütten danach unterm Strich mehr als 14 Mrd. Euro an ihre Anteilseigner aus.

Manche stechen mit besonders hohen Dividenden hervor, andere knausern etwas. Wichtig ist für Anleger immer, lieber zweimal hinzuschauen, denn auch bei Dividenden kann der Schein trügen.

Neuer Dividendenkönig

Den größten Dividendenbatzen zahlt auch in diesem Jahr die Deutsche Telekom. Anleger können sich über rund 3 Mrd. Euro freuen - allerdings verteilt sich das Geld auf insgesamt 4,3 Mrd. Aktien, so dass pro Anteilsschein eine Ausschüttung von 0,70 Euro bleibt. Klingt wenig, doch gemessen am Aktienkurs ist es viel: Zum Schlusskurs vor dem Monatsauftakt Mai erzielen Telekom-Aktionäre mit der Dividende eine Rendite von 7,8 Prozent. Das müssen andere Anlageformen erst einmal schaffen - allerdings bleibt wie bei allen Aktien auch das Risiko eines sinkenden Kurses. Gezahlt wird die Dividende übrigens nicht wie üblich am Tag nach der Hauptversammlung am 16. Mai, sondern erst am 12. Juni. Aktionäre können sich statt einer Barauszahlung die Dividende auch in Form von Telekom-Aktien zahlen lassen, die an diesem Tag zugeteilt werden sollen.

Lange war die Deutsche Telekom mit ihrer vergleichsweise hohen Ausschüttungen der Spitzenreiter bei der Dividendenrendite. Doch ein anderer zuverlässiger Dividendenzahler schiebt sich im Renditevergleich nun knapp vor die Telekom: Eon. Der Versorgerriese schüttet am 6. Mai mit rund 2,1 Mrd. Euro ebenfalls eine stattliche Summe aus, die sich die Halter der insgesamt 1,9 Mrd. Aktien teilen. Damit bleibt je Aktie eine Dividende von 1,10 Euro. Gemessen am Schlusskurs vom Vergleichsstichtag 30. April 2013 ergibt das eine Dividendenrendite von satten 8 Prozent.

Möglich wird eine solch hohe Rendite durch die hohe Ausschüttungsquote des gesamten Bilanzgewinns - und einem deutlichen Kursrückgang in den vergangenen Monaten. Gemessen vom 52-Wochen-Hoch Mitte September 2012 haben die Papiere beinahe ein Drittel an Wert verloren. Börsianer treibt die Sorge um, dass Eon wegen der Energiewende künftig deutlich weniger Gewinn erwirtschaften wird und die Dividende zusammenstreichen wird.

Club der Milliardendividenden

Ebenfalls mit einer milliardenschweren Ausschüttung lockt der Versicherungsriese Allianz. Der Konzern zahlt seinen Anlegern am 8. Mai eine Dividende von rund 2 Mrd. Euro, das sind 4,50 Euro je Aktie. Das klingt zwar nach deutlich mehr als bei Eon, doch das täuscht. Eine Allianz-Aktie kostet am Stichtag 30. April rund achtmal so viel wie ein Anteilsschein von Eon. Die Dividendenrendite der Allianz fällt mit 4 Prozent damit nur halb so groß aus.

Der vierte und letzte Konzern aus der Milliardenliga, der im Mai seine Aktionäre beglückt, ist der Autobauer BMW. Am 15. Mai schüttet das Unternehmen rund 1,6 Mrd. Euro aus. Stammaktionäre erhalten dabei 2,50 Euro je Anteilsschein, für eine Vorzugsaktie zahlen die Münchner 2,52 Euro. Die deutlich verbreiteteren Stammaktien rentieren zum Stichtag 30. April mit einer Dividendenrendite von 3,6 Prozent.

Hier gibt's vier

Nicht nur in der Liga der Milliardenausschüttungen lässt sich als Aktionär gutes Geld verdienen. Auch bei den übrigen Dax-Konzernen, die im Mai ihre Schatulle öffnen, bieten sich Renditechancen mit Dividenden - sofern die Aktienkurse nicht in den Keller rauschen: Mit jeweils rund vier Prozent Diviendenrendite zum Stichtag 30. April warten K+S, Deutsche Börse und die Deutsche Post auf.

Die Deutsche Post lädt am 29. Mai zur Hauptversammlung, am Tag darauf erhalten Anleger 0,70 Euro je Aktie. Die Dividendenrendite liegt zum Stichtag bei 3,9 Prozent. Knapp darüber liegt mit 4,2 Prozent Dividendenrendite der Düngemittelproduzent K+S, der am 15. Mai die Ausschüttung von 1,40 Euro je Aktie plant. Am Tag darauf ist Zahltag bei der Deutschen Börse, die sich bei ihren Anlegern mit 2,10 Euro je Aktie erkenntlich zeigt. Die Dividendenrendite liegt am Vergleichstag bei 4,4 Prozent.

Nicht blind kaufen

Üppige Dividenden im Wonnemonat sind aber keine Selbstverständlichkeit. Die Lufthansa bittet ihre Aktionäre zwar am 7. Mai zur Hauptversammlung. Doch wegen schrumpfender operativer Gewinne und härterer Bilanzierungsregeln verzichtet der Konzern ganz darauf, seinen Bilanzgewinn von zuletzt 294 Mio. Euro an die Anleger auszuschütten. Stattdessen fließt das Geld wohl komplett in die Gewinnrücklagen - sofern Anleger auf der Hauptversammlung nicht dagegen Sturm laufen.

Dividendenkalender Mai 2013

Tag der AusschüttungUnternehmenDividendenvorschlagDividendenrendite 30.4.
6. MaiEon1,10 Euro8,0%
8. MaiAllianz4,50 Euro4,0%
9. MaiAdidas1,35 Euro1,7%
9. MaiHeidelbergCement0,47 Euro0,9%
15. MaiBMW Stammaktien2,50 Euro3,6%
15. MaiK+S1,40 Euro4,2%
16. MaiContinental2,25 Euro2,5%
16. MaiDeutsche Börse2,10 Euro4,4%
17. MaiDeutsche Telekom0,70 Euro7,8%
17. MaiFMC Stammaktien0,75 Euro1,4%
20. MaiFresenius1,10 Euro1,2%
24. MaiDeutsche Bank0,75 Euro2,1%
30. MaiDeutsche Post0,70 Euro3,9%
30. MaiLinde2,70 Euro1,9%

Ob hohe oder niedrige Renditen, auf ein vermeintlich todsicheres Geschäft sollten Anleger besser nicht spekulieren: Eine Aktie zur Hauptversammlung kaufen, um sie gleich nach der Dividendenzahlung wieder zu verkaufen. Unterm Strich geht das in der Regel schief, denn Börsenhändler ziehen zum ersten Handelsstart nach der Dividendenzahlung die Ausschüttung vom Kurs ab - schließlich ist das Unternehmen um genau diesen Betrag erleichtert worden und entsprechend weniger wert. Börsianer sprechen davon, dass die Papiere "ex Dividende" gehandelt werden. Nur mit Glück liegt nach der Ausschüttung der Aktienkurs rechnerisch im Plus - doch auf Glück sollten sich Anleger an der Börse nicht verlassen.

Quelle: n-tv.de