Wirtschaft

Von der Leyen verwundert EU: Gazprom ignoriert höhere Nachfrage

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Europa sei "spezifisch" von den ansteigenden Energiepreisen betroffen, sagt Ursula von der Leyen.

(Foto: picture alliance/dpa/AFP POOL/AP)

Europa ächzt unter dem aufgeheizten Gasmarkt. Der russische Zulieferer Gazprom hält die Vertragskonditionen mit der EU zwar ein, reagiert anders als sonst aber nicht auf einen höheren Bedarf, bemängelt EU-Kommissionschefin von der Leyen. Hintergrund könnte der Streit um Nord Stream 2 sein.

Der russische Energieriese Gazprom hat nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zuletzt nicht auf die verstärkte Nachfrage aus der EU reagiert. "Während das Unternehmen Gazprom seine langfristigen Verträge mit uns eingehalten hat, hat es nicht wie in den Vorjahren auf eine höhere Nachfrage reagiert", sagte sie im Europaparlament in Straßburg.

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Die ganze Welt sei vom Anstieg der Energiepreise betroffen, aber es gebe "etwas Spezifisches" in der europäischen Situation. Zu möglichen Gründen der ausgebliebenen Reaktion auf die erhöhte Nachfrage aus der EU äußerte sich von der Leyen nicht. Kritiker des russischen Energieriesen vermuten, dass dieser damit versuchen könnte, eine rasche Inbetriebnahme der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 zu erzwingen.

Für die Leitung zwischen Russland und Deutschland steht bislang noch eine Genehmigung aus. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt gesagt, Lieferungen über Nord Stream 2 würden zu einer Entspannung auf dem aufgeheizten Gasmarkt und zu einer Senkung der Preise führen. Die drastisch gestiegenen Energiepreise werden an diesem Donnerstag und Freitag Thema beim EU-Gipfel sein.

Von der Leyen sagte, die aktuelle Situation zeige, dass Europa derzeit zu abhängig von Gas und Gasimporten sei. "Wir importieren 90 Prozent des verbrauchten Gases. Und das macht uns verwundbar", sagte sie. Verbessert werden könnte die Lage laut von der Leyen durch eine stärkere Diversifizierung der Lieferquellen und eine Beschleunigung des Übergangs zu sauberer Energie.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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