Wirtschaft

Notenbank will "ziemlich bald" helfen Fed zieht Geldspritze auf

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Um Fed-Chef Ben Bernanke mehren sich die Stimmen, die aus allen Notenbank-Rohren für die US-Wirtschaft schießen wollen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die US-Währungshüter geben deutliche Signale für neue Schritte zur Ankurbelung der lahmenden US-Wirtschaft. Die nun veröffentlichten Protokolle der jüngsten Fed-Sitzung zeigen, dass die Befürworter wachstumsstützender Maßnahmen deutlich wächst. An den Märkten wächst nun die Hoffnung auf eine zügige dritte Runde von Anleihenaufkäufen.

Die US-Notenbank Federal Reserve wird der lahmen US-Wirtschaft voraussichtlich schon "ziemlich bald" mit einer weiteren Geldspritze auf die Sprünge helfen. Wie aus dem nun  veröffentlichten Protokoll der vergangenen Sitzung des für die Geldpolitik verantwortlichen Ausschusses hervorging, halten die meisten Notenbanker eine solche Aktion für nötig, falls sich die Wirtschaftslage nicht abrupt verbessert.

Zahlreiche Währungshüter zeigten sich überzeugt, dass die stotternde US-Konjunktur schon sehr bald einen neuen Schub gebrauchen könnte, um zu stärkerem Wachstum zurückzukehren. An den Märkten war immer wieder darüber spekuliert worden, ob die Federal Reserve die dritte Runde bei den Wertpapierankäufen - das sogenannte Quantitative Easing - einläuten würde. Der Offenmarktausschuss war zuletzt am 31. Juli und 1. August zusammengetreten, allerdings ohne neue Wertpapierkäufe zu beschließen.

"Viele Mitglieder befanden, dass eine zusätzliche geldpolitische Lockerung sehr bald nötig werden könnte, es sei denn, es gibt Zeichen für eine substanzielle Verbesserung bei der wirtschaftlichen Erholung." Aus den Protokollen, den so genannten Minutes, die immer drei Wochen nach einer Sitzung des Ausschusses veröffentlicht werden, lässt sich die wachsende Unterstützung für ein Eingreifen der Zentralbank erkennen. In der Juni-Sitzung hatten sich dafür nur einige Mitglieder ausgesprochen.

Aus dem Tritt

Anzeichen für eine nachhaltige Aufhellung der US-Konjunktur sind derweil Mangelware und viele Volkswirte glauben nicht daran, dass die Wirtschaft so schnell ein hohes Wachstumstempo erreichen kann. Die Notenbanker sehen vielmehr eine Abkühlung in der Industrieproduktion und fallende Konsumausgaben. Die meisten Mitglieder des Gremiums stimmten darin überein, dass "das Wirtschaftswachstum in den nächsten Quartalen eher moderat bleiben wird und sich erst dann langsam beschleunigt".

Die Notenbanker halten derzeit eine dritte Runde bei den Wertpapierankäufen für die sinnvollste Variante, wie sie der Wirtschaft helfen können. "Viele Teilnehmer erwarten, dass ein solches Programm zusätzliche Unterstützung für die Erholung der Wirtschaft bringen könnte, indem die langfristigen Zinsen gedrückt und die Finanzierungsbedingungen verbessert werden". Einige der Fed-Mitglieder gehen sogar davon aus, dass eine quantitative Lockerung das Verbrauchervertrauen und Geschäftsklima aufhellen könnte.

Risiken und Nebenwirkungen

Während der zweitägigen Sitzung wurden auch die Risiken eines solchen Schritts diskutiert. Aus Sicht der Fed könnte es schwierig werden, die Wertpapiere in ihrer Bilanz wieder am Markt zu verkaufen. Viele Währungshüter plädieren deshalb dafür, die Ankäufe flexibel zu fahren. Sie diskutierten außerdem, ob es hilfreich wäre, die Zinsen über den bisherigen Zeitpunkt hinaus niedrig zu halten. Bisher war hier immer von Ende 2014 die Rede.

Bei ihrem Treffen Ende Juli, Anfang August stimmten elf von zwölf Mitgliedern des Offenmarktausschusses dafür, den Kurs der Geldpolitik vorerst nicht zu verändern. Die nächste Sitzung ist für den 12. und 13. September angesetzt. Zuvor wird US-Notenbankgouverneur Ben Bernanke am 31. August beim Treffen der Notenbanker in Jackson Hole zur Geldpolitik sprechen.

Quelle: ntv.de, nne/rts/DJ

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