Wirtschaft
Mittwoch, 27. April 2011

"Nicht mehr ganz so rosig": GfK-Konsumklima sinkt weiter

Die Stimmung der deutschen Verbraucher lässt erwartungsgemäß zum zweiten Mal in Folge leicht nach. Die Konsumforscher der GfK verweisen zur Begründung auf die steigenden Preise, die Atomkatastrophe in Japan und die politischen Unruhen in Nordafrika und Nahost. Die Lust am Shoppen ist den Konsumenten deshalb aber noch nicht vergangen.

Die Lust am Shoppen, die im Fachjargon als "Anschaffungsneigung" der Konsumenten bezeichnet wird, scheint ungebrochen.
Die Lust am Shoppen, die im Fachjargon als "Anschaffungsneigung" der Konsumenten bezeichnet wird, scheint ungebrochen.(Foto: REUTERS)

Die anziehende Inflation und die Folgen des Erdbebens in Japan trüben die Kauflaune der Verbraucher in Deutschland. Für Mai sagen die Forscher der Nürnberger GfK einen Rückgang ihres Konsumklimaindex um 0,2 auf 5,7 Punkte voraus. "Höhere Preise, die Atomkatastrophe in Japan sowie sich ausweitende politische Unruhen in Nordafrika und Nahost lassen die Rahmenbedingungen für die Konsumenten im Augenblick nicht mehr ganz so rosig erscheinen", schrieben die Experten. Mit einem Einbruch des Konsums sei aber nicht zu rechnen: "Da die Voraussetzungen für eine gute Konsumkonjunktur im Inland selbst nach wie vor gegeben sind, dürfte der Konsum auch in den kommenden Monaten eine bedeutende Rolle spielen."

Rückgang auf hohem Niveau

Das GfK-Konsumklima hatte sich im April erstmals seit zehn Monaten eingetrübt. Analysten hatten nun auch für Mai mit einem leichten Rückgang auf 5,8 Punkte gerechnet, nachdem sich bereits in der vergangenen Woche die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen etwas eingetrübt hatte. Zunehmend rückten bei den Verbrauchern die Risiken für den Aufschwung in den Mittelpunkt, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das überlagere die überaus guten Rahmenbedingungen im Inland, wie die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt. Das Barometer für die Konjunkturerwartung sank im April um 2,2 Punkte auf 47,3 Zähler. "Das Niveau ist trotz des leichten Rückgangs aber immer noch ausgesprochen hoch", betonten die Experten.


In der Einkommenserwartung hinterlässt die trübere Einschätzung der Konjunktur ihre Spuren. Vor allem die gestiegenen Preise machen den Verbrauchern zu schaffen. "Rekordstände bei Benzin und Heizöl dämpfen die Kaufkraft der Konsumenten", schrieben die Experten. Durch die anziehende Inflation werde ein erheblicher Teil der recht ansehnlichen Zuwächse bei Löhnen und Gehältern wieder aufgezehrt. Mit 35 Punkten liegt das entsprechende Barometer für die Einkommenserwartung zwar um 5,5 Zähler tiefer als noch im März. Dennoch befinde es sich weit über dem langjährigen Durchschnitt von null Punkten.

Schwindende Angst vor Jobverlust

Angesichts der guten Lage am Arbeitsmarkt planen die Verbraucher weiter größere Anschaffungen; das entsprechende Barometer notierte mit 34,2 Punkten annähernd auf dem Stand des Vormonats. Die exzellente Inlandskonjunktur mit zunehmender Beschäftigung lasse die Angst vor Jobverlust schwinden. Im März waren 3,2 Mio. Menschen ohne Job, und Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Arbeitslosen im April auf 3,1 Mio. sinkt. "Das gibt Planungssicherheit gerade im Hinblick auf größere Anschaffungen und verhindert derzeit ein Abrutschen der Konsumneigung aufgrund steigender Inflationsgefahren", schrieben die GfK-Fachleute. Es sei aber damit zu rechnen, dass die anziehende Inflation über kurz oder lang die Bereitschaft zu größeren Käufen dämpfe.
 

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Quelle: n-tv.de

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