Wirtschaft

Dritter Milliardeneinlauf EZB greift zur Pumpe

Im Kampf gegen Engpässe bei der Liquiditätsversorgung pumpt die Europäische Zentralbank erneut Milliarden in den Geldmarkt. Beobachter gehen davon aus, dass die Banken nach dieser dritten langfristigen Zuteilung von der EZB erst einmal nicht mehr viel zu erwarten haben.

RTR1XQJV.jpg

Großzügiger Markteingriff: Diesmal ist die Maßnahme an einen variablen Zinssatz gebunden.

(Foto: REUTERS)

Im Kampf gegen Engpässe bei der Liquiditätsversorgung hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Geschäftsbanken zum dritten und vorerst letzten Mal langfristig mit billigem Geld versorgt. Fast 97 Mrd. Euro gingen am Mittwoch per Zuteilung für ein Jahr an insgesamt 224 nachfragende Banken, teilte die EZB mit. Damit wurde mehr Geld als beim langfristigen Geschäft im September abgerufen, als das Volumen 75 Mrd. Euro erreichte.

Beim ersten Ein-Jahres-Geschäft der EZB im Juni war noch die Rekordsumme von 442 Mrd. Euro an mehr als 1100 Banken vergeben worden. Die EZB hat bereits mehrfach angekündigt, dass sie die in der Finanzkrise ergriffenen massiven Sondermaßnahmen langsam auslaufen lassen will.

Die Refinanzierungsgeschäfte der EZB haben normalerweise eine deutlich kürzere Laufzeit. Mit der Ausweitung will die Notenbank den Banken ausreichend Kapital bereitstellen, um die Kreditversorgung in den 16 Euro-Ländern zu sichern.

Anders als bei den ersten beiden Ein-Jahres-Geschäften wird das Geld nicht fix zum derzeit historisch niedrigen Leitzins von einem Prozent verliehen. Der Zinssatz orientiert sich stattdessen am durchschnittlichen Leitzins der kommenden zwölf Monate. Experten erwarten, dass die EZB den Leitzins in der zweiten Jahreshälfte 2010 anheben wird.

Quelle: ntv.de, dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen