Wirtschaft
Dienstag, 23. März 2010

Neue Frist für den US-Tanker: EADS klopft im Pentagon an

Der Airbus-Mutterkonzern EADS gibt den europäischen Traum vom Bau eines neuen Tankflugzeug für die US-Luftwaffe nicht auf: Die Europäer fragen im Pentagon nun doch nach einer Verlängerung der Bieterfrist. Offenbar ist auch dort das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.

Fliegende Tankstelle: Eine zweisitzige F-15E "Strike Eagle" übernimmt Sprit aus den Tanks einer KC135 "Stratotanker".
Fliegende Tankstelle: Eine zweisitzige F-15E "Strike Eagle" übernimmt Sprit aus den Tanks einer KC135 "Stratotanker".(Foto: REUTERS)

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS bemüht sich um eine Verlängerung der Bewerbungsfrist für den multimilliardenschweren US-Tankflugzeugauftrag. Der Nordamerika-Chef der Airbus-Mutter, Sean O'Keefe, sagte vor Journalisten, sein Unternehmen habe um eine Ausweitung der Frist um etwa 90 Tage gebeten. Die bisherige Angebotsfrist läuft am 10. Mai aus. Sein Unternehmen rechne innerhalb der kommenden Tage mit einer Antwort des US-Verteidigungsministeriums, sagte O'Keefe.

Der EADS-Nordamerikachef bestätigte damit Angaben aus dem Pentagon. Ende vergangener Woche hatte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums gesagt, dass EADS eine Verlängerung von 90 Tagen anstrebe.

Haus mit fünf Ecken: Das Pentagon in Washington.
Haus mit fünf Ecken: Das Pentagon in Washington.(Foto: REUTERS)

Die Ausschreibung ist bereits der dritte Antrag zur Vergabe des Auftrags zum Bau von zunächst 179 Tankflugzeugen im Wert von bis zu 50 Mrd. Dollar. Ursprünglich sollte Boeing die Maschinen bauen. Nach einem Beschaffungsskandal war diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht worden.

Im Rahmen der zweiten Ausschreibung erhielten diie Flugzeugbauer aus Europa den Zuschlag. Nach lebhaften innenpolitischen Auseinandersetzungen zogen die USA den Zuschlag zurück. In einem dritten Bieterverfahren hatte EADS wiederholt von einer einseitigen Ausrichtung der Vorgaben auf das Boeing-Modell gesprochen.

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Die Bundesregierung unterstützt EADS nun auch offiziell dabei, per Fristverlängerung doch noch mit dem Pentagon ins Geschäft zu kommen. "Es wäre fair, diesem Wunsch von EADS in den Vereinigten Staaten zu entsprechen", stellte Wirtschaftsminister Rainer Brüderle fest.

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Quelle: n-tv.de