Wirtschaft

Ein "B-" für Griechenland Fitch stuft Athen höher ein

Die erfolgreiche Abwicklung der Schuldenschnitts trägt für Griechenland erste Früchte: Die erste der drei großen Ratingagenturen schraubt ihre Note um mehrere Stufen nach oben.

Nach der historischen Milliarden-Umschuldung in Griechenland hat Fitch als erste Ratingagentur die Kreditwürdigkeit des Landes im Zentrum der Schuldenkrise heraufgestuft. Fitch versah die neuen Staatsanleihen des Landes mit der Note "B-" und einem stabilen Ausblick. In der Skala von Fitch liegt diese Bewertung eine Stufe über dem gefürchteten "C"-Bereich.

Als sicher gelten die Papiere damit jedoch noch lange nicht: "B-" steht für "hochspekulativ". Fitch sieht weiter ein hohes Risiko, dass Griechenland auch die neuen Anleihen nicht bedienen kann, weil es noch immer sehr hoch verschuldet ist und die Wirtschaft tief in der Rezession steckt.

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"B-" ist sehr viel besser als "Default".

(Foto: REUTERS)

Fitch erhöhte die griechische Bonitätsnote damit erstmals seit 2003. Das Land wurde von den drei großen Ratingagenturen - neben Fitch sind dies Standard & Poor's und Moody's - seit Ausbruch der Schuldenkrise 2009 ein ums andere Mal heruntergestuft. Dies hatte wiederholt Politiker aus der gesamten EU auf den Plan gerufen, die den Agenturen eine Verschärfung der Krise vorwarfen.

Fitch sieht trotz der besseren Bewertung Griechenlands große Herausforderungen auf das Land zukommen: Schon kurzfristig drohe mit den im April oder Mai anstehenden Parlamentswahlen Ungemach, weil der Reformwille einer neuen Regierung ungewiss sei, begründeten die Fitch-Analysten ihre Einschätzung.

Im Zusammenhang mit der bislang der größten Umschuldungsaktion aller Zeiten hatte Fitch die alten Staatsanleihen Griechenlands mit der eigens eingeführten Beurteilung "beschränkter Zahlungsausfall" bewertet.

Private Gläubiger wie Banken, Versicherungen und Fonds haben sich im Rahmen des Schuldentauschs unter enormen Druck dazu bereiterklärt, Griechenland durch den Tausch alter gegen neuer Staatsanleihen insgesamt mehr als 100 Mrd. Euro Schulden zu erlassen.

Die Euro-Finanzminister hatten daraufhin grünes Licht für 35,5 Mrd. öffentlicher Hilfen aus dem zweiten Paket von insgesamt 130 Mrd. Euro gegeben, die zur Absicherung des Schuldenschnitts gebraucht werden.

Die restlichen Milliarden aus dem zweiten Hilfspaket sollen bei einer eigenen Telefonkonferenz von Spitzenbeamten aus den Finanzministerien der Euroländer zur Wochenmitte freigegeben werden. Die Euro-Finanzminister hatten sich bereits zu Wochenbeginn in Brüssel grundsätzlich auf das Programm geeinigt. Grund für die Verspätung sind parlamentarische Hürden, die noch in einzelnen Mitgliedstaaten genommen werden mussten. In Berlin musste zum Beispiel der Haushaltsausschuss des Bundestages noch informiert werden.

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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