Wirtschaft

Tornado-Serie kostet 60 Mio. Euro Fondsgeschäft hilft Allianz

Bei Europas größtem Versicherer Allianz federn gute Gewinne im Fondsgeschäft im ersten Quartal die Belastungen durch Erdbeben, Tsunami und Hochwasser ab. Die Sparte Asset Management steigert ihren operativen Gewinn um 13 Prozent auf 528 Millionen Euro. Im Schaden- und Unfallgeschäft geht das Ergebnis hingegen ebenso wie in der Lebens- und Krankenversicherung zurück.

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350 Menschen kamen bei der jüngsten Tornado-Serie in den USA ums Leben.

(Foto: AP)

Die Tornado-Serie im Süden der USA trifft auch die Allianz. Es werde eine Nettoschadenbelastung von 60 Millionen Euro erwartet, teilte Europas größter Versicherer mit. "Bezüglich der Überschwemmungen entlang des Mississippi ist momentan eine verlässliche Schätzung nicht möglich."

Die jüngsten Stürme hatten Verwüstungen in mehreren US-Bundesstaaten angerichtet. Es geht dabei vor allem um Schäden an Häusern, Autos, Fabriken sowie Betriebsunterbrechungen. Die Versicherungsbranche muss nach ersten Schätzungen von Risikospezialisten für 2 bis 5,5 Milliarden Dollar aufkommen. Von den Rückversicherern wird Branchenprimus Münchener Rück vermutlich am stärksten betroffen sein. Der Dax-Konzern hat hierfür 100 bis 150 Millionen Euro zurückgelegt. Die kleinere Hannover Rück hat betont, auf sie kämen nur sehr geringe Lasten zu.

Damit kann auch das zweite Quartal den Assekuranzen durchaus größere Naturkatastrophenschäden bescheren. Von Januar bis März waren Großschäden der Hauptfaktor und drückten viele Firmen tief in die roten Zahlen. Die Allianz hielt sich aber in der Gewinnzone. Der Quartalsüberschuss stürzte um 43 Prozent auf 915 Millionen Euro ab. Neben den Lasten durch die Erdbeben in Japan und Neuseeland sowie die Stürme und Fluten in Australien machte die Allianz zu Jahresbeginn weniger Gewinn mit dem Verkauf von Aktien.

Operativ glänzte allein die Vermögensverwaltung. Hier kletterte der Gewinn um 13 Prozent auf 528 Millionen Euro. In der Lebens- und Krankenversicherung fiel das operative Ergebnis dagegen angesichts geringerer Einnahmen am Kapitalmarkt um 16 Prozent auf 702 Millionen Euro. Die Schaden/Unfall-Sparte - traditionell die größte Einnahmequelle - verdiente vier Prozent weniger und kam auf 1,66 Milliarden Euro. Hier machten sich die vielen Großschäden bemerkbar. Die Schaden/Kosten-Quote als zentrale Kennziffer für die Rentabilität verschlechterte sich um einen Punkt auf 101,3 Prozent. Oberhalb von 100 Prozent sind Schadenszahlungen und Verwaltungskosten nicht mehr durch die Policeneinnahmen gedeckt.

Quelle: n-tv.de, rts/dpa

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23.04.09