Nabu veröffentlicht RankingDiese Kreuzfahrtreedereien sind die größten Umweltsünder

Kreuzfahrten gehören zu den umweltschädlichsten Arten des Reisens. Die Organisation Nabu bewertet alljährlich, welche Reedereien sich am meisten um Klimaschutz bemühen. Zwei deutsche Anbieter schneiden in diesem Jahr gut ab, den ersten Platz belegen jedoch andere.
Die norwegischen Reedereien Havila und Hurtigruten bieten weiter die am wenigsten klima- und umweltschädlichen Kreuzfahrtreisen an. Wie in den Vorjahren landeten sie auch in diesem Jahr im Umweltranking des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) ganz vorn. Der Nabu-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener betonte aber bei der Präsentation der Ergebnisse in Hamburg, dass auch diese Reedereien weit von einer umweltfreundlichen Art des Reisens entfernt seien. Erreichten beide doch selbst als Bestplatzierte nicht einmal die Hälfte der möglichen Punkte.
Die Branche bleibt nach Ansicht des Nabu eiter deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen zunehmend in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch bleibe die Kreuzfahrtbranche "auf fossilem Kurs", hieß es.
Die zentrale Herausforderung - der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen - bleibe ungelöst. Viele Unternehmen setzten weiterhin auf fossile Energieträger, insbesondere Schweröl und "vermeintliche Übergangslösungen" wie etwa Flüssigerdgas (LNG). Die Investitionen in tatsächlich klimaneutrale Antriebe und E-Fuel-fähige Schiffe seien hingegen nach wie vor die Ausnahme - obwohl erste Konzepte für vollelektrische große Kreuzfahrtschiffe zeigten, "dass klimafreundliche Alternativen realisierbar sind".
Nur vier der zwölf untersuchten Reedereien schließen laut Nabu den Einsatz von Schweröl vollständig aus. "Die Unternehmen müssen jetzt verbindlich auf klimafreundliche Antriebe und saubere Kraftstoffe umsteigen und ihre Verantwortung für den Schutz von Meeren und Klima ernst nehmen", forderte Nabu-Schifffahrtsreferentin Raija Koch. Fortschritte gibt es im Bereich der Energieeffizienz. "Durch Neubauten und technische Nachrüstungen sinken bei den meisten Unternehmen die Klimaemissionen pro Passagierkilometer", erklärte die Organisation.
Im Zentrum der Bewertung standen Faktoren wie der Verzicht auf Schweröl als Treibstoff, die Nutzung von Landstrom und Stickoxidkatalysatoren sowie Klima- und Effizienzmaßnahmen. Die Ergebnisse des Rankings ergaben sich aus den freiwilligen Angaben der 15 befragten Reedereien.
Punktgleich auf dem dritten Platz landeten die französische Reederei Ponant sowie die deutschen Anbieter TUI Cruises mit Mein Schiff sowie Aida Cruises. Ganz hinten im Umweltranking landeten Royal Caribbean, Norwegian Cruise Line und als Schlusslicht der britische Anbieter Marella. Befragt, aber ohne Antwort blieben Phoenix Reisen, Viking Ocean Cruises und Nicko Cruises.
Kreuzfahrten erfreuen sich weiter großer Beliebtheit. Die weltweite Passagierzahl auf den schwimmenden Hotels kletterte im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2024 um 7,5 Prozent auf 37,2 Millionen - nach Angaben des Branchenverbands Clia ein Höchstwert. Auf Deutschland entfielen der Cruise Lines International Association (Clia) zufolge rund 2,8 Millionen Passagiere, ein Plus von zehn Prozent. Deutschland gilt nach den USA als der zweitwichtigste Kreuzfahrtmarkt weltweit. Das Bremer Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik ging zuletzt davon aus, dass inzwischen mehr als 420 schwimmende Hotels über die Weltmeere schippern.