Wirtschaft

Quartalsgewinn: Hightech schlägt Öl Exxon muss Apple ziehen lassen

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Fast 122 Mrd. Dollar Quartalsumsatz macht Exxon Mobil. Zum Vergleich: Apples Erlöse liegen bei etwa 46 Mrd. Euro.

(Foto: Reuters)

Jahrelang liefert Exxon Mobil die höchsten Quartalsgewinne. Aber trotz des gestiegenen Ölpreises schafft es der Ölmulti zum Jahresabschluss 2011 nicht, die Topposition des bestverdienendsten Konzerns der Welt zu verteidigen. Exxon erfüllt gerade so die Erwartungen - mit dem niedrigsten Quartalsgewinn 2011. Mit dem Jahresüberschuss könnte Exxon aber die Deutsche Bank kaufen.

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Der Gewinn von Exxon Mobil sprudelt wegen steigender Ölpreise zwar weiter, richtig überzeugend fallen die Quartalszahlen des US-Ölmultis aber nicht aus. Im 4. Quartal legte der Überschuss um 1,6 Prozent auf 9,4 Mrd. Dollar zu, wie der Konzern mitteilte. Es war der niedrigste Quartalsgewinn im vergangenen Jahr: Im 3. Quartal hatte Exxon noch ein Gewinnplus von 41 Prozent auf 10,3 Mrd. Dollar verzeichnet. Der Aktienkurs geriet im frühen Handel etwas unter Druck.

Damit lag Exxon nur knapp über den Erwartungen von Analysten. Meist gelingt es Exxon, die Prognosen von Fachleuten deutlich zu übertreffen. Das Geschäft mit Chemikalien, Motorenschmierstoffen und Benzin gehörte im Schlussquartal 2011 zu den Bremsschuhen. Der Umsatz erhöhte sich um 16 Prozent auf 121,6 Mrd. Dollar. Zu Exxon Mobil gehören in Deutschland etwa die Esso-Tankstellen.

Konstanz über das Jahr

Ölkonzerne profitierten weltweit von dem Preisanstieg, litten jedoch zeitgleich unter der schwächeren Konjunktur. Rohölfutures legten in New York bis Ende des 4. Quartals um ein Viertel auf 98,83 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Der Brent-Preis stieg in dem Quartal um 5 Prozent.

Die hohen Spritpreise bescherten Exxon Mobil im vergangenen Jahr aber einen Traumgewinn von unterm Strich 41,1 Mrd. Dollar beschert. Das sind umgerechnet 31,2 Mrd. Euro. Die Summe würde ausreichen, um damit auf einen Schlag die Deutsche Bank zu kaufen. Exxon Mobil betreibt in Deutschland die Tankstellen-Kette Esso und bohrt hierzulande mit einer umstrittenen Methode nach Erdgas.

Kampf mit Apple

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Exxon schnitt im Quartal besser ab als die Branchenkonkurrenz: Der Gewinn des Exxon-Konkurrenten Chevron war im abgelaufenen Quartal wegen höherer Kosten sogar leicht gesunken - um 4 Prozent auf 5,1 Mrd. Dollar.

Exxon fällt damit aber deutlich hinter Apple zurück. Im 4. Quartal schaffte der iPhone- und iPad-Hersteller einen Rekordgewinn von 13,1 Mrd. Dollar netto. Analysten sprachen daraufhin von einem "Monster-Quartal".

Auf das Gesamtjahr bezogen, liegt Exxon Mobil aber noch klar vor Apple, die 25,9 Mrd. Dollar eingefahren haben.

Der texanische Ölmulti und der kalifornische Technologiekonzern liefern sich seit Monaten ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Titel des wertvollsten Unternehmens der Welt. Momentan liegt Apple mit 422 Mrd. Dollar knapp vorne.

"Fracking" in Deutschland

In Deutschland steht Exxon Mobil derzeit mit der umstrittenen "Fracking"-Methode zur Gasgewinnung im Fokus. Dabei werden Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in das Gestein gepresst, in dem das Gas gebunden ist. Exxon Mobil erkundet an mehreren deutschen Standorten Möglichkeiten zu dieser Art der Gasförderung.

Vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen gibt es wegen Umweltbedenken aber Widerstand. Bund und Länder prüfen härtere Auflagen. In Nordrhein-Westfalen hat die Landesregierung Erdgasbohrungen mit der umstrittenen Technik vorerst verboten.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre könnte diese Form der Erdgasgewinnung nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden von Exxon Mobil Central Europe, Gernot Kalkoffen, jedoch ohne den Einsatz von Giftstoffen möglich sein. In einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Kalkoffen, das Unternehmen versuche derzeit, giftige Substanzen durch ungiftige zu ersetzen. Man befinde sich aber noch in der Erkundungsphase.

Quelle: ntv.de, bad/rts/dpa