Wirtschaft

Positiver Nord-Stream-Effekt Experte erwartet fallende Preise

Der Bau der Erdgaspipeline könnte nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen eine Senkung der Gaspreise zur Folge haben. Allerdings hänge dies stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft ab.

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Anlandestation der Erdgaspipeline in Lubmin.

(Foto: dapd)

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen rechnet nach der Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream mit sinkenden Gaspreisen. Zwar werde sich kurzfristig "wegen bestehender Lieferverträge nichts ändern", sagte der Energieexperte des Verbandes, Holger Krawinkel, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Nutzung der Ostseepipeline könne aber dazu führen, dass es in Europa zu einer Überversorgung des Gasmarkts komme und der Preis "in fünf bis zehn Jahren" sinke.

Die Entwicklung des Gaspreises hänge aber stark von der Weltwirtschaft ab, sagte Krawinkel. Bleibe diese stabil, könne Russland voraussichtlich seine ölpreisgebundenen Gasmengen "gut auf dem Markt absetzen". Schwäche sie sich hingegen ab, werde dies die Preise zusätzlich drücken, sagte der Experte.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medwedew hatten die Pipeline am Dienstag im vorpommerschen Lubmin offiziell in Betrieb genommen. Nord Stream transportiert über eine Strecke von mehr als 1200 Kilometern fortan Erdgas aus sibirischen Gasfeldern nach Europa.

Quelle: ntv.de, AFP