Wirtschaft

Kreditvergabe bleibt niedrig Euroraum hat Geldmenge im Griff

Das Wachstum der für die Zinspolitik der EZB wichtigen Geldmenge M3 fällt deutlich geringer aus als erwartet. Dies und eine sparsame Kreditvergabe der Banken verscheucht Inflationsgespenster.

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Hier ist noch der Deckel drauf.

(Foto: Pixelio/Petra Bork)

Das Geldmengenwachstum in der Eurozone hat sich im August deutlicher als erwartet abgeschwächt, was mit einer weiter sinkenden Kreditvergabe von Banken an Unternehmen und Privathaushalten einherging. Beides deutet auf einen mittelfristig schwachen Inflationsdruck hin.

Wie die EZB mitteilte, stieg das Geldmengenaggregat M3 gegenüber dem Vorjahresmonat nur noch um 2,9 Prozent. Die befragten Volkswirte hatten dagegen einen Anstieg um 3,2 Prozent prognostiziert, nachdem die Rate im Juli bei revidiert 3,6 Prozent gelegen hatte.

Gleichzeitig nahm die Summe der Kredite nach Angaben der Europäische Zentralbank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent ab. Analysten hatten einen unveränderten Wert erwartet. Zugleich wurde der Juli-Wert auf minus 0,4 von plus 0,1 Prozent nach unten revidiert.  

Im gleitenden Dreimonatsdurchschnitt (Juni bis August) erhöhte sich M3 wie im Vormonat um 3,2 Prozent. Hier war ein Plus auf dem vorläufigen Vormonatsniveau von 3,4 Prozent erwartet worden, das nun auf 3,2 Prozent nach unten revidiert wurde. Gegenüber dem Vormonat stieg M3 im August um 0,2 Prozent, nachdem im Juli ein Wachstum von 0,7 Prozent verzeichnet worden war.

M3 umfasst unter anderem Bargeld, Einlagen auf Girokonten, kurzfristige Geldmarktpapiere sowie Schuldverschreibungen mit bis zu zwei Jahren Laufzeit. Eine starke wachsende Geldmenge signalisiert Inflationsgefahr.

Quelle: ntv.de, DJ/rts